Amie Kaufmann: Red Star Rebels (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Dienstag, 30. Juni 2026 15:18

Amie Kaufmann
Red Star Rebels
(Red Star Rebels, 2026)
Übersetzung: Roswitha Giesen
Knaur, 2026, Paperback, 320 Seiten, 17,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Nachdem die Fantasy schon ordentlich abgegrast wurde, um in dem Setting romantische Geschichten zu erzählen, weichen einige Autorinnen bewusst auf das Genre aus, das bei den großen Verlagen schon seit Jahren eher stiefmütterlich behandelt wird - der Science Fiction. Ob das dem Genre guttut, sei dahingestellt. Das merkt man auch „Red Star Rebels“ an.
Im Jahr 2067 gibt es bereits fünfzig Stationen auf dem Mars und es werden immer mehr, so dass die begehrten Plätze rar werden. Um die Besiedlung streiten sich nicht nur die Machtblöcke der Erde, auch groß Konzerne sind am Start, die Profit aus allem ziehen wollen.
Aufgrund eines Notfalls muss die Basis der UN überraschend evakuiert werden. Zurück bleiben nur Hunter Graves, möglicher Erbe eines großen Konzerns, und die Illegale Cleo. So unterschiedlich sie sind, so müssen sie sich doch zusammenreißen, um zu überleben.
Damit es nicht ganz langweilig wird, weil die beiden sich nur umkreisen und anfangs beharken, besetzen auch Piraten die Station und am Ende kommt noch eine Bombe dazu, die zu einem Wettlauf gegen die Zeit führt und das Ganze ein wenig rasanter macht.
Das hört sich nach einem kurzweiligen Abenteuer an, das flott erzählt wird, allerdings hätte die Handlung auch problemlos in einem irdischen Setting spielen können, da sich die Autorin vieler bekannter Thriller-Elemente bedient. Ihr Interesse liegt nämlich mehr auf dem Zusammenspiel von Hunter und Cleo, die völlig den Archetypen des reichen Konzernerben mit Gerechtigkeitssinn und Ehrgefühl und der eigenwilligen, wortgewandten und durchaus selbstbewussten Frau aus der Gosse entsprechen.
Die Geschehnisse auf der Basis handelt die Autorin eher nebenbei ab, man kann viele Entwicklungen vorhersehen. Und der besondere Reiz der Umgebung kommt auch nicht unbedingt zum Tragen, wird genauso wie die politischen Entwicklungen nicht zum Thema gemacht.
Letztendlich lässt sich das Buch zwar ganz gut lesen, hinterlässt aber keine bleibende Erinnerung, weil es zu sehr den ausgetretenen Pfaden des Romantik-Thrillers folgt. Der Roman kommt auch ganz ohne intime Szenen aus, wendet sich also eher an ein jüngeres Publikum.
„Red Star Rebels“ ist ein unterhaltsames Young-Adult-Abenteuer im SF-Setting, aber leider auch nicht mehr. Das Buch hat keine Längen, bleibt aber durch die vielen bekannten Klischees und Handlungsmuster aus dem Bereich des romantischen Thrillers auch nicht in Erinnerung.