Piere Lagrange: Madame Mort und der tote Onkel (Buch)
- Details
- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Samstag, 17. Oktober 2026 08:34

Piere Lagrange
Madame Mort und der tote Onkel
Madame Mort 1
Scherz, 2026, Paperback, 336 Seiten, 17,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Hinter dem französisch klingenden Namen Pierre Lagrange versteckt sich ein erfolgreicher deutscher Krimi-Autor. Schon in seinen Romanen um den liebenswert-verschrobenen Inspektor Leclerc erzählte er über Mordfälle in der Provence, nun startet er mit „Madame Mort und der tote Onkel“ eine neue Reihe mit Berthe Saunier. Die kennt man bereits als Gerichtsmedizinerin.
Eigentlich hatte sich Berthe auf ein ruhiges und entspanntes Wochenende in ihrem Heimatdorf gefreut, um sich dort von der stressigen Arbeit in der Pathologie zu erholen. Aber es kommt anders als gedacht. Nicht nur, dass sie bei einer Geburt helfen muss, sie erfährt auch, dass der Onkel ihres liebsten Gemüsehändlers verschwunden ist.
Schon bald taucht dessen Leiche beim Bestatter auf. Mitsamt einiger Ungereimtheiten. Deshalb kann es Berthe nicht lassen, sich das alles genauer anzusehen. Sie entdeckt, dass der Mann ermordet wurde und es interessante Bezüge zu anderen Toten gibt, die sie gerade erst auf der Arbeit untersuchte…
War sie bisher nur eine Nebenfigur in den Romanen über Albin Leclerc, so bekommt die Gerichtsmedizinerin nun die Hauptrolle in der neuen Reihe. Da das Geschehen aber eher in die Cozy-Crime Ecke einzusortieren ist, braucht die Geschichte erst einmal eine ganze Weile, um in die Gänge zu kommen. Denn natürlich muss der Autor erst einmal die passende Atmosphäre aufbauen, das für die ländliche Provence typische Ambiente schaffen und die wichtigen Figuren einführen und vorstellen, ehe er zur Sache kommen kann. Und auch dann gibt es erst einmal keine Action, sondern nur eine Heldin, die auf ruhige und entspannte Weise die Nase in Dinge steckt, die sie eigentlich nichts angehen, aber schon bald auf eine heiße Spur bringt.
Das Ganze ist angenehm zu lesen und flott erzählt, geht allerdings auch nicht sonderlich in die Tiefe, sondern setzt eher auf Stimmung. Immerhin gibt es bei der Auflösung der Geschichte eine nette Überraschung. Und nicht zuletzt bleibt sie auch nahe an der Wirklichkeit und baut keine abstrusen Konstrukte auf.
Der Abschluss der Geschichte ist sauber, auch wenn natürlich weitere Teile in Aussicht gestellt werden.
Alles in allem ist „Madame Mort und der tote Onkel“ entspannte Cozy-Crime-Lektüre mit Provence-Ambiente, die angenehm zu entspannen weiß und ein gutes Gefühl hinterlässt - ideal für Reise, Urlaub oder stressige Tage.