Anette Schaumlöffel: Die Kämpferin - In einem Land nach unserer Zeit 3 (Buch)

Anette Schaumlöffel
Die Kämpferin
In einem Land nach unserer Zeit 3
2026, Paperback, 316 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Bisher war die Welt, die Anette Schaumlöffel in ihrer „In einem Land nach unserer Zeit“-Trilogie präsentierte, überraschend positiv gestimmt, am Ende von „Die Reisende“ und in „Die Kämpferin“ aber macht sie deutlich, dass sich einige Dinge scheinbar nicht geändert haben, wenn man bestimmten Leute die falschen Dinge in die Hand gibt.


Ragin ist dem Ruf von Roger gefolgt, einem Mann, der wie sie Jahrhunderte in einer Station überdauert hat. Doch leider hat der einen schwerwiegenden Fehler begangen und Leuten Wissen vermittelt, das diese schamlos ausnutzten, um umliegende Gemeinschaften, aber vor allem auch Frauen, zu unterjochen.

Ragin, die fast ihr Leben verloren hatte, merkt nun, dass auch unter den Frauen fähige Köpfe sind, und tut sich mit diesen zusammen, ohne jedoch den gleichen Fehler zu begehen wie ihr Kamerad.

Deshalb unternimmt sie nun alles, um zu verhindern, dass Wissen und Technik aus der Vergangenheit noch weiteren Schaden anrichten und vergrößern könnten.


Der dritte Band greift ein interessantes Thema auf, das mehr als aktuell ist und eigentlich nichts mit gängigen Klischees zu tun hat. Denn man sieht es ja eigentlich auch heute immer wieder, dass Menschen mit einer gewissen Veranlagung schnell korrumpiert werden, wenn sie Macht in jedweder Form in die Hände bekommen.

Und es ist wohl auch eine bittere Wahrheit, dass es meistens Männer sind, die letztendlich über andere, vor allem auch über Frauen, dominieren wollen und bei der Erlangung der Hilfsmittel, die sie brauchen, keine Skrupel zeigen.

Angenehm dabei ist, dass Ragin hier nicht diejenige ist, die den Widerstand anführt, weil sie vielleicht das größere Wissen besitzt und mit der notwendigen Technik umzugehen weiß, um das Regime zu kippen und der Willkür Einhalt zu gebieten. Tatsächlich ist das Ganze eher Teamwork, bei der ihr eine wichtige Funktion zukommt, aber immerhin nicht alles.

Und gerade die Auflösung des Dilemmas stellt zufrieden und passt auch wunderbar in den Kontext der Trilogie.

Dadurch ist der Abschluss auch rund und macht weiterhin Hoffnung, dass es immer wieder Menschen gibt, die doch nicht dazu bereit sind, in die alten Muster zurückzufallen, sondern es besser machen und sich dabei an dem orientieren, was manche indigene Gesellschaften noch heute vorleben.

Die Geschichte ist wieder einmal ohne Längen und angenehm geschrieben, findet eine gute Mischung aus Abenteuer und gesellschaftlichen Entwicklungen. Auch das Ende lässt den Leser zufrieden zurück.

„Die Kämpfende“ ist der gelungene Abschluss der Trilogie „In einem Land nach unserer Zeit“. Anette Schaumlöffel spricht in ihrer Geschichte noch einmal interessante und aktuelle Themen an, bietet ein dramatisches Abenteuer und findet dann doch zu einem zufriedenstellenden und hoffnungsfrohen Ende. Und wieder einmal mag ihre Heldin zwar im Mittelpunkt stehen, ist aber dennoch keine Superheldin.