Walker Dryden Die Stadt der Dolche Die Tumanbay-Saga 1 (City of a Thousand Faces, 2020) Übersetzung: Urban Hofstetter Blanvalet, 2022, Paperback, 636 Seiten, 16,00 EUR (auch als eBook erhältlich)
Rezension von Carsten Kuhr
Willkommen in der Küstenstadt Tumanbay, der Heimat unseres Sultans, der Stadt, in der Reichtümer gemacht, Handel getrieben wird und ein jeder Sklave die Möglichkeit hat, zu Rang und Würden aufzusteigen. Aus allen Herren Ländern reisen Menschen hierher, versuchen ihr Glück zu machen, ihren Einfluss zu mehren und zu Macht und Ehren zu gelangen.
Dass unser geehrter Sultan schon älter ist, dass er die Provinzen mit nachgiebiger Hand regiert, hat dazu geführt, dass so Mancher meint, er sei schwach geworden. Dem ist beileibe nicht so, eher ginge ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass unser Sultan sein Reich verlieren würde.
Visionarium 3 Zauber und Fluch Herausgeber: Dr. Nachstrom Titelbild: Jörg Vogeltanz Innenillustrationen: Benny Pamp, Martin Amschl, Jörg Vogeltanz Edition Gwydion, 2014, Taschenbuch, 148 Seiten, 7,98 EUR (auch als eBook erhältlich)
Rezension von Elmar Huber
„Obwohl ihre Stimme mit den Jahren zu einem heiseren Krächzen verschlissen war, hingen wir gebannt an ihren strichdünnen, von Falten zerschnittenen Lippen, wenn sie von den „Daimonen“ erzählte. [...] Bei all dem wagten wir kaum, mir den Augen zu blinzeln, aus Angst, eine böse Präsenz könne bei der kleinsten Regung auf uns aufmerksam werden.“ (Karin Elisabeth: „Wechselbalg“)
Die Gewinner der BSFA Awards wurden auf dem Eastercon bekanntgegeben. In der Sparte Bester Roman gewann "Die Scherben der Erde" von Adrian Tchaikovsky (der Roman erscheint im Sommer bei Heyne), in der Kategorie Best Short Fiction wurde "Fireheart Tiger" von Aliette de Bodard ausgezeichnet. Alle Gewinner sind hier zu finden.
Der italienische SF- und Fantasy-Autor Valerio Evangelisti ist gestern im Alter von 69 Jahren gestorben. Hierzulande erschien nur ein Bruchteil seines Werks; bei Blanvalet erschien um die Jahrhundertwende seine "Nostradamus"-Trilogie, Heyne brachte zeitgleich den "Inquisitor"-Zyklus.
Zum 75. Geburtstag von Stephen King am 21. September kündigt Heyne den Horror-Klassiker "Es" als limitierte Prachtausgabe im Schmuckschuber, mit Lesebändchen und 5 ganzseitigen, zweifarbigen Illustrationen an.
Die Volkswirtin Sarah Tischer führte ein Interview mit Andreas Brandhorst, in dem es um seinen Roman "Das Bitcoin-Komplott", Kryptowährungen und unser Wirtschaftssystem geht.
An ihrem 19. Geburtstag beschließt Jane, sich endlich über die drei heiligen Regeln ihrer Mutter hinwegzusetzen. Zwar hat sie als Einzige in ihrer Familie keine magischen Kräfte, aber Jane will sich nicht länger einsperren lassen. Anstatt gehorsam ihre Medizin zu trinken und immer schön zu Hause zu bleiben, bricht sie aus und gerät prompt in die Fänge einer verfeindeten Familie. Ausgerechnet dort trifft sie auf den geheimnisvollen und gut aussehenden Archie. Gemeinsam fliehen sie, doch das gefährliche Spiel um ihr Schicksal in den düsteren Gassen und Katakomben von Paris hat erst begonnen... Ende April erscheint bei Piper der Roman "Midnight Thief - Das Versprechen der Heilerin" von Andreas Dutter. (Taschenbuch, 416 Seiten, 12.00 EUR / eBook: 3,99 EUR)
Die rätselhaften Fälle des Pater Brown 4 Das Zeichen des zerbrochenen Säbels Gilbert Keith Chesterton (Nach der Kurzgeschichte „The Sign of the Broken Sword“, 1910) Buch, Regie, Produktion: Markus Winter Sprecher: Brigitte Carlsen, Erich Räuker, Tobias Kluckert, Sebastian Schulz, Wolfgang Rüter, Werner Wilkening Musik: Winterzeit Studios Titelbild: Mark Freier Winterzeit, 2015, 1 CD, ca. 43 Minuten, ca. 9,99 EUR
