Margaret Weis & Tracy Hickman. Die Legenden der Drachenlanze (Buch)

Margaret Weis & Tracy Hickman
Die Legenden der Drachenlanze
Drei Romane in einem Band: Die Zeit der Zwillinge, Der Krieg der Zwillinge & Die Prüfung der Zwillinge
(The Legends of the Dragonlance 1: Time of the Twins (1986), The Legends of the Dragonlance 2: War of the Twins (1986), The Legends of the Dragonlance 3: Test of the Twins (1986))
Übersetzung: Marita Böhm
Penhaligon, 2026, Hardcover, 1088 Seiten, 39,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Nach dem durchschlagenden Erfolg von „Die Chronik der Drachenlanze“ ließ es sich das Autorenduo Margaret Weis und Tracy Hickman nicht nehmen, gleich eine weitere Trilogie nachzuschieben. Anders als die erste Saga beruhen „Die Legenden der Drachenlanze“ allerdings nicht auf Rollenspiel-Sessions, schreiben die Geschichte selbst aber nahtlos weiter.

 

Die Pläne der dunklen Göttin Takhisis konnten vereitelt und sie selbst im Abyss eingesperrt werden. Zudem sind die anderen Götter nach über dreihundert Jahren wieder nach Krynn zurückgekehrt und beginnen, den Menschen wieder Hoffnung zu schenken. Denn immerhin ist der Krieg noch nicht ganz vorbei, sammeln sich doch die Anhänger von Takhisis aufs Neue.

Einen großen Anteil an dem Sieg hatte auch Rastlin Majere. Allerdings hat er sich dazu entschieden, seine ehrgeizigen Pläne weiter zu verfolgen und seine Freunde, ja sogar seinen Bruder zu vergessen. Er wird damit zu einer weiteren Gefahr, die den Frieden auf Krynn gefährdet, denn niemand kann ahnen, was der frischgebackene Erzmagier wirklich vorhat.

Und vor allem, wird er sich auf die Seite des Bösen schlagen, wie viele mutmaßen? Seine ehemaligen Freunde und sein Bruder Caramon haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, ihn zu „retten“ - wenn er denn gerettet werden will. Deshalb machen sie sich auf, ihm zu helfen.

Zudem scheint auch die Klerikerin Crystania von Palanthas eine Anziehung auf den Magier auszustrahlen, die ihn ebenfalls von seinen Plänen abbringen könnte. Oder? Das Ringen um die Vorherrschaft kann auch sie nicht aufhalten, denn Kitiara und die anderen Drachenfürsten entfachen den Krieg aufs Neue. Diesmal haben sie auch den untoten Lord Soth auf ihrer Seite.


Und das sorgt natürlich gleich auch wieder für Action an allen Fronten, welche die Helden auf klassische Weise herausfordern wird, so dass die Handlung wieder einmal mehrgleisig fährt, diesmal aber auch Einblicke in die Pläne und Machenschaften der Bösen erlaubt und damit vor allem Kitiara und Dalamar, einem Dunkelelfen und Unterstützer Raistlins, mehr Charakter gibt.

Wie auch schon der erste Band der Saga sind natürlich auch „Die Legenden der Drachenlanze“ keine Meisterwerke der Fantasy-Literatur, aber dennoch Klassiker, weil die Autoren beweisen, dass auch sie und ihre Figuren sich weiterentwickeln können. Zudem arbeiten sie die beliebtesten Figuren der Saga aus und geben ihnen noch weitere Facetten. So bekommt vor allem Rastlin einen ausgefeilten Charakter, was ihn zu einem faszinierenden Antagonisten macht, der mehr Farbe zeigt als die etablierten Bösewichte.

Bedient werden natürlich auch weiterhin altgediente Klischees, die vor allem das Rollenspiel damals groß gemacht haben, was Manches, wenn auch nicht alles in der Handlung vorhersehbar macht. Aber der Stil und auch die Übersetzung wirken nun ausgereifter, lassen sich flott lesen und bieten zudem angenehm kurzweilige Unterhaltung, die von der Wirklichkeit ablenken will, wenn auch nicht mehr.

Ein Einstieg in die Serie ist durchaus möglich, allerdings merkt man sehr schnell, dass Vieles nicht mehr sonderlich erklärt wird und auch die Dynamik zwischen den Figuren bereits so etabliert ist, dass ohne Vorwissen dann doch etwas fehlt.

Die Trilogie erscheint wie ihr Vorgänger letztes Jahr auch wieder in einer edlen Sonderausgabe und im Hardcover., die sich im Regal gut macht. Einziger Minuspunkt ist die nur schwer lesbare Karte auf den Vorsatzseiten. Und vielleicht wäre auch ein Bildtafel-Teil mit den früheren Titelbildern nett gewesen.

„Die Legenden der Drachenlanze“ setzt die Saga gelungen weiter fort und bietet die Fortsetzung des klassischen Pen-und-Paper-Fantasy-Abenteuers, das in erster Linie Fans wieder in die Geschichte eintauchen lässt und vor allem die Geschichte der Helden glaubwürdig und spannend weiterschreibt, nachdem in der ersten Trilogie doch noch so einige Fragen offengeblieben waren.