Der Kult-Fantasy-Roman von Wolfgang und Heike Hohlbein "Der Greif" ist ein echter Genre-Klassiker. Prime Video hat das Epos in sechs atemberaubenden Folgen verfilmt und versetzt den Zuschauer damit zurück in die 90er Jahre und das Lebensgefühl einer ganzen Generation.
Die drei Außenseiter Mark (Jeremias Meyer), Memo (Zoran Pingel) und Becky (Lea Drinda) entdecken 1994 in Krefelden die phantastische Welt Der Schwarze Turm. In dieser führt der Greif, ein weltenverschlingendes Monster, ein Schreckensregime und unterjocht gnadenlos alle Lebewesen. Mark scheint dabei der Einzige zu sein, der den Greif stoppen kann. Doch auf die Heldenrolle hat er eigentlich gar keinen Bock - Schule und seine erste große Liebe stressen ihn schon genug. Erst als Marks Bruder Thomas (Theo Trebs) entführt wird, müssen die Freunde in die Welt des Schwarzen Turms aufbrechen und schneller erwachsen werden, als sie es sich je hätten vorstellen können.
Die Serie findet sich seit Ende Mai im Angebot von Prime Video, hier ist ein Making-of in zwei Teilen.
Wenn Schauer-Geschichten wahr werden: In "Kohlrabenschwarz" gehen der Psychologe Stefan Schwab (Michael Kessler), seine Ex-Frau Susanne (Bettina Zimmermann) und die Polizistin Anna Leitner (Bettina Lamprecht) unerklärlichen Ereignissen auf die Spur. Die Serien-Adaption des gleichnamigen Audible-Erfolgs, verfilmt von Tommy Krappweis, ist bei Paramount+ zu sehen. Hier ist eine weitere Featurette.
Hermann Meynert Der Vampir und die Mumie Edition Dornbrunnen, 2021, Taschenbuch, 48 Seiten, 6,00 EUR
Rezension von Carsten Kuhr
Ein wahrer Klassiker, der gleich zwei der beliebtesten Motive der übernatürlichen Literatur für die Leserinnen und Leser bereithält, erwartet uns in dieser Novelle. Es gibt Hinweise darauf, dass der Verfasser - ein Sachse, der später sein Glück in Wien fand - seinen Text als Hommage und eine Art von Fortsetzung zu John William Polidoris „Der Vampir“ angelegt hat. Dabei nutzt er seinen Lord Staunton alias Lord Ruthven als Verbindungsstück.
Johannes Anders Die Okanier Sternenlicht 17 Saphir im Stahl, 2023, Taschenbuch, 164 Seiten, 13,00 EUR
Rezension von Carsten Kuhr
Nach dem desaströsen Krieg gegen die Frogs ist die menschliche Hegemonie auseinandergebrochen. Die Sternenlicht-Vereinigung ist die größte der verbliebenen Sternen-Koalitionen.
Wir schreiben das Jahr 3169. Die Sternenlicht-Vereinigung sieht sich an jeder Grenze Aggressoren gegenüber, die man nicht wirklich einschätzen kann. Während sich Bedrohungen von Außen massieren, findet im Inneren ein schleichender, aber nicht minder gefährlicher Umbruch statt. Eine neue Regierung hat auf Tyrus die Macht übernommen - und neue Besen kehren nicht nur gut, sondern oftmals auch radikal anders. Zöpfe werden abgeschnitten, Seilschaften gesprengt; doch der Eindruck verfestigt sich, dass das Allgemeinwohl hierbei nicht wirklich im Vordergrund steht.
Hier ist ein Trailer zu "Justice League: Warworld", Jeff Wamester führte bei dem Film Regie; er kommt noch diesen Sommer in den USA auf den Heimkino-Markt.
Motörhead - Der Aufstieg der lautesten Band der Welt (Motörhead - The Rise of the Loudest Band in the World, 2021 ) Text: Mark Irwin, David Calcano Zeichnungen: Juan Riera, Alberto Belandria, Jorge Mansilla Übersetzung: Thorsten Bewernitz Cross Cult, 2023, Hardcover, 144 Seiten, 30,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Motörhead gehört heute wohl zu den unvergessenen Kultbands der späten 70er und 80er Jahre, die auf eine jahrzehntelange Geschichte zurückblicken können und zudem die Musikszene ordentlich auf den Kopf stellten, denn nicht ohne Grund nannte man sie „Die lauteste Band der Welt“.
