Reiner Jansen: Chiemseegold oder Die Grube der unschuldigen Kinder (Buch)

Reiner Jansen
Chiemseegold oder Die Grube der unschuldigen Kinder
Konny Kramer und Waltraud Winter 2
Edition Tingeltangel, 2026, Paperback, 312 Seiten, 20,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Schon im ersten Band um die Kommissare Konny Kramer und Waltraud Winter bewies Reiner Jansen, dass er ein Faible für Psycho-Thriller mit stark ausgeprägten Mystery-Elementen hat, die teilweise auch mit alten Mythen spielen. Das ist auch bei „Chiemseegold oder Die Grube der unschuldigen Kinder“ dem zweiten Teil der Reihe der Fall.


Der Chiemsee ist für seine historischen Stätten und das klare Bergwasser bekannt, aber natürlich lauern in seinen Tiefen auch düstere Geheimnisse. Und nicht zuletzt Leichen wie die, über die Konny Kramer in seinem wohlverdienten Urlaub stolpert.

Zumindest weckt das seinen Instinkt und er mischt sich auf seine besondere Art in die Ermittlungen ein, die ihn schon bald auf alte Mythen stoßen lässt, die in 74 Meter Wassertiefe liegen und vielleicht sogar einen alten Schatz bedeuten.

Er bleibt nicht der Einzige, der der Sache nachgeht, und der Tote bleibt natürlich nicht allein. Mit der Zeit tun sich wie erneut Querverbindungen auf. Und was zum Teufel haben Geheimdienst-Agenten mit einem Mal für ein Interesse am See?

Denn immerhin gibt es Gerüchte um einen alten Nazi-Schatz und auch die „Grube der unschuldigen Kinder“ wirft ihre Schatten.


So vermischt Jansen einmal wieder wilde Spekulationen mit lokalen Mythen und ein paar Einschüben aus der Vergangenheit, die immer wieder deutlich machen, dass der beschaulich wirkende See auch seine grausamen Seiten hat und die nicht unbedingt nur menschengemacht sind.

Der wilde Ritt springt zwischen den Figuren hin und her, denn Konny Kramer ist eigentlich nur eine der handelnden Personen, die Geschichte liegt nicht allein auf seinen Schultern, denn auch Einheimische und andere Ermittler kommen ins Spiel. Und nicht zuletzt gibt es auch immer wieder Kapitel aus der Sicht des Mörders.

Durch die raschen Szenenwechsel ist es nicht immer einfach der Geschichte zu folgen, da man Einiges an Konzentration mitbringen muss. Das könnte für den einen oder anderen Leser auch die Handlung zerreißen. Bleibt man jedoch am Ball, wird man wieder einmal mit schrägen Entwicklungen und Ideen belohnt, bei denen der Fall zwar mehr oder weniger Nebensache ist, das Geschehen aber dennoch zu unterhalten weiß.

„Chiemseegold oder Die Grube der unschuldigen Kinder“ ist die würdige Fortsetzung der Reihe um Konny Kramer und Waltraud Winter. Diesmal spielt Reiner Jansen frech mit den Mythen und Spekulation, die mit diesem See einhergehen und bietet erneut einen schrägen Psycho-Thriller, der nicht ganz von dieser Welt zu sein scheint.