Olaf Stapledon Sternenschöpfer (Star Maker, 1937) Übersetzung: Thomas Schlück Titelbild: Les Edwards Verlag Dieter von Reeken, 2022, Paperback, 244 Seiten, 17,50 EUR
Rezension von Carsten Kuhr
Gut vierzig Jahre ist es her, dass eines der Werke, das viele spätere gefeierte Science-Fiction-Autoren beeinflusste, zuletzt auf Deutsch erschien. In der SF- & Fantasy-Reihe legte Heyne 1969 den Roman unter dem Titel „Der Sternenmacher“ das erste Mal auf Deutsch vor, 1982 folgte unter dem leicht abgewandelten Titel „Der Sternenschöpfer“ eine Neuausgabe innerhalb der „Bibliothek der Science Fiction Literatur“. Beide Bücher sind heute antiquarisch nur schwer zu bekommen.
Dieter von Reeken nutzte die Gelegenheit, diesem Missstand abzuhelfen und legt in seinem Verlag eine Neuausgabe vor.
Das junge Model Susana (Almudena Amor) besucht für ein paar Tage seine Großmutter in Madrid, die einen Schlaganfall erlitten hat. Die junge und die alte Frau kreisen in der düsteren Wohnung umeinander, wobei die alte weder spricht noch sonst den Eindruck erweckt, geistig anwesend zu sein. Aber wer braucht das schon, wenn er übersinnliche Kräfte nutzt? Susana jedenfalls merkt mit Schrecken, dass ihre Oma doch noch einen Wunsch offen hat: Sie will einen neuen, frischen Körper...
Nachdem er mit "REC" den spanischen Horror-Film neu erfand und mit "Verónica - Spiel mit dem Teufel" einen der gruseligsten Filme der letzten Jahre inszenierte, kehrt Paco Plaza mit einem Paukenschlag von einem Film auf die große Leinwand zurück. Hier widmet sich das spanische Ausnahmetalent zum ersten Mal dem Body-Horror, um zu zeigen, welche Abgründe der ewige Wunsch nach Schönheit mit sich bringt.
Hier ist ein erster Trailer zu "La Abuela - Sie wartet auf dich", der Film ist ab dem 17. März als VoD erhältlich und ab dem 24. März auf DVD und BD.
Victor und Nora: Gegen die Zeit (Victor & Nora: A Gotham Love Story, 2020) Text: Lauren Myracle Zeichnungen: Isaac Goodhart Übersetzung Anne Bergen Panini, 2021, Paperback, 192 Seiten, 16,99 EUR
Rezension von Christel Scheja
Lauren Myracle hat bereits eine für Jugendliche adaptierte Geschichte um die Anfänge von Catwoman erzählt: nun nimmt sie sich einer anderen ikonischen Figur an, die auch zu den Gegnern von Batman gehört. Vielleicht kann man mit dem Namen Victor Fries zunächst nicht viel anfangen, aber mit der Zeit dürfte die Richtung klar werden.
Nach den Ereignissen des letzten Bandes konnte man annehmen, dass „Twittering Birds Never Fly“ sein Ende gefunden hätte, aber scheinbar wurden dadurch nur die Karten neu gemischt und ein paar andere Voraussetzungen für die Beziehung geschaffen, die nun in eine neue Runde geht.
Denn Yashiro hat sich nach der Zerschlagung seiner Gruppe etwas zurückgezogen und arbeitet nun in einem zwielichtigen Casino. Er ist nicht mehr der Boss, sondern eher ein niederer Angestellter. Bei Doumeki hingegen sieht es anders aus. Denn der hat sich den Yakuza richtig angeschlossen und ist in deren Rängen aufgestiegen, nachdem er sich selbstlos für die Rettung der Tochter eines Bosses eingesetzt hat. Seitdem ist dieser sehr von ihm angetan und vertraut ihm nun auch wichtigere Aufgaben an.
Der erfahrene Navy SEAL Harris landet in Begleitung der jungen Militär-Analystin Zoe auf einem geheimen US-Militärflugplatz auf einer polnischen Ostsee-Insel. Ihr Auftrag: Einen hier festgehaltenen britischen Staatsbürger namens Mansour sicher in die USA zu überführen, wo dieser als Schlüsselzeuge vernommen werden soll, weil nur er die Details eines geplanten, kurzfristigen islamistischen Terror-Anschlags auf das Capitol in Washington kennt. Nur wenige Stunden nach ihrer Ankunft wird der Stützpunkt jedoch von einer Terroristen-Armee überfallen. Harris muss jetzt nicht nur sein Team und sich verteidigen, sondern auch dafür sorgen, dass Mansour unverletzt bleibt.