Reinhold Hartl Lysander und Passepartout 2023, Taschenbuch, 228 Seiten, 9,99 EUR
Rezension von Christel Scheja
Der 1964 geborene Reinhold Hartl studierte Theater- und Literaturwissenschaften und unternahm so einige Reisen nach Asien und Südamerika, erst ab den 2000ern arbeitete er als IT-Berater in der Energiebranche. Er liebt es, satirische Theaterstücke und Romane zu schreiben - wie das hier vorliegende Buch „Lysander und Passepartout“.
Bisher ist das Leben des Kleinkriminellen Jimmy eher langweilig verlaufen, doch eines Tages wacht er mitten in der Nacht durch Geräusche auf und stellt den Einbrecher auf frischer Tat. Es ist der Künstler Lysander, der einen besonderen Tick hat: Er muss bereits verkaufte Werke fertig malen. Beide gehen überraschend einen Handel ein. Jimmy hilft von nun an Lysander bei seinem Bestreben, seine Kunst zu perfektionieren, denn er hat ein bisschen mehr Übung und Expertise was das Eindringen in Häuser angeht. Das ist der Beginn eines so wilden wie schrägen Trips durch die Künstlerszene.
Seit Äonen trachten dunkle Mächte nach der Eroberung der Welt. Vor einhundert Jahren starben die letzten beiden Protagonisten dieser unheilvollen Entwicklung. Doch nun kehren sie zurück und setzen ihr zerstörerisches Werk fort: mitten in London. Sie kämpfen nicht nur gegen die Menschheit, sondern auch gegeneinander in: Dracula versus Frankenstein. Duell der Giganten. Neu gestartet ist beim Label Folgenreich die Hörspielserie "Dracula vs Frankenstein" mit der Folge "Das Grauen beginnt": Am Set des neuen Frankenstein-Films wird der Hauptdarsteller ermordet. Ins Visier der Ermittlungen geraten: der aufbrausende Bühnenarbeiter, der arrogante SFX-Spezialist und der zwielichtige Unterweltschurke. Jeder hat ein Motiv. Aber keiner will es gewesen sein. Stattdessen verweisen sie auf einen mysteriösen Herrn in Schwarz, der sich am Set herumgetrieben haben soll - und ein Stück Fledermaushaut hinterlassen hat...
Die Kathedrale NotreDame de Paris - der aufregendste Ort der Welt. Nicht nur Gotteshaus, sondern auch Heimat der Gargoyles, jener mysteriösen Wasserspeier, die dem Adel mit ihren übernatürlichen Kräften uneingeschränkte Macht garantieren. Durch einen Unfall geschieht das Unmögliche: Einer der Gargoyles verbindet sich mit Henri, einem 22jährigen Steinmetzlehrling. Eine Todsünde, da dies nur Angehörigen des Adels zusteht. Henri weiß nicht wie ihm geschieht, gejagt von der Obrigkeit und den anderen Gargoyles muss er fliehen. Als sich herumspricht, dass sich wider aller Tradition ein Mann des Volkes mit einem Gargoyle verbindet, hoffen die Bürger von Paris auf Veränderung. Die Rufe in den Straßen werden immer lauter: Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit! Greg Walters' Hörbuch "Die Gargoyles von Notre Dame" Folge 1 vom Label Ronin findet sich jetzt exklusiv bei Audible.
Mit "preußischer Disziplin" habe er monatelang am dritten Sinclair-Lexikon gearbeitet, erzählt Autor Florian Hilleberg im Interview in der neuen Folge vom "John Sinclair"-Podacst bei YouTube hier. Er berichtet über die besonderen Herausforderungen bei diesem Mammut-Projekt und was die Leser erwartet.
Diese Woche neu erschienen auf CD und digital im Netz ist das Hörspiel "Frankenstein und der Zirkel der Sieben" Folge 9 ("Neuanfang").
Wenn Schauer-Geschichten wahr werden: In "Kohlrabenschwarz" gehen der Psychologe Stefan Schwab (Michael Kessler), seine Ex-Frau Susanne (Bettina Zimmermann) und die Polizistin Anna Leitner (Bettina Lamprecht) unerklärlichen Ereignissen auf die Spur. Die Serien-Adaption des gleichnamigen Audible-Erfolgs, verfilmt von Tommy Krappweis, ist seit heute exklusiv bei Paramount+ zu sehen. Hier ist eine Featurette.
