Stacia Stark: We Who Will Die - Empire of Blood 1 (Buch)

Stacia Stark
We Who Will Die
Empire of Blood 1
(We Who Will Die, 2025)
Übersetzung: Michelle Gyo
Titelbild: Mike Heath
dtv, 2026, Hardcover, 622 Seiten, 26,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Stacia Stark schreibt gerne über mürrische und selbstbewusste Heldinnen, die irgendwie entschlossen ihren Weg gehen. Hierzulande ist die Bestseller-Autorin noch nicht bekannt, das kann sich aber mit ihrer Reihe um das „Empire of Blood“ ändern, dessen ersten Band „We Who Will Die“ gerade erschienen ist.


Arvelle kümmert sich um ihre Brüder, solange sie denken kann, doch das Leben und Überleben im Dorn Distrikt ist nicht gerade einfach. So greift sie schließlich zu einem letzten verzweifelten Schritt, auch wenn sie eigentlich nicht in die Arena zurückkehren wollte, schon gar nicht für die Auslese.

Nur wer diese übersteht, kann Teil der Garde werden, die den Imperator beschützt. Und genau den soll Arvelle im Auftrag eines Unbekannten, der verspricht, ihren kranken Bruder zu retten, töten. Die junge Frau ahnt noch nicht, dass sie damit Teil einer Verschwörung wird, die das Reich in ihren Grundfesten erschüttern könnte.


Die Autorin lehnt sich in ihrer Geschichte stark an das kaiserliche Rom an und vermischt dies mit einem Hauch Fantasy. Denn immerhin besteht die Elite des Reiches aus Vampiren und nicht zuletzt treten auch viele mythologische Bestien in den Arena-Kämpfen an, denen sich die Heldin stellen muss.

Arvelle scheint schon ein wenig älter zu sein. Sie ist nicht so naiv und unerfahren wie so viele andere Ich-Erzählerinnen, sondern hat schon Einiges durchgemacht, tritt dadurch zynisch auf und hat auch keine Probleme, andere Leute zu töten. Die Nebenfiguren bleiben dagegen leider etwas blasser und gewinnen nur wenig an Profil.

Um die Spannung aufrechtzuerhalten, durchschaut sie natürlich erst einmal das Intrigennetz nicht, in das sie sich über kurz oder lang verstrickt. Immerhin bleibt sie sich dann selbst treu und versucht, alleine aus dem Dilemma zu kommen. Auch, wenn natürlich schon bald ein paar interessante Männer in ihr Leben treten. Doch kann sie denen wirklich trauen? Spielen diese nicht auch letztendlich mit ihr, selbst wenn sie mit ihnen intim wird? Das hebt den Roman von anderen seiner Art ab, denn die Romantasy-Elemente mögen zwar vorhanden sein, stehen aber deutlich gegenüber dem Abenteuer, den Intrigen und den Kämpfen zurück.

Die Gladiatoren-Kämpfe sind sauber recherchiert und bieten ordentlich Action, auch Verletzungen und Verluste werden nicht leicht auf die Schulter genommen. Das macht die Geschichte auch für Genre-Fans interessant, da sich auch der Hintergrund nach und nach ausbaut, trotz all der Klischees, die die Autorin natürlich pflegt, die dafür aber ein klares Bild im Kopfkino erzeugen.

Das macht „We Who Will Die“ zum gelungenen Auftakt der „Empire of Blood“-Reihe, die auch für Fantasy-Fans interessant ist, wenn sie eine actionreiche Gladiatoren-Geschichte mit höfischen Intrigen und einem guten Schuss Magie zu schätzen wissen und sich an den Romantasy-Elementen nicht stören.