Rezension von Elmar Huber
„Der silberne Finger des Mondlichts erleuchtete die massige Bronzegestalt eines ruhenden Soldaten. Die starken Hände in ewigen Gebet gefaltet, das schwere Haupt auf einem Gewehr ruhend. Das ehrwürdige Antlitz zierte ein Backenbart. Die Uniform, wenngleich nur mit wenigen Strichen angedeutet, war die eines Soldaten zu Zeiten des Ersten Weltkriegs. Zu seiner Rechten lag ein Säbel, dessen Spitze angebrochen war, zur Linken eine Bibel.“
Black Butler - Ein Teufel von einem Butler J 2014, Regie: Kentarô Ohtani & Kei'ichi Sato, mit Ayame Goriki, Hiro Mizushima, Mizuki Yamamoto
Rezension von Elmar Huber
Bisher sieben Diplomaten erlitten einen ungewöhnlichen Tod. Die Leichen sind, obwohl erst einige Stunden alt, ausgetrocknet und regelrecht mumifiziert. Im Auftrag der Königin des Westens soll der Spion Kiyoharu Genpo Phantomhive (Ayame Gôriki) die Ursache der Todesfälle herausfinden. Ihm tatkräftig zur Seite steht sein Butler Sebastian Michaelis (Hiro Mizushima).
Die Spur führt zu einem exklusiven Club, in dem regelmäßig neue Drogen an eine ausgesuchte Klientel ausgegeben werden. Kürzlich auch die Substanz Necrosis, die für die Mumifizierungen verantwortlich ist. Die Suche nach dem Täter führt Kiyoharu außerdem in seine eigene Vergangenheit.
Denn Kiyohura, der nach dem Tod der Familie unvermittelt mit Sebastian im Schlepptau als Erbe der Familie Phantomhive und des Funtom-Firmenimperiums auftauchte, ist in Wahrheit die Phantomhive-Tochter Shiori, die ihre Entführung mit Hilfe des Dämons Sebastian überlebt hat. Im Gegenzug erhält Sebastian Shioris Seele, sobald diese den Tod ihrer Eltern gerächt hat.
Am 6. Juli kommt "Thor: Love and Thunder" in die deutschen Kinos, hier ist ein erster Promo. Taika Waititi führte wieder Regie, Chris Hemsworth, Nathalie Portman und Tessa Thompson werden in den Hauptrollen zu sehen sein.
Die Comicmesse Köln (Intercomic) präsentiert am Samstag, den 7. Mai in der Zeit von 10.00 bis 16.00 Uhr in der Stadthalle Köln-Mülheim internationale Künstler und Vertreter der lokalen Szene zusammen mit namhaften Händlern und Verlagen. Zahlreiche Aussteller präsentieren neben deutschen und internationalen Neuerscheinungen mit rund einer Million Heften und Alben auch eines der größten Comic-Antiquariate im deutschen Sprachraum. Darüber bietet man Merchandise und Original-Art. Signierstunden mit bekannten Künstlern, darunter Zeichner und Autoren, runden das Programm ab. Der Eintritt beträgt 6,00 EUR, Kinder bis 12 Jahren haben freien Zutritt.
Am vorigen Freitag wurde der Gewinner des Philip K. Dick Awards bekanntgegeben. Gewonnen hat "Dead Space" von Kali Wallace. Besonders erwähnt von der Jury wurde "The Escapement" von Lavie Tidhar. Der Philip K. Award wurde von Thomas M. Disch in Dicks Todesjahr, 1982, ins Leben gerufen und seither jedes Jahr auf dem Norwescon verliehen, gesponsert wird er von der Philadelphia Science Fiction Society. Gewürdigt wird der beste SF-Roman im Paperback.
Maddrax 580 Fern der Erde Stefan Hensch Titelbild: Néstor Taylor Bastei, 2022, Romanheft, 68 Seiten, 2,10 EUR (auch als eBook erhältlich)
Rezension von Matthias Hesse
Kaum aufzuhalten, verbreitet sich der „Dunkle Keim“, der seine Opfer zu gefügigen Werkzeugen eines vermeintlichen Gottes macht. Aus dem All nähert sich obendrein ein Streiter dem Planeten, eine nebelhafte kosmische Entität. Nur unter schweren Opfern hat sie sich für eine Zeit zurückdrängen lassen. Sie hat Appetit mitgebracht, und nahrhafte Biomasse bietet die postapokalyptische Erde reichlich.
