Elise Kova: Zeig keine Gnade - Dragon Cursed 1 (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Montag, 02. November 2026 11:54

Elise Kova
Zeig keine Gnade
Dragon Cursed 1
(Dragon Cursed 1, 2026)
Übersetzung: Dr, Maike Claußnitzer
Mayhem x Piper, 2026, Hardcover, 460 Seiten, 24,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
In Zusammenarbeit mit Red Tower Books startete Piper im Frühsommer ein neues Label namens Mayhem x Piper. Dort sollen Romane erscheinen, die sich bewusst an ein älteres und anspruchsvolleres Publikum richten, das auch eine schöne Gestaltung schätzt. Den Auftakt machte „Zeig keine Gnade“, der erste Band der neuen Dilogie „Dragon Cursed“ von Elise Kova.
Die Welt in der Isola lebt ist grausam und hart, denn die Enklave Vingard wird immer wieder von Drachen angegriffen, die nur von einer Elite an Rittern ferngehalten werden können. Zugleich fürchtet man diejenigen, die bereits die Drachensaat in sich tragen.
Um diese zu entlarven und zu verhindern, dass sie sich jemals in willenlose Bestien verwandeln können, werden alle Jugendlichen mit achtzehn Jahren dem Tribunal unterzogen, einer grausamen Prüfung. Isola fürchtet sich, denn sie weiß, dass sie anders ist. Und dann ist da auch noch Lucan, der Junge, der sie nun wie ein Schatten verfolgt.
Elise Kova ist in Deutschland bereits durch andere Serien bekannt geworden, die hauptsächlich bei Carlsen erschienen sind und sich eher an ein jugendliches Publikum richteten. Hier merkt man schon, dass die Geschichte doch etwas düsterer daherkommt. Das Setting hat starke dystopische Züge und auch die Menschen, die dort leben, scheuen sich nicht, grausam zu handeln.
Doch die Zutaten sind wohlbekannt, denn wieder einmal bekommen junge Menschen die Chance hinter die Kulissen eines Systems zu blicken, das sie von Grund auf belügt und zudem auch noch böse ausnutzt. Und deshalb ist die Geschichte auch mehr auf den Kampf gegen die Mächtigen ausgerichtet und weniger auf irgendwelche romantischen Gefühle.
Zwar kommen sich Isola und Lucan durchaus näher, aber es passiert nicht wirklich viel zwischen ihnen, dafür haben sie zu viel damit zu tun, hinter die Lügen und Geheimnisse ihrer Prüfer zu kommen und natürlich auch zu überleben.
Da die Geschichte aus der Sicht von Isola erzählt wird, bleiben natürlich alle anderen Figuren etwas blasser. Aber immerhin bemerkt sie immer wieder auch Dinge, die sie stutzig werden lassen und die die Spannung aufrechterhält.
Der Autorin gelingt es ein paar Mal, Lesende auf falsche Spuren zu führen, ehe sie dann zum Ende mit einem Paukenschlag einen doch recht fiesen Cliffhanger einleitet.
Ansonsten sollte man keinen allzu komplexen Hintergrund erwarten, da das Setting auf einen Ort konzentriert ist und die Informationen immer wieder ad absurdum geführt werden. Viele Handlungselemente sind bekannt, werden aber zu einem durchaus spannenden und an kleinen Wendungen reichen Abenteuer zusammengefügt, so dass es auch nicht langweilig wird.
Alles in allem ist „Zeig keine Gnade“ der solide Auftakt des Zweiteilers „Dragon Cursed“, der sich an alle Fans dystopischer Geschichten im Fantasy-Gewand und natürlich auch mit Drachen richtet, bei denen die romantische Seite noch im Hintergrund bleiben darf, weil das Abenteuer wichtiger ist.