The Red Sleeve 2 (Comic)
- Details
- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Freitag, 18. September 2026 07:05

The Red Sleeve 2
Text Webnovel: Kang Mikang
Text Webtoon: Dopamine
Zeichnungen: Creative SUMM
Übersetzung: Alexandra Dickmann
Manhwa Cult, 2026 Paperback, 288 Seiten, 18,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
„The Red Sleeve“ taucht nicht in eine bunte Fantasy-Welt ein, sondern in die Kultur und das Leben der Menschen am Hof von Joseon, wie Korea im 18. Jahrhundert hieß. Die Handlung folgt einem eigenwilligen jungen Hoffräulein mit vielen Talenten, die normalerweise nicht zu einer Frau passen sollten.
Deok-im ist eine hochbegabte Geschichten-Erzählerin, Literatin und Kalligraphin. Ihr Leben als Hoffräulein ermöglicht es ihr, auf große Teile der königlichen Bibliothek zurückzugreifen, wenn auch nicht auf alle, denn einige Texte werden nicht gerne in den Händen von Frauen gesehen.
Da sie der launische Kronprinz beim Ausleihen verbotener Werke erwischt hat, stellt er sie nun auch noch auf die Probe und unterzieht sie einem strengen Verhör. Doch Deok-im weiß mit Geschick zu parieren. Und so bleibt es nicht aus, dass er sich noch mehr als vorher mit ihr beschäftigt.
Er nimmt sie nun ganz in seine Dienste, was zu mehr Schwierigkeiten führt, denn das Mädchen ist ein wenig zu unvorsichtig und leistet sich weitere Fehltritte, was sein Misstrauen noch mehr weckt. Denn immerhin steht auch er vor einer großen Veränderung in seinem Leben. Er soll früher als erwartet der Regent und nächste König von Joseon werden, was natürlich bedeutet, dass er sich mit immer mehr Intrigen und Schwierigkeiten herumschlagen muss und an jeder Ecke Verrat wittert.
Davon ahnt Deok-im allerdings nichts. Sie erlebt stattdessen mit, wie sich andere Hoffräulein durchbeißen müssen und im Rang aufsteigen, wenn auch durch weitaus weiblichere Tugenden.
Es ist schon spannend zu sehen, wie streng die Hierarchien des Zusammenlebens geregelt sind in diesem Palast. Und das macht auch den besonderen Reiz dieser Geschichte aus. Das Zusammenspiel aus Kultur und Traditionen ist ungewohnt genug, um Spannung zu erzeugen, die Charaktere bekommen genug Raum, um sich weiterzuentwickeln. Und wie so oft schimmern auch im Hintergrund so einige Intrigen durch, die noch für Drama sorgen dürften.
„The Red Sleeve“ spitzt sich im zweiten Band deutlich zu, denn Deok-im und der Kronprinz bekommen mehr miteinander zu und es knallt immer wieder zwischen ihnen. Aber auch die ungewohnt fremde Kultur macht neugierig darauf, mehr über diese vergangene Welt zu erfahren und sich dabei gut unterhalten zu lassen.