Sarah A. Parker: To Bleed a Crystal Bloom - Versuchung (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Montag, 02. November 2026 10:29

Sarah A. Parker
To Bleed a Crystal Bloom - Versuchung
Crystal Bloom 1
(To Bleed a Crystal Bloom, 2021)
Übersetzung: Franca Fritz & Heinrich Koop
Penguin, 2026, Paperback, 608 Seiten, 17,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Bevor Sarah A. Parker mit „When the Moon Hatched“ durchstartete, veröffentlichte sie bereits eine Trilogie. „Crystal Bloom“ wurde als düstere Romantasy und Rapunzel-Retelling beworben. Ob dem so ist, können Lesende in „To Bleed a Crystal Bloom - Versuchung“ herausfinden, dem Auftakt der Saga.
Seit sie denken kann, lebt Orlaith in dem Schloss, das Rhordyn sein Eigen nennt. Es ist ihre kleine Welt voller Abenteuer und Geheimnisse. Sie ist hier aufgewachsen und fühlt sich immer wieder zu dem Mann hingezogen, der sie einst vor dem Tod gerettet hat. Doch der hält sie auf Abstand. Nur warum? Das versucht sie nun, wo sie in einem Alter ist, in dem sie nicht mehr länger nur alles hinnehmen will, herauszufinden. Genauso wie die Tatsache, dass sie niemals eine gewisse Grenze überschreitet. Doch was sie nach und nach entdeckt, scheint alles über den Haufen zu werfen, was sie bisher geglaubt hatte.
Es gibt durchaus einige Parallelen zu „Rapunzel“, lebt das Mädchen doch schon lange Zeit in einem abgeschlossenen Turm und ist mehr oder weniger vor der Außenwelt abgeschottet, auch wenn es sich in dem Schloss bewegen darf und durchaus Kontakt zu den Bediensteten hat. Allerdings nimmt ihr Rhordyn auch immer wieder Blut ab, ohne ihr den Grund dafür zu nennen. Genauso wie er sich auch sonst in Geheimnisse hüllt. Und natürlich ist die Heldin inzwischen so weit, dass sie herauszufinden versucht, warum sie immer wieder heftige Albträume hat und warum sie der Herr des Schlosses immer auf Abstand hält.
Garniert mit Eifersüchteleien, die zunehmen, als die Handlung fortschreitet. Aber das ist leider auch schon alles. Denn letztendlich plätschert die Handlung mehr oder weniger dahin, während sich die beiden Hauptfiguren umkreisen und gelegentlich auch noch einige andere dazu kommen, die Orlaith ebenfalls beschäftigen.
Zum Ende hin gibt es zwar einige Enthüllungen, aber letztendlich bleibt man genauso schlau wie zuvor.
Die Figuren selbst entsprechen den gängigen Archetypen - dem düsteren und geheimnisvollen Shadowdaddy, der das Schicksal der jungen Heldin in Händen hält, sie aber nun auch noch auf andere Weise anzieht. Orlaith selbst kommt eher wie ein trotziger Teenager daher als wie eine erwachsene Frau. Sie ist launisch und störrisch, weiß oft nicht, was sie will, und handelt meistens unüberlegt, was sie auch nicht gerade zu einer Identifikationsfigur macht. Eine Entwicklung durch die Veränderungen ist kaum zu bemerken.
Das sind wohl die größten Schwächen der Geschichte, die sich vielleicht die Zeit nimmt, den Schauplatz und den Alltag der Heldin zu beschreiben, aber gerade anfangs und in der Mitte nicht wirklich spannend ist. Erst zum Ende hin kommt das Geschehen in Gang, bis dahin muss man aber Einiges an Geduld mitbringen. Die romantische Seite der Geschichte bleibt verhalten, wirkt leider aber auch aufgesetzt. Und was die phantastischen Elemente angeht, so spielen diese kaum eine Rolle.
„To Bleed a Crystal Bloom - Versuchung“ hat interessante Ansätze, verschenkt aber viel an Spannung und Mystery durch eine zu langgezogene Handlung und übermäßige Beschreibungen, ebenso mit Figuren, die sich so gut wie gar nicht im Verlauf der Geschichte weiterentwickeln. Selbst die romantischen und phantastischen Anteile können nicht wirklich überzeugen.