Jen Williams: The Dreamless (Buch)

Jen Williams
The Dreamles
Sleepless 2
(The Dreamless, 2026)
Übersetzung: Alexandra Ernst
Fischer Sauerländer, 2026, Hardcover, 416 Seiten, 20,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

In „The Sleepless“, dem ersten Band ihrer Dilogie, baute die britische Buchhändlerin und Redakteurin ihre Welt auf und führte das komplexe Beziehungsgefüge zwischen ihren Hauptfiguren ein. Nun setzt sie die Young Adult Fantasy in „The Dreamless“ fort und schließt sie auch schon ab.


Elver hat das Opfer überlebt und von der Schlangenkönigin selbst ein neues Herz erhalten. Aber sie ist im Kern menschlich geblieben, auch wenn sie nun zwischen den unzähligen Göttern und den Sterblichen steht. Schwierig ist auch, wen sie lieben soll, denn immerhin empfindet sie genau so viel für Artair wie auch für Lucian.

Aber da sich der einfühlsame Mönch und der düstere Magier einen Körper teilen, werden sie auch zur Zielscheibe der neuen Mächte, die sich des Waldes bemächtigt haben und diesen mit ihrer Dunkelheit und Grausamkeit überziehen.

Letztendlich liegt es nun an Elver, die beiden zu beschützen und eine Lösung für das Dilemma zu finden.


Die Konflikte zwischen den sehr unterschiedlichen Tiergöttern, die Jen Williams im ersten Band noch aufgebaut hat, brechen nun offen aus, eskalieren auch durch die Sterblichen, die sich davon mehr magische Macht und vielleicht auch noch mehr erhoffen. Dazu scheinen ausgerechnet die beiden jungen Männer ein Schlüssel zu sein.

Artair und Lucian haben sich mittlerweile miteinander arrangiert, gerade nachdem der junge Mönch erfahren hat, wer und was in ihm steckt. Denn ausgerechnet der junge Magier verbirgt etwas, was gewisse Leute gerne von ihm haben möchten, so dass die beiden mehr oder weniger auf der Flucht sind.

Zudem nehmen die Grausamkeiten der Gegenspieler zu, was auch Elver immer mehr in Rage bringt, hat sie doch letztendlich erkannt, wem sie am Meisten vertrauen kann, und nutzt das auch entsprechend aus.

Die Geschichte gewinnt durch diese Konflikte deutlich an Spannung und auch die Auflösung kann sich entsprechend sehen lassen. Dadurch entwickeln sich alle Charaktere sehr interessant weiter. Dabei geht es vor allem um persönliche Entscheidungen, die Gefühle füreinander dürfen nur gelegentlich an die Oberfläche kommen. Denn letztendlich geht es um mehr als die Liebe - um die Rettung und Stabilisierung ihrer kleinen Welt für Götter und Sterbliche gleichermaßen. Daher passt auch der Abschluss wunderbar zur Geschichte.

„The Dreamless“ ist damit sehr typische Young Adult Fantasy, wachsen die jungen Helden doch in ihre Rollen hinein und entwickeln sich dadurch auch charakterlich weiter. Zudem gibt es ein spannendes magisches Abenteuer mit recht intelligenten Problemlösungen. Romantische Gefühle bleiben eher eine nette Dreingabe als zum Hauptthema zu werden.