Grimms Märchen 21 (Hörspiel)
- Details
- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 01. Oktober 2026 10:30

Grimms Märchen 21
Jorinde und Joringel - Strohhalm, Kohle und Bohne - Die beiden Königskinder
Sprecher: Bodo Primus, Luise Lunow, Reinhilt Schneider u.a.
Titelbild: Ertugrul Edirne
Titania Medien, 2026, 1 CD, ca. 72 Minuten, ca. 11,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Zweimal im Jahr gibt es „Grimms Märchen“ als Hörspiel von Titania Medien. Allerdings greift Marc Gruppe bei der Adaption der Geschichten auf die klassischen Versionen aus dem 19. Jahrhundert zurück, die nicht ganz so weichgespült sind, wie modernere Fassungen und sprachlich auch bewusst altertümlich klingen. Wieder einmal wurden drei Geschichten umgesetzt.
Jorinde und Joringel sind ein junges Liebespaar, das sich ihres Lebens freut. Allerdings hat eine alte Hexe, die in einem einsamen Schloss lebt, andere Ideen mit dem jungen Mädchen und entführt es, verwandelt Jorinde in eine Nachtigall.
Strohhalm, Kohle und Bohne entkommen dem Herdfeuer, aber für wie lange?
Die beiden Königskinder müssen zudem viele Prüfungen bestehen, um am Ende ihr Glück zu finden, denn die Eltern machen es ihnen beiden nicht gerade einfach.
Die hier vorliegenden Geschichten gehören zu denen, die nicht ganz so bekannt sein dürften, gerade weil sie vielleicht auch anderen zu sehr ähneln. Denn es kommt öfters vor, dass ein Prinz eine Prinzessin nur nach vielen Prüfungen gewinnen kann und umgekehrt - auch wenn diesmal die Frauen tatsächlich um einiges aktiver sind, als die Männer, die mehr oder weniger herumgeschubst werden, sowohl im Guten wie im Schlechten. Dazu ist jede Menge Magie mit im Spiel.
„Strohhalm, Kohle und Bohne“ ist vermutlich eines der eher erklärenden Märchen, denn kluge Köpfe können sich schon denken, warum die Zusammenarbeit nicht so funktioniert wie sie soll und nur einer entkommt, wenn auch mit einer überraschenden Entwicklung.
Die Motive sind natürlich erfahrenen Hörern geläufig und wirken daher nicht mehr ganz so überraschend, aber die Umsetzung ist so, wie man es schon aus den früheren Folgen kennt: atmosphärisch und kurzweilig, mit starken Sprechern, die ihre Figuren klar zum Leben zu erwecken wissen, so dass man sich auch gleich so fühlt, als stünde man der bösen Hexe aus dem Schloss gegenüber, oder dem ruppigen Königspaