S. A. Barnes: Death’s Daugther (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Freitag, 06. November 2026 06:55

S. A. Barnes
Death’s Daugther
Erbe der Uralten 1
(Death’s Daugther. 2026)
Übersetzung: Julia Schwenk
Titelbild: Stefanie Gauger
Illustrationen: Betty Jiang
Bramble, 2026, Hardcover, 448 Seiten, 25,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Dark Academia hat sich gerade aktuell stark in der Fantasy und Romantasy etabliert, erlaubt es doch den Autorinnen ohne viel Aufwand, klassische College-Liebesgeschichten in ein leicht phantastisches Umfeld zu betten, ohne sich viele Gedanken um irgendeine Welt machen zu müssen. Das ist auch bei „Death’s Daughter“ nicht viel anders.
Jocasta hat ihren College-Platz an der renommierten Beecher Universität nicht grundlos gewählt, denn hier kann sie ihre Natur am Besten verbergen und ist vor den dunklen Seiten der Welt geschützt. Denn sie hat ein Geheimnis - ist sie doch die Tochter des Todes, die sich von negativen Gefühlen ernähren muss, um zu überleben.
Das bekommt sie hier in angenehmen Dosen geliefert, ohne jemandem wirklich Schaden zufügen zu müssen. Sie hat sich deshalb gut einrichten können, mit Freunden, aber auch einer Affäre mit einem Dozenten. Dann aber taucht Devon an der Uni auf. Er ist nicht nur gutaussehend, sondern wie sie nicht ganz menschlich. Und er bringt Jocasta eine Botschaft.
Sie kann und darf sich nämlich nicht länger vor ihrem Erbe verstecken, denn ihr Vater möchte sich zurückziehen und hat sie zu seiner direkten Nachfolgerin gemacht - mit allem, was dazu gehört. Das passt der jungen Frau allerdings gar nicht, sie beginnt sich mit Händen und Füßen zu sträuben.
Da hilft es auch nicht, dass Devon, ein Nachfahre der Lust, versucht, auf sie einzuwirken. Erst als sich um sie herum seltsame Todesfälle häufen, beginnt Jocasta nachzudenken.
Und das ist es auch, was das Buch ausmacht. Denn die Heldin ist nicht so naiv wie andere, sondern wirkt eher nachdenklich und ist mit ihrer dunklen Seite mehr als vertraut.
Allerdings will sie sich auch nicht zum Spielball der Launen ihres Vaters machen lassen, zumal sie ihre menschliche Seite schätzt. Diese wird in der ersten Hälfte des Buches erst einmal in allen Details aufgebaut, vermutlich um deutlich zu machen, was sie verlieren wird, wenn sie keine Lösung findet.
Und natürlich sitzt sie bald zwischen den Stühlen, weil sie zwar auf der einen Seite eng mit Carter verbandelt ist, auf der anderen Seite aber auch Devon seinen Reiz hat. Wirkliche Spannung kommt allerdings erst auf, als die ersten seltsamen Todesfälle in Jocastas Umfeld geschehen und deutlich wird, dass da jemand bewusst seine Finger mit ihm Spiel hat.
Dann legt auch die Handlung ordentlich los. Sie endet zwar in sich geschlossen, es wird aber auf der letzten Seite auch deutlich, dass der Kampf für die Heldin erst richtig beginnt.
Alles in allem werden natürlich wieder jede Menge Klischees bedient, die das College-Leben und die jungen Helden so mit sich bringen, allerdings bleiben das Setting und auch viele Nebenfiguren sehr blass. Ein Lichtblick ist dagegen die Heldin, die weitaus selbstbewusster und reflektierter auftritt und sogar eine recht zynische Ader hat, wenn es darum geht, das Erbe ihres Vaters anzunehmen und auch mit allen Konsequenzen auszuüben.
„Death’s Daughter“ bietet auf den ersten Blick eine klassische Dark-Academia-Geschichte mit einer der üblichen Liebesgeschichten, durchbricht aber immer wieder die bekannten Klischees und bietet vor allem eine interessante Heldin, deren Gedankenwelt frischen Wind in das Genre bringt. Allerdings sollten Lesende etwas Geduld mitbringen, da die Handlung einige Zeit braucht, um in die Gänge zu kommen.