Star Wars: Meister des Bösen, Adam Christopher (Buch)

Adam Christopher
Star Wars: Meister des Bösen
(Star Wars: Master of Evil, 2026)
Übersetzung: Andreas Kasprzak
Blanvalet, 2026, Paperback, 512 Seiten, 13,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Auch im aktuellen Kanon von „Star Wars“ werden gerne bestimmte Themen wieder und wieder aufgegriffen. „Meister des Bösen“ beschäftigt sich deshalb wie auch schon Comics vor dem Roman mit einem der Schritte, die Anakin Skywalker mehr und mehr zu Darth Vader machten. Adam Christopher packt dies in eine spannende Geschichte.


Das noch junge Imperium beginnt seine Machtstrukturen aufzubauen. Für viele Offiziere ist aber immer noch unklar, wie sie Darth Vader einschätzen sollen, die rechte Hand und der Vollstrecker des Imperators, während zwischen den beiden Sith das übliche Machtspiel tobt, da der Meister den Schüler im Zaum halten wird.

In dieser Zeit bekommt Vader den Auftrag etwas aufzuspüren, was noch sein Vorgänger Darth Tyranus alias Count Dooku vor dem Imperator verbarg. Der Dunkle Lord der Sith beschließt aber auch, sich dem damit verbundenen Ritual zu unterziehen, um mehr über die wahre Macht des Bösen zu erfahren.


Der deutsche Klappentext des Romans ist ein wenig irreführend, bezieht sich tatsächlich mehr auf einen Story Arc in den Comics, auch wenn es Ähnlichkeiten zu diesem Roman gibt. Aber bis es so weit ist und Darth Vader sich seinen dunkelsten Ängsten und den wenigen lichten Seiten in sich stellen kann, gibt es noch Einiges an Geplänkel.

Denn auch der imperiale Offizier Halland Goth beschäftigt sich mit dem Sith, der scheinbar aus dem Nichts kam und entdeckt so einige Geheimnisse, die lebensgefährlich für ihn sind. Dennoch muss er mit Vader zusammenarbeiten.

Alles in allem bekommt der „Star Wars“-Fan so präsentiert, was er erwartet: düstere Geheimnisse, die üblichen imperialen Grausamkeiten und natürlich auch die innere Zerrissenheit des Dunklen Lords, der durchaus weiß, dass seine Gefühle und Gedanken als Anakin Skywalker gefährlich für ihn sind.

Adam Christopher liefert einen soliden, wenn auch nicht überdurchschnittlichen Roman ab, der für den Moment durchaus zu unterhalten weiß, dem Hintergrund aber nur wenige neue Facetten hinzufügen kann, zumal das Thema leider schon anderweitig aufgegriffen wurde.

Interessante Ansätze - gerade die Machtspiele in den Offiziersrängen und unter den verschiedenen Abteilungen an der Spitze des Imperiums - werden leider nicht so ausgeführt, wie es möglich gewesen wäre. Und zudem bleiben auch die meisten Charaktere extrem blass und damit nicht in Erinnerung.

„Meister des Bösen“ greift zwar ein interessantes Thema auf, bleibt aber inhaltlich leider auf einem durchschnittlichen Niveau. Denn immerhin wurde die Zerrissenheit des Dunklen Lords bereits anderweitig aufs Korn genommen, ausgerechnet in dem Comic-Handlungsbogen, auf den sich der Klappentext hier bezieht.