The Red Sleeve 1 (Comic)

The Red Sleeve 1
Text Webnovel: Kang Mikang
Text Webtoon: Dopamine
Zeichnungen: Creative SUMM
Übersetzung: Alexandra Dickmann
Manhwa Cult, 2026, Paperback, 272 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Manche koreanische Webtoons oder Manhwas sind weniger phantastisch als eher mit der farbenprächtigen Geschichte des Landes verbunden. Man merkt dadurch auch, wie eng sich die Kultur an die Chinas anlehnt, aber doch anders ist, wie man in „The Red Sleeve“ wieder wunderbar bemerken kann. Die Geschichte ist im Joseon des 18. Jahrhunderts angelehnt.


Deok-im besitzt eine außergewöhnliche Begabung, die sie als junge Frau nur nicht so wirklich ausleben kann. Schon als Kind bezaubert sie die Stadtbevölkerung mit ihrer Erzählkunst und ihrer breitgefächerten literarischen Souveränität und ihrer erlesenen Kalligraphie. Als Hoffräulein hat sie vielleicht Zugriff auf ein paar mehr Schriften, muss aber auch ziemlich aufpassen, schon, als sie noch ein Kind ist. Doch das Wohlwollen des alten Königs und der amtierenden Königin helfen ihr, sich zu vervollkommnen.

Nur einer steht ihr skeptisch entgegen und das ist der launische und unberechenbare Kronprinz, mit dem sie bei ihrem Dienst am Hofe mehrfach aneinandergerät. Dennoch kann man nicht leugnen, dass es irgendwie zwischen ihnen funkt. Allerdings hat auch noch der engste Berater und Freund ein Wörtchen mitzureden und sie nehmen Deok-in deshalb auch bewusst unter die Lupe, finden heraus, aus welcher Familie sie stammt, und warum sie überhaupt am Hof ist.


Dabei fallen immer wieder interessante Hinweise und Andeutungen, auch wenn die Familie der jungen Frau weiterhin nur erwähnt, aber nicht gezeigt wird. Stattdessen taucht die Geschichte gelungen in die längst vergangene Welt ein.

Zeichnungen und Farben vertiefen die Atmosphäre deutlich.

Die Erzählweise bleibt ruhig und zurückhaltend, dennoch entwickelt sich die Handlung mit einem guten Schuss an Spannung, merkt man doch auch, dass alles in einen viel komplexeren Hintergrund eingebaut ist und mitnichten nur eine Liebesgeschichte werden dürfte. Denn es steckt wohl mehr hinter einigen Dingen als gedacht.

Der erste Band von „The Red Sleeve“ stellt die Weichen für eine spannende Geschichte aus dem 18. Jahrhundert, in dem Korea noch Joeseon war. Wie weit das historisch korrekte ist, sei dahingestellt - es fühlt sich aber so an, dass zumindest das Leben und die Hierarchien am Hofe gut recherchiert wurden.