Gry Kappel Jensen: Tochter von Blut und Schwert (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Freitag, 06. November 2026 06:50

Gry Kappel Jensen
Tochter von Blut und Schwert
Eventyr-Saga 2
(Blöd, sne og sod (Eventyrsagaerne 1), 2025)
Übersetzung: Meike Blatzheim & Sarah Onkels
Carlsen, 2026, Hardcover, 304 Seiten, 15,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Mit „Tochter des Nebelwaldes“ startete die „Eventyr“-Saga der dänischen Autorin Gry Kappel Jensen. Da die Geschichten nur lose zusammenhängen und abgeschlossene Geschichten erzählen, wendet sich „Tochter von Blut und Schnee“ einem ganz anderen Charakter und seiner eigenen Welt zu.
Eigentlich führt Mai als Prinzessin ein Leben, von dem viele andere Mädchen nur träumen können. Aber sie ist von ihrer Familie in einen einsamen Turm verbannt worden, weil sie die Fähigkeit besitzt, in die Zukunft zu blicken, eine Gabe, die gemeinhin nur Hexen beherrschen, die in diesem Land gejagt werden.
Als sie das nicht länger verbergen kann, weil sie doch ab und zu in die Gesellschaft geholt wird, bleibt ihr nur noch die Flucht, wenn sie nicht sterben will. Unterstützt wird sie dabei von dem geheimnisvollen Pagen Johannes, der wie ein Retter in der Not erscheint. Aber kann sie ihm wirklich vertrauen?
Es ist schon interessant, dass die Autorin diesmal nicht einfache Menschen in den Fokus ihrer Geschichte stellt, sondern tatsächlich diesmal das Kaiserhaus. Man darf nicht nur miterleben, wie Mai dort lebt, sondern auch, was sie selbst als Prinzessin fürchten muss. Dabei kommen nach und nach immer mehr Geheimnisse ans Licht, die auch gewissen Dingen endlich einen verständlichen Hintergrund bringen.
Zudem lernt die Prinzessin so Einiges über das einfache Volk und dessen Leben, als sie fliehen muss. Und später landet sie sogar in der Hütte Nebulas. Die Autorin schafft damit eine Verbindung zum ersten Roman und lässt auch die Hauptfiguren aus diesem Buch Auftritte haben. Und nicht zuletzt scheint sie auch eine Fortsetzung anzuteasern.
In erster Linie wird aber die Geschichte von Mai erzählt und zu einem gewissen Ende gebracht. Dabei werden so einige Weichen gestellt, es gibt auch einige Überraschungen, mit denen selbst erfahrene Leser nicht rechnen dürften.
Dabei mischt die Autorin munter verschiedene Kulturen miteinander, das Setting ist interessanterweise nicht ganz westlich geprägt. Alles in allem scheinen das aber nur Kleinigkeiten zu sein, die der Geschichte ein exotischeres Setting geben. Und nicht zuletzt steht weniger eine romantische erste Liebe im Vordergrund als die Reise der Prinzessin, die von einem abgeschotteten und einsamen Mädchen zu einer Heldin heranreift - also das Thema, was wohl die meisten Young-Adult-Romane ausmacht.
Phantastische Elemente sind vorhanden, werden aber nicht unbedingt vertieft und bis ins kleinste Detail erklärt.
„Tochter von Blut und Schnee“ ist der zweite Band der „Eventyr“-Saga und erzählt die Geschichte auf interessante Weise und mit einem neuen Charakter weiter, dessen Abenteuer auch den Hintergrund erweitert und einige Dinge erklärt, die im ersten Band offenblieben. Aber immerhin muss man diesen nicht kennen, um alles zu verstehen, da die wichtigsten Punkte erklärt werden.