Sara Raasch & Beth Revis: Crimson Throne - Lass niemals einen Verräter in dein Herz (Buch)

Sara Raasch & Beth Revis
Crimson Throne - Lass niemals einen Verräter in dein Herz
Spy and Guardian 1
(The Crimson Throne, 2025)
Übersetzung: Ulrike Schimming
Cove, 2026, Hardcover, 448 Seiten, 24,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Beth Revis und Sara Raasch haben sich beide schon einen Namen als eigenständige Autorinnen phantastischer Romane gemacht. Aber gelegentlich finden sie sich auch zu einem gemeinsamen Projekt zusammen, so wie bei „Crimson Throne - Lass niemals einen Verräter in dein Herz“, dem ersten Band der „Spy and Guardian“-Reihe.


Alyth dient dem schottischen Thron als Leibwächterin der Königin Maria Stuart, die von vielen Seiten bedroht wird. Und einige davon sind nicht einmal ganz menschlich. Zudem hat die junge Frau als Halbfae noch eine andere ganz wichtige Aufgabe zu erfüllen, die ebenfalls nicht ganz ohne ist.

Nun wird auch noch der junge englische Straßenkämpfer Samson eingeschleust, um seinem Vater als Spion zu dienen. Nicht ganz freiwillig, wie sich zeigt, denn er hat mit einem dunklen Fluch zu kämpfen. Alyth versucht ihm nicht zu trauen, aber schon bald kann sie sich einer gewissen Anziehung nicht mehr erwehren.


Eigentlich sind die beiden jungen Helden nicht unbedingt die Feinde, als die man sie darstellen möchte, denn sie haben eine große Gemeinsamkeit: Sie sind mehr oder weniger Spielbälle in den Händen der Mächtigen, vorzugsweise ihrer Väter, die sie beide in Situationen bringen, in denen sie schon bald abwägen müssen, was ihnen wichtiger ist.

Das Ganze ist mitten in der Blüte der Elisabethanischen Ära angesiedelt und mischt historische Fakten mit einem ordentlichen Schuss passender Feen-Mythen und Shakespeare‘schen Dramas. Denn natürlich bleibt im Hintergrund auch die Konfrontation zwischen Schotten und Engländern, den Königinnen Maria Stuart und Elisabeth I. nicht aus.

Man merkt, dass sich die Autorinnen schon ein wenig mit den Mythen und Sagen um die verschiedenen Feenvölker in der damals zeitgenössischen Fassung beschäftigt haben. Denn das den Menschen halbwegs gewogene, wenn auch herablassende „Schöne Volk“ bekommt ebenso seinen Raum wie die bösartigen „Rotkappen“, die hier Red Caps genannt werden.

Alles in allem nutzen sie aber die in der Romantasy heute üblichen Stilmittel, bringen die beiden Helden zusammen, verwickeln sie in Intrigen und lassen sie schnell spüren, dass sie besser zusammenarbeiten sollten.

Und nicht zuletzt bringt auch der Fluch, der über Samson liegt, ein wenig Zündstoff in die Beziehung. Positiv zu nennen ist dabei, dass die beiden Charaktere gar keine Zeit bekommen, übereinander herzufallen, so dass der leidenschaftliche Part außen vor bleibt. Dadurch bekommt das an Intrigen reiche Abenteuer einen weitaus höheren Stellenwert.

Die Geschichte wird recht unterhaltsam in Szene gesetzt und ist flott geschrieben. Allerdings sollte man nicht zu viele Überraschungen erwarten, denn die Autorinnen bedienen in erster Linie die Wünsche junger Leserinnen.

„Crimson Throne - Lass niemals einen Verräter in dein Herz“ gehört zu den romantischen Geschichten mit Magie und Feen, die sich ein wenig mehr Zeit für die Figuren und das Abenteuer nehmen. Auch wenn die Autorinnen viele bekannte Muster bedienen, so ist die Geschichte doch kurzweilig zu lesen und weiß zumindest für eine Weile nett zu unterhalten.