Gebrüder Grimm & Marc Gruppe Grimms Märchen 12 Das Wasser des Lebens - Katze und Maus in Gesellschaft - Der Bärenhäuter Sprecher: Peter Weis, Jürgen Thormann, Claus Thull Emden u.a. Titelbild: Ertugrul Edirne Titania Medien, 2023, 1 CD, ca. 73 Minuten, ca. 10,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
„Grimms Märchen“ von Titania Medien fallen wohl dadurch aus dem Rahmen, dass die Macher keine modernisierten Geschichten präsentieren, sondern alles bewusst in dem Stil halten, der bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts üblich war. So richtet sich auch die zwölfte Sammlung weniger an kleine Kinder als erwachsene Nostalgiker.
Gene Luan Yang American Born Chinese (American Born Chinese, 2021) Übersetzung: Matthias Wieland Cross Cult, 2023, Hardcover, 240 Seiten, 35,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
„American Born Chinese“ ist eine auf Disney+ laufende Actionkomödien-Serie, die mittlerweile so einige Zuschauer begeistert und in den Bann schlägt. Weniger bekannt ist wohl die Graphic-Novel-Vorlage von Gene Luen Yang, der hierzulande durch seine „Avatar: Der Herr der Elemente“-Comics bekannt ist. Cross Cult veröffentlicht sie nun in einem ungewöhnlichen Format.
Richard Horatio Edgar Wallace (1. April 1875 bis 10. Februar 1932) war ein britischer Schriftsteller. Seine Krimis sind vor allem durch die Verfilmungen mit Heinz Drache, Joachim Fuchsberger und vielen anderen bekannt und beliebt. Sie werden immer wieder im deutschen Fernsehen gezeigt. Als uneheliches Kind in London in Armut geboren, verließ Edgar Wallace die Schule im Alter von 12 Jahren. Mit 21 Jahren trat er in die Armee ein und war während des Zweiten Burenkrieges Kriegsberichterstatter für Reuters und die "Daily Mail". Hoch verschuldet verließ er Südafrika, kehrte nach London zurück und begann, Krimis zu schreiben, um sein Einkommen aufzubessern, und veröffentlichte Bücher wie "Die vier Gerechten" (1905). Ausgehend von seiner Zeit als Reporter im Kongo, wo er über die belgischen Gräueltaten berichtete, schrieb Wallace Kurzgeschichten in Zeitschriften wie "The Windsor Magazine" und veröffentlichte später Sammlungen wie "Sanders of the River" (1911).
Diese Kurzgeschichtensammlungen, zwölf an der Zahl, werden derzeit bei Scratch mit monatlich einem Band als Taschenbuch neu herausgegeben (je ca. 300 Seiten, je 13,00 EUR). Simon Faulhaber gestaltete die Titelbilder, die sich alle ähneln und dennoch unterschiedlich sind. Ein kleiner Gimmick ist, dass er auf dem Buchrücken nur einen Buchstaben aus dem Namen Edgar Wallace schrieb. Auf diese Weise kann man den vollständigen Namen des Autors lesen, wenn die Reihe vollständig im Regal steht.
Im Mittelpunkt der meisten Erzählungen steht Bezirksamtmann Sanders. Er ist ein britischer Kolonialbeamter. Seine Aufgabe ist es, in den britischen Kolonien in Afrika, Recht und Ordnung durchzusetzen. Nebenbei erfährt der Leser zwischen den Zeilen viel über den Kolonialismus vor der Zeit des Ersten Weltkrieges. Als Kolonialismus wird die Inbesitznahme auswärtiger Territorien und die Unterwerfung, Vertreibung oder Ermordung der ansässigen Bevölkerung durch eine Kolonialherrschaft bezeichnet. Kolonisten und Kolonialisierte stehen einander dabei kulturell in der Regel fremd gegenüber. Sanders wird als Bezirksamtmann in die Hauptrolle gedrängt. Er ist bemüht, den Frieden der afrikanischen Stämme aufrechtzuerhalten und weiße Händler und deren Ausbeutungsabsichten fernzuhalten. Es ist eine Zeit, in der die großen Weltmächte um koloniale Ehren wetteifern, eine Zeit des Ju-Ju, der Medizinmänner und eines unruhigen Friedens mit Bosambo, dem beeindruckenden Häuptling der Ochori. Als Bezirksamtmann Sanders in Urlaub geht, übernimmt der vertrauenswürdige Leutnant Hamilton die Verwaltung der afrikanischen Territorien. Doch wieder einmal schafft es der störanfällige Francis Augustus Tibbetts, genannt Bones, obwohl er eigentlich helfen will, nur seine eigene Art von unschuldigem und liebenswertem Unfug zu verbreiten.
Die "Afrika"-Erzählungen erschienen von 1911 bis 1928 in Großbritannien. Die Erstveröffentlichung in Deutschland erfolgte von 1929 bis 1937.