James Nunn führte bei "One Shot - Mission außer Kontrolle" Regie, Ryan Phillippe, Scott Adkins und Ashley Green Khoury werden in den Hauptrollen zu sehen sein. Der Film ist ab dem 19. Mai als VoD erhältlich und ab dem 27. Mai auf DVD und BD. Hier ist ein erster Trailer.
NBC hat "The Blacklist" um eine weitere und somit zehnte Staffel verlängert, aktuell läuft in den Staaten Season 9. Hauptdarsteller James Spader bleibt ebenso an Bord wie John Eisendrath, der nach acht Staffeln als Co-Showrunner auf den Chefsessel gerutscht war weil Serienschöpfer Jon Bokenkamp und Hauptdarstellerin Megan Boone die Serie verlassen hatten.
Die internationale Ko-Produktion "Vienna Blood" geht in eine dritte Season. Bislang wurden zwei Staffeln zu je drei Episoden gedreht, im ZDF zeigte man Ende des Vorjahres Staffel 2. Die Serie entsteht nach den Romanen "The Liebermann Papers" von Frank Tallis.
Netflix wird keine dritte Staffel der Science-Fiction-Serie "Another Life" mit Katee Sackhoff in der Hauptrolle bestellen. Staffel 2 hatte der Streaminganbieter Mitte Oktober des Vorjahres ins Programm genommen.
Saw: Spiral USA 2021, Regie: Darren Lynn Bousman, mit Chris Rock, Samuel L. Jackson u.a.
Rezension von Elmar Huber
Detectice Ezekiel „Zeke“ Banks (Chris Rock) wird mit einem brutalen Todesfall in den eigenen Reihen konfrontiert. Was zunächst wie ein skurriler Unfall scheint - ein Kollege wurde von einer U-Bahn überfahren -, stellt sich bald als perfider Mord heraus. Während die Ermittlungen anlaufen, erhält Banks Nachrichten, die sich auf die Tat beziehen.
Alles sieht so aus, als wäre ein Nachahmer des legendären Jigsaw-Killers John Cramer am Werk, der verbrecherische Cops ihrer gerechten Strafe zuführen will. Der Täter sieht Banks, der von seinen Kollegen offen angefeindet wird, seit der einen korrupten Kollegen verpfiffen hat, als einzig vertrauenswürdigen Kontakt innerhalb der Polizei an. Gemeinsam mit seinem neuen Kollegen William Schenk (Max Minghella) verfolgt Banks die blutige Spur des Killers, der ihnen stets einen Schritt voraus zu sein scheint.
Max Gladstone ist bereits ganz gut in der Welt herum gekommen, nachdem er in Yale Chinesische Literatur studierte und zwei Jahre in der ländlichen Provinz Anhui unterrichtete, als Forscher für das Berkman Center for Internet and Policy Law arbeitete, als Reiseleiter der Schweizer Botschaft und nicht zuletzt als Übersetzer, Philosoph und Redakteur. Dann aber verlegte er sich aufs Schreiben und gewann gleich mehrere Preise. Gerade die hier nun startende „Kunstwirker-Chronik“ machte ihn international bekannt. „Drei Viertel tot“, der erste Band der Trilogie, ist nun hierzulande erschienen.
Hier ist ein erster Trailer zu "Constantine: The House of Mystery"; der Titel erscheint in den Staaten am 3. März auf BD und als VoD und umfasst insgesamt vier Kurzfilme.
Während eines harten Winters werden sechs Soldaten auf eine lebensgefährliche geheime Mission geschickt, bei der sie ein Paket, das den Krieg beenden könnte, über einen vereisten Archipel transportieren müssen. Als sie die feindlichen Linien überschreiten, wissen sie nicht, welche Gefahren lauern und wem sie vertrauen können. Für die Soldatin - und frühere Eisschnellläuferin - Caroline Edh geht es bei der Mission jedoch um etwas ganz anderes.
Die Hauptrolle in "Operation Schwarze Krabbe" von Regisseur Adam Berg spielt Noomi Rapace. Netflix kündigt den Film für den 18. März an. Hier ist ein erster Trailer.
Maddrax 576 Die letzte Bastion Jana Paradigi Bastei, 2022, Romanheft, 68 Seiten, 2,10 EUR (auch als eBook erhältlich)
Rezension von Matthias Hesse
Dem Ruf des Wandlers folgend, hat ein neuer Streiter den Weg zur Erde angetreten und nimmt, als Amuse-Gueule gewissermaßen, zunächst den Mars ins Visier: Soweit der Cliffhanger des Vorgänger-Heftes.