Mal eben kurz die Welt retten: In der Erzählwelt von „Maddrax“ keine allzu leichte Aufgabe im Moment. Gut, dass es in ferner SerienVergangenheit noch eine Superwaffe namens Flächenräumer gibt, doch die haben die Pancinowa - eine eigenbrötlerische Alien-Spezies vom weit entfernten Planeten Cancriss. Vom Orbitalsystem der Kasynari ließe sich vielleicht Kontakt zu ihnen herstellen, doch auch das ist zeitlich und räumlich weit von der derzeitigen Handlung entfernt.
Brian McClellan Sünden des Imperiums Die Götter von Blut und Pulver 1 (Gods of Blood and Powder: Sins of Empire, 2017) Übersetzung: Johannes Neubert Titelbild: Thom Thenery Cross Cult, 2022, Paperback, 662 Seiten, 18,00 EUR (auch als eBook erhältlich)
Rezension von Carsten Kuhr
Brian McClellan hat mit seinen „Powder Mage“-Büchern ( bestehend aus einer Trilogie sowie zwei Bänden mit Erzählungen und Novellen) für Furore gesorgt. Eine Welt, die an das Napoleonische Reich erinnert mit Begabten, die mittels Pulver ihre Kräfte steigern und im scheinbar ewig währenden Krieg Schlachten entscheiden und Reiche retten können, hat auch deutschsprachige Leser begeistert.
Nun legt der Autor den ersten Band einer weiteren Trilogie vor, die er in derselben Welt angesiedelt hat. Allerdings wechselt er geschickt den Handlungsort - sprich, McClellan entführt uns auf einen anderen Kontinent.
Arsène Lupin, der Gentleman-Gauner, ist der charmanteste Verbrecher Frankreichs! Mit Witz und Wagemut gelingt ihm jeder Coup, keine Mühen scheut der Pariser Gauner, um der Bourgeoisie ein Schnippchen zu schlagen und die plumpe Polizei an der Nase herumzuführen! In Frankreich hat die Figur Arsène Lupins von Autor Maurice Leblanc einen festen Platz in der Nationalliteratur und erfreut sich seit über hundert Jahren ungebrochener Beliebtheit. Dass ein Zeichner vom Kaliber eines Vincent Mallié ("Der große Tote", "Tenebrae") sich dem Meisterdieb widmet, wurde höchste Zeit! Neun herrlich illustrierte Kurzgeschichten lassen uns die zeitlosen Abenteuer des Meisterdiebs neu entdecken und tief in die Atmosphäre Frankreichs zur Jahrhundertwende eintauchen.
Giftmischer, Geister und Alchemisten sollen Paris einst unsicher gemacht haben. Was ist an diesen historischen "Schauer-Märchen" dran? Gibt es handfeste Beweise oder sind sie Produkt von Phantasie? ZDFinfo zeigt morgen ab 20.15 die dreiteilige Doku-Reihe "Rätselhaftes Paris" als Deutschlandpremiere.
The HISTORY Channel zeigt ab morgen immer dienstags ab 20.15 Uhr in Doppelfolgen als Deutschlandpremiere "UFO-Theorien - Zwischen Fakt und Fiktion". Der Schauspieler und Moderator Craig Charles und die Astrophysikerin Sarah Cruddas nehmen darin neue Hinweise unter die Lupe, enthüllen bislang unbekannte Zeugenaussagen und trennen Fakten von Fiktion, bevor sie zu einem Urteil kommen.
T. J. Klune Das unglaubliche Leben des Wallace Price (Under the Whispering Door, 2021) Übersetzung: Michael Pfingstl Heyne, 2022, Paperback, 480 Seiten, 16,00 EUR (auch als eBook erhältlich)
Rezension von Carsten Kuhr
Wallace Price ist ein - sorry to say - Arschloch. Nach dem Studium hat er mit drei Ex-Kommilitonen eine Anwaltskanzlei gegründet und ist in seinem Job sehr erfolgreich. Seine Quote an gewonnenen Gerichtsverfahren ist exorbitant hoch, sein Vermögen entsprechend angewachsen. Zu verdanken hat er Beides seinem fast schon besessenem Fleiß und seiner Art und Weise mit Zeugen, dem gegnerischen Rechtsbeistand und dem Richter umzugehen. Wallace hat schlicht keinerlei Empathie, geht wortwörtlich über Leichen um seine selbst gesteckten Ziele zu erreichen.
Als er eines Sonntags in Flipflops und T-Shirt im Büro einem Herzinfarkt erliegt sind seine Mitarbeiter samt und sonders - erleichtert.
