Die Hexe vom Distelschloss 1 (Comic)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Samstag, 16. Mai 2026 08:00

John Tarachine
Die Hexe vom Distelschloss 1
Übersetzung: Sakura Ilgert
Manga Cult, 2026, Paperback, 176 Seiten, 10,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Magie und Technologie nebeneinander - das gibt es wohl vor allem in japanischen Mangas, die allein schon durch ihren Glauben an Geister aller Art, kein Problem damit haben. Und so wirkt das Setting in „Die Hexe vom Distelschloss“ auch wie aus einem Guss.
Marie Blackwood ist eine Hexe. Sie führt einen magischen Laden in einer der Gassen Edinburghs und kommt eher schlecht als recht über die Runden. Deshalb nimmt sie auch schon bald einen Auftrag von denen an, die sie eigentlich misstrauisch beäugen.
Die Kirche will, dass sie sich um Theo Edison kümmert, ein Junge, der mit dem „Blut des Gerechten Zorns“ geboren wurde. Deshalb besitzt er nicht nur große Macht, sondern zieht auch alle möglichen Naturgeister an.
Die Hexe soll nun seine Lehrmeisterin sein, damit er lernt, seine Gaben und Kräfte zu kontrollieren, was nicht immer einfach ist, wie Marie sehr schnell merkt. Denn leider ist Theo vor allem eines: unsicher und ängstlich.
Aber weil sie nun einmal vom Wohlwollen der Kirche abhängig ist, nimmt sie sich seiner an und kümmert sich um ihn, merkt schon bald, dass ihr neuer Mitbewohner auch nette Seiten hat, was die in ihrem Haus lebenden Naturgeister schon lange finden.
Und so entwickelt sich nach und nach eine freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden, durch die sie viel lernen. Aber es gibt auch Geheimnisse die Marie stutzig machen, deshalb entschließt sie sich zu einer großen Reise, was auch dem Hintergrund mehr Tiefe gibt.
Der Künstler spielt mit sehr vielen bekannten Versatzstücken, bringt aber auch viele eigene Ideen ein und sorgt dadurch für Spannung, da nicht mehr so viel vorherzusehen ist. Die Handlung selbst stellt schon einmal einige Weichen, wird aber auch sehr leichtfüßig und augenzwinkernd erzählt, was das Geschehen auflockert. Allerdings sollte man keine Action erwarten, da die Handlung doch mehr auf Gespräche setzt als auf Kämpfe.
Der Auftakt von „Die Hexe von Distelschloss“ ist unterhaltsam und kurzweilig in Szene gesetzt. Der Künstler mag zwar auch wieder einige Klischees bedienen, bringt aber auch viele Variationen ein und setzt vor allem auf die Entwicklung der Charaktere und das durch die Naturgeister exotische Ambiente.