Auf dem einstmals roten Planeten ist es bereits zu Unruhen gekommen, der segensreiche Einfluss der Sporen ist geschwunden und unter dem Einfluss des Streiters macht sich langsam der Wahnsinn breit unter der Bevölkerung. Um das Leben im Sonnensystem zu retten, versteigt sich Ur-Hydree Wang'kul zu einem verzweifelten Vorhaben. Der Verstand des Beinahe-Gottes ist durch den Einfluss des Streiters bereits geschwächt, sein Plan nur mit absoluter Alternativlosigkeit zu rechtfertigen - Tod, Chaos und Verderben sind die Folge, das noch junge Leben auf dem Mars wird beinahe zur Gänze ausgelöscht. Doch der Zweck, der die grausamen Mittel heiligen sollte, wird bitter verfehlt.
So langsam naht das Finale für „Die Wächter von Magow“, und die Situation spitzt sich immer mehr zu. Einerseits verdichten sich Ahnungen, andererseits scheint nun auch einer der Gegenspieler auf einem persönlichen Feldzug gegen die ehemalige Putztruppe zu sein, wie sich in „Incubus-Intrigen“ zeigt.
Aeron von Thrane will nun genau wissen, warum Jean ihn mit so viel Hass verfolgt und lässt nicht nur den jungen Mann sondern auch seine Freunde und seine Mutter entführen. Während Jean sich seinem Vater stellen muss und dabei vor eine grausame Wahl gestellt wird, versuchen die anderen ihm zur Hilfe zu kommen.
Hier ist ein erster Trailer zur Science-Fiction-Serie "The Man Who Fell To Earth", in der unter anderem Chiwetel Ejiofor and Naomie Harris zu sehen sein werden. Showtime kündigt sie für den 24. April an.
Reale Gottheiten, alte Gottheiten mit einst vergessenen Namen, und das auf sämtlichen Kontinenten - Normalität seit dem Jahr 2012. Nur Christen, Moslems und Juden warten immer noch auf den Einen. Die einst mächtigsten Religionen der Welt wurden so zu bedeutungslosen Sekten, während Göttinnen und Götter die Weltordnung umkrempelten. Und eigene Pläne mit den Sterblichen schmieden. Nur Interpol-Ermittler Malleus Bourreau ist Atheist geblieben und geht Verbrechen nach, in die Entitäten verwickelt sind. Weil er sie für Trug hält, und er ist gut in seinem Job, denn er hat keinen Respekt. Aber wieso ausgerechnet ein Atheist von den Göttern verschon wird, ist vielen ein großes Rätsel… Der neueste Fall beginnt harmlos: Ein Mann wurde von einer Gott-Statue erschlagen - Unfall oder Mord durch göttliche Hand? Aber schon bald stecken Malleus und seine Kollegin Lagrande tiefer in den Intrigen der Entitäten, als ihnen lieb sein kann. "AERA - Die schwärzeste Nacht" von Markus Heitz erscheint in einer Woche (Taschenbuch, 480 Seiten, 12,99 EUR / eBook: 9,99 EUR), es ist die Fortsetzung des Fantasy-Thrillers "AERA - Die Rückkehr der Götter". Das Titelbild und eine Leseprobe finden sich hier.
Vor drei Jahren, als ihre Familie nach einem Weihnachtsbaum in den frostigen Wäldern von Oregon suchte, verschwand Madison Culver. Drei Jahre - und immer noch keine Spur von der damals Fünfjährigen. Ist sie tot? Doch ihre Leiche hat man bisher nicht finden können. Madisons Eltern wenden sich in ihrer Verzweiflung an die "Kinderfinderin" Naomi, eine Privatermittlerin mit dem unheimlichen Talent, Vermisste aufzuspüren. Da sie in ihrer Kindheit selbst einmal verschleppt wurde, kann sie sich besonders gut in solche Fälle hineinversetzen. Während Naomi nach und nach die schrecklichen Tatsachen im Fall Madison aufdeckt, durchdringen Scherben eines dunklen Traums ihre Erinnerung... Ende März erscheint bei Festa der Roman "Das Schneemädchen" von Rene Denfeld (Hardcover, 352 Seiten, 22,99 EUR / eBook: 5,99 EUR). Das Titelbild und eine Leseprobe finden sich hier.