Broceliande - Der Wald des kleinen Volkes 1 Die Quelle von Barenton (Brocéliande 1: Forêt du petit Peuple, 2017) Text: Olivier Peru Titelbild und Zeichnungen: Bertrand Benoit Übersetzung: Swantje Baumgart Splitter, 2018, Hardcover, 56 Seiten, 14,80 EUR
Rezension von Elmar Huber
Zwei Korriganen entführen die Braut des Kobolds Orignace, um diesen großen Erzähler des Waldes dazu zu bewegen, eine Heldengeschichte über zu schreiben..., selbstverständlich mit ihnen in den Hauptrollen. Dass die Inspiration unter diesen Umständen nicht von alleine kommen möchte, versteht sich von selbst.
April begibt sich mit ihrem Boyfriend Kyle und ihren Freunden Melanie, Seth und Lex zum Ferienhaus ihrer Eltern, um Fotos für den Verkauf der Hütte zu machen und gleich noch ein letztes Party-Wochenende dort zu verbringen. Dass April den Heiratsantrag von Kyle eher nüchtern aufnimmt, lässt die ausgelassene Stimmung der Gruppe kippen. Doch verletzte Gefühle sollen bald das geringste Problem der Clique sein, denn in diesem Moment stürzt nahe der Hütte ein brennendes UFO vom Himmel, und die gestrandeten Aliens begeben sich auf Menschenjagd.
Douglas Coupland Spieler Eins - Roman in 5 Stunden (Player One. What Is to Become of Us A Novel in 5 Hours, 2010) Übersetzung: Clara Drechsler & Harald Hellmann Tropen, 2013, Hardcover, 246 Seiten, 19,95 EUR
Rezension von Elmar Huber
„Ein Flughafen ist nicht mal ein richtiger Ort. Er ist ein Boxenstopp, ein Zwischenreich, ein „Nirgendwo“, eine unangenehme Störung im Traum des nahtlosen transkontinentalen Flugverkehrs. Flughäfen sind Orte, an die man gelangt, gleich nachdem man gestorben ist und ehe es weitergeht nach wohin auch immer man dann kommt. Sie sind das Präsens, zu Aluminium, Beton und schlechter Beleuchtung geronnen.“
Unerklärliche Phänomene, sagenumwobene Orte oder außergewöhnliche Heldinnen und Helden: Was ist der wahre Kern von alten Legenden? Die fünf neuen Folgen der Doku-Reihe "Mythos - Die größten Rätsel der Geschichte" beschäftigen sich mit einer Päpstin, den Amazonen, Robin Hood, König Artus und der Bundeslade. Alle Folgen sind ab sofort in der ZDFmediathek verfügbar.
Mit der Legende von der gelehrten Frau, die zur Päpstin gewählt wurde und die den Namen Johannes Anglicus trug, beschäftigt sich "Die Päpstin". Nach der Ausübung des Pontifikats von 872 bis 882 sollen ihre Nachfolger die Amtszeit verschwiegen haben. Ob das stimmt, fragt Daniela Eberl in ihrem Film. Seit der Antike kursieren Geschichten über ein kriegerisches Volk von Frauen, das jenseits des Mittelmeers lebte. Es soll selbst die tapfersten Männer in Angst und Schrecken versetzt haben: "Die Amazonen". Die Kriegerinnen werden nicht als Göttinnen, sondern immer als Menschen beschrieben. Der Film von Madeleine Dallmeyer sucht nach weiteren Indizien dafür, dass das Volk einst existierte. "Robin Hood" gilt als einer der großen Helden des Mittelalters. Der Film von Jochen Ruderer widmet sich dem legendären Bogenschütz aus dem Sherwood Forest, der von den Reichen nahm und den Armen gab. Hat es den Volkshelden tatsächlich gegeben? Seit Jahrhunderten zieht "König Artus" Menschen auf der ganzen Welt in ihren Bann: Er gilt als mächtig und gerecht, sein Herrschersitz ist Camelot. Mit den Rittern der Tafelrunde zieht er in die Schlacht und erlebt Abenteuer in einer magischen Welt. Der Film von Stefanie Hass fragt nach der Wahrheit hinter der Legende. "Die Bundeslade" soll die Zehn Gebote enthalten haben. Sie gilt als göttliches Symbol und spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte Israels. Ihre Reise ist in der Bibel genau dokumentiert. Doch dann verliert sich ihre Spur. Der Film von Vivien Schwarzenberg skizziert, wie die Forschung jedem Hinweis auf ihre frühere Existenz und ihren Verbleib akribisch nachgeht.