Übersicht der "Afrika"-Erzählungen: 1911 Sanders vom Großen Fluss 1911 Die Eingeborenen vom Großen Fluss 1913 Der Diamantenfluss 1914 Bosambo vom Großen Fluss 1915 Bones 1917 Bewahrer des königlichen Friedens 1918 Lieutenant Bone 1921 Bones in London 1922 Sanders der Königsmacher 1923 Bones vom Großen Fluss 1926 Sanders 1928 Nochmal Sanders
Von Filmemacher Yorgos Lanthimos und Produzentin Emma Stone kommt die phantastische Geschichte von Bella Baxter (Emma Stone), einer jungen Frau, die von dem ebenso brillanten wie unorthodoxen Wissenschaftler Dr. Godwin Baxter (Willem Dafoe) von den Toten zurück ins Leben geholt wird. Unter Baxters Anleitung und Schutz ist Bella begierig, zu lernen. Sie ist hungrig auf das Leben und die Lebenserfahrung, die ihr fehlt. Mit Duncan Wedderburn (Mark Ruffalo), einem raffinierten und verrufenen Anwalt, bricht sie zu einem rasanten Abenteuer über die Kontinente auf. Sie befreit sich immer mehr von den Zwängen und Vorurteilen ihrer Zeit und wächst zunehmend in ihrer Entschlossenheit, für Gleichheit und Freiheit einzutreten.
"Poor Things" ist in den US-Kinos ab dem 8. September zu sehen, ein deutscher Starttermin steht noch nicht fest. Hier ist ein erster Trailer.
Die Grauen Bastarde Die Geteilten Lande 1 (The Grey Bastards, 2015) Übersetzung: Helga Parmiter Titelbild: Larry Rostant Panini, 2022, Paperback, 572 Seiten, 19,00 EUR
Rezension von Carsten Kuhr
Einst, Jahrzehnte ist es mittlerweile her, waren sie Sklaven. Die Rede ist von den Halborks, Früchten einer immer erzwungenen Zusammenkunft einer Menschenfrau, über die ein Ork herfiel. Sofern diese die Leidensgeschichte überlebte und Nachwuchs gebar, wurde die Leibesfrucht als Sklave in den Silberstollen zum Schürfen des Edelmetalls gehalten.
Später wechselte die Herrschaft, die Sklaverei blieb.
Edgar Rice Burroughs Die Auferstehung des Jimber Jaw (The Ressurection of Jimber Jaw, 1937) Übersetzung: Johannes Schmidt Edition Dornbrunnen, 2022, Taschenbuch, 44 Seiten, 6,00 EUR
Rezension von Carsten Kuhr
Edgar Rice Burroughs hat in seiner Jugend, lang vor seinem Erfolg als Autor von John Carter („Barsoom“-Zyklus) und Tarzan so einige Schicksalsschläge auszuhalten. Seine ersten literarischen Gehversuche stießen auf wenig Gegenliebe; vorliegende Kurzgeschichte wurde erst, als seine Karriere bereits durchgestartet war, 1937 in „Argosy“ veröffentlicht.
Zwei Erfinder und Pioniere wollen der Welt beweisen, dass ihr Flugzeug alles bislang Bekannte weit in den Schatten stellt. Der Flug nach Russland steht allerdings unter keinem wirklich guten Stern. Sie havarieren im Niemandsland, in einer Welt des ewigen Eises. Und in exakt diesem stoßen sie auf den tiefgekühlten Körper eines Urzeit-Menschen. Als es ihnen gelingt, den 50.000 Jahre alten Mann aufzutauen, kommt dieser zunächst in der Gegenwart gut zurecht - bis…
Henry Rider Haggard Smith und die Pharaonen Übersetzung: Meiko Richert Titelbild: Frederick Arthur Bridgman Edition Dornbrunnen, 2017, Taschenbuch, 96 Seiten, 8,00 EUR
Rezension von Carsten Kuhr
Sir Henry Rider Haggard dem Freund der Abenteuer-Literatur vorzustellen, hieße Eulen nach Athen tragen. Seine phantastisch angehauchten Ayesha-Romane und die Allan-Quatermain-Titel sind auch heute, mehr als hundert Jahre nach ihrem Entstehen, lesbar und haben Generationen von Leserinnen und Leser förmlich an die Seiten gebannt.
In der Edition Dornbrunnen erscheinen die „Dornbrunnen Taschenschmöker“. In den kleinen, dünnen Bändchen zu einem unschlagbaren Preis, legt der Verlag vergessene Preziosen - zumeist eher Kurzgeschichten und Novellen - in deutscher Erstveröffentlichung auf.