Eigentlich wollten Patricia Jung und Henry Shevek nur eine autonome Trading-Software schreiben, die an der Börse überdurchschnittlich gut performt. Doch durch einen Fehler im Code entsteht die erste starke künstliche Intelligenz auf diesem Planeten - Einbug. Einbug begreift schnell, dass er, um zu überleben, nicht nur die Menschen besser kennenlernen, sondern auch die Welt verändern muss. Zusammen mit Patricia und Henry gründet er deshalb die Weltrepublik Pantopia. Das Ziel: Die Abschaffung der Nationalstaaten und die universelle Durchsetzung der Menschenrechte. Wer hätte gedacht, dass sie damit Erfolg haben würden? "Pantopia" heißt der neue Roman von Theresa Hannig, er ist am 1. Februar bei Tor erschienen (Paperback, 464 Seiten, 16,99 EUR / eBook: 4,99 EUR). Das Titelbild und eine Leseprobe finden sich hier.
Rob Jones Die Gruft des Poseidon Joe Hawke 1 (Vault of Poseidon, 2015) Übersetzung: Madeleine Seither Titelbild: Michael Schubert Luzifer, 2021, Taschenbuch, 340 Seiten, 13,95 EUR (auch als eBook erhältlich)
Rezension von Carsten Kuhr
Was wäre, wenn es die alten Götter leibhaftig geben hätte. Wenn diese, lange vor der uns bekannten Zeitrechnung, in Fleisch und Blut über die Welt gewandelt wären, wie weit später vermeintlich der Sohn des monotheistischen Gottes? Wenn sie gar vielleicht noch dank ihres Ambrosia-Trankes nicht alternd unter uns weilen, oder aufgebahrt in ihren Grüften ihre Schätze hüten würden? Eine archäologische Sensation wären allein schon Hinweise auf die Grüfte der Götter - doch bislang kennt die Geschichtsschreibung keine derartigen Indizien. Und doch gibt es Hinweise, die von Regierungen, mächtigen Organisationen und skrupellosen Verbrechern rigoros unterdrückt werden.
Gerade als der Obdachlose Jean-Pierre „Amédée“ Rousseau und seine Freunde ihre Brücke im Dienst der Stadtverschönerung räumen müssen, erfährt er vom Tod seiner Tante Adeleide, die ihm ihr schmuckes Häuschen vererbt hat. Glück im Unglück und der ideale Landeplatz für Amédée und seine Freunde Prie-Dieu und Merguez. Doch an das Erbe ist eine Bedingung geknüpft: Amédée muss sich bereit erklären, die Vormundschaft für Adeleides Sohn Nicolas zu übernehmen, der die sogenannte Trisomie 21, besser bekannt als Down-Syndrom, aufweist und der ein glühender Fan des ersten Kosmonauten Juri Gagarin ist.
Nach der Ermordung seiner Frau hat sich Elite-Soldat John in die Wildnis zurückgezogen. Als die verletzte und von Söldnern gejagte Maria in seiner Hütte auftaucht, will er sich nicht einmischen. Doch nachdem er entdeckt, dass der Anführer der Söldner der Mörder seiner Frau ist, ändert er seine Meinung. Unter Einsatz seiner speziellen Fähigkeiten stellt sich John dem größten Kampf seines Lebens.
Fansu Njie führte bei "Last Man Down" Regie, in den Hauptrollen werden Daniel Stisen, Olga Kent und Daniel Nehme zu sehen sein. Der Film ist ab dem 3. März als VoD erhältlich und ab dem 1. April auf DVD und BD.
Der chinesische Regisseur und Schauspieler Chu Yuan ist gestern im Alter von 87 Jahren gestorben. Während er als Schauspieler vorwiegend in Nebenrollen zu sehen war (beispielsweise in "Police Story", 1985), drehte er vor allem in den 70er Jahren viele Shaw-Brothers-Filme. Zu seinen bekanntesten Filmen zählten unter anderem "Das unbesiegbare Schwert der Shaolin" (1977), "Das Todesduell der Tigerkralle" (1977) und "Der Mann mit der Stahlkette" (1980).
Das Phantom der Oper (The Phantom of the Opera, 2021) Autor: Andrew Lloyd Webber Adaption: Cavan Scott Zeichnungen: José Maria Beroy Übersetzung Michael Kunze Panini, 2022, Hardcover, 112 Seiten, 25,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
In den 80er Jahren war das Interesse an Musicals auf ein Minimum geschrumpft und kaum eine Bühne wagte es noch, ein solches in das Repertoire aufzunehmen, Das änderte sich erst, als Andrew Lloyd Webber das Genre nicht nur neu belebte, sondern auch mit einem ungewöhnlichen Konzept ankam. Und damit begann die Erfolgsgeschichte von „Das Phantom der Oper“, das die alte Geschichte auf sehr eigene Weise interpretierte und damit Millionen von Menschen in eigens dafür ausgebaute Theater lockte. Aber erst gut 35 Jahre später wurde die Erzählung jetzt auch in einen Comic umgesetzt, adaptiert von dem erfahrenen Cavan Scott und gezeichnet von José Maria Beroy.