Charlotte B. Plumb: Dämonenpakt - Reap & Sow 1 (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 04. Oktober 2026 17:00

Charlotte B. Plumb
Dämonenpakt
Reap & Sow 1
Reap & Sow 1, 2026)
Übersetzung: Sara Riffel & Alexander Wagner
cbj, 2026, Hardcover, 528 Seiten, 24,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Langsam wird es wohl etwas enger auf dem weiten Feld der Romantasy, so dass langsam, aber sicher auch Elemente aus dem Horror und den Gothic Novels einfließen dürfen. So wie in der „Reap & Sow“-Dilogie, deren erste Band nun auch auf Deutsch erschienen ist.
Eda Shaw und ihre beiden älteren Bruder leben in Blackbridge und führen dort den Antiquitätenladen ihrer Eltern weiter. Allerdings ist das nur Fassade, denn sie hüten ein dunkles Geheimnis, das ihnen den Kopf kosten könnte, wenn die falschen Leute das merken.
Tief im Keller hüten sie einen Spiegel, ein Portal, aus dem ein Dämon treten kann, der verzweifelten oder gierigen Menschen einen Pakt anbietet. Als Eda einen schwerwiegenden Fehler macht und dadurch ihre Familie in Lebensgefahr bringt, bleibt ihr letztendlich nur ein anderer Weg. Sie muss sich mit einem anderen Dämon verbünden.
Der Hintergrund bleibt schwammig, ist von der Kultur her wohl ein wenig an das Jakobinische England angelehnt, in dem die massiven Hexenjagden und die Furcht vor dunkler Magie ihren Anfang nahmen. Denn der Orden der Klingen und die Kirche haben sich der Jagd auf Hexen und Paktierer verschrieben.
Und so droht den Geschwistern natürlich auch der Tod, wenn das ans Licht kommt, denn immerhin führen sie einem Dämon Opfer zu, weil sie die Schuld ihres Vaters begleichen müssen. Sie kennen die Heimtücke und Grausamkeit des sogenannten Mr. Night genau.
Als alles zusammenbricht, ist Eda aber so verzweifelt, dass sie die Hilfe eines anderen Dämons sucht und dabei schon mit dem Schlimmsten rechnet. Wie man sich aber schon denken kann, tritt genau das Gegenteil ein. Und das ist es wohl, was die Geschichte wieder auf die üblichen Bahnen geraten lässt.
Der Roman hat durchaus seinen Reiz und liest sich anfangs wie ein Abenteuer. Die Zusammenarbeit bringt aber Kit und Eda wieder einmal näher zusammen, so dass es zum Ende hin sogar einmal leidenschaftlich wird. Aber immerhin bekommt der Leser zuvor ein Abenteuer voller Intrigen, Verfolgungsjagden, Kämpfen und düsterer Magie geboten, das durchaus zu unterhalten weiß. Erstaunlicherweise endet die Geschichte auch ohne einen besonderen Cliffhanger, einzig der letzte Absatz lässt erahnen, dass sich die Autorin wohl noch etwas mehr einfallen hat lassen.
Die Figuren sind solide gezeichnet und entwickeln ein gewisses Profil, bekommen aber nicht wirklich Ecken und Kanten, vor allem die Gegenspieler und Nebencharaktere bleiben doch ziemlich blass.
Alles in allem ist „Dämonenpakt“ solide Fantasy mit einer unterhaltsamen und actionreichen Geschichte voller fieser Intrigen, ein paar Gothic Vibes und natürlich einem guten Schuss Romantasy, der sich sogar als Einzelband lesen lässt.