Sara Beth Durst: Sea of Charms - Das sanfte Lied der Freiheit (Buch)

Sara Beth Durst
Sea of Charms - Das sanfte Lied der Freiheit
(Sea of Charms, 2026)
Übersetzung: Aimée de Bruyn Ouboter
Tor, 2026, Hardcover, 464 Seiten, 25,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Ein drittes Mal, vielleicht nicht zum letzten Mal, kehrt Sarah Beth Durst in die Welt zurück, die sie in „Spellshop - Vom Zauber der kleinen Dinge“ das erste Mal besuchte. Diesmal legt sie sich nicht auf einen Schauplatz fest, sondern bereist in „Sea of Charms - Das sanfte Lied der Freiheit“ die gesamte Inselwelt. Auch dieses Buch ist der Cozy Fantasy zuzurechnen.


Marin hat die See schon immer geliebt und sich deshalb auch einen Traum erfüllt. Denn auch wenn es sie viel kostet, reist sie mit einem Segelschiff über das Meer, zumeist um Waren von einem Ort zum anderen zu bringen. Mit an Bord oder zumindest nahe dran sind die Seeschlange Perri und der Wachsmyrtenstrauch Ree.

Allerdings bekommt auch sie das Ende des Kaiserreichs und die daraus resultierenden Wirren zu spüren. Ihre größte Sorge aber ist, dass sie ihren Geliebten Dax verliert, der als begabter Musiker in der Hauptstadt lebt. Um ihn an sich zu binden, bittet sie ihn auch, zum Erntefest in Heimatort ihrer Eltern ihren Freund zu spielen.


Marin hatte bereits mehrere Auftritte in den beiden andere Romanen, wenngleich sie dort eher eine absolute Nebenfigur blieb. Allerdings gewann sie schon in der zweiten Geschichte an Bedeutung, so dass es nicht verwundert, sie nun noch besser kennenzulernen. Und wenn man genauer liest, könnte bereits der Charakter für ein weiteres Buch feststehen.

Aber jetzt gilt es erst einmal, diese Geschichte zu genießen, die den Tonfall der beiden ersten Romane erneut einfängt. Es geht um die kleinen Dinge im Leben, die die Helden glücklich und zufrieden machen - wie in diesem Fall Marin, die es liebt über das Meer zu ziehen und die Weite der See zu genießen. Dementsprechend lauern auch keine großen Gefahren oder fiese Feinde auf sie, tatsächlich sind es eher Probleme, die sich schnell lösen lassen und auch noch dafür sorgen, neue Freunde zu gewinnen.

Es liest sich manchmal schon sehr rührig und vielleicht sogar ein wenig kitschig, aber das gehört auch dazu. Immerhin sind die Schwerpunkte etwas anders, so dass die Geschichte nicht langweilig wird und es viele Querverweise zu den beiden ersten Romanen gibt, die man als Fan entdecken kann. Dennoch bleibt die Geschichte auch für Neueinsteiger verständlich, da die wesentlichen Inhalte passend erklärt werden.

Die Figuren sind wie gewohnt sympathisch gezeichnet, der Hintergrund ist auf eine Wohlfühl-Atmosphäre ausgerichtet, die entspannendes Lesevergnügen verspricht. Gerade wenn man etwas braucht, um sich vom Alltag abzulenken, findet man hier zumindest für einige Stunden die passende Zuflucht, denn die leichtfüßige Geschichte bringt einen immer wieder auch zum Schmunzeln.

„Sea of Charms - Das sanfte Lied der Freiheit“ bietet rundum zufriedenstellende Cozy Fantasy, die all das bietet, was man in stressigen und auch kalten Zeiten gebrauchen kann. Eine Welt, in der trotz Schwierigkeiten alle Probleme eine Lösung haben und sich die Figuren mit Offenheit, Freundlichkeit und Mitgefühl begegnen dürfen. Ideale Lektüre für kalte Herbst-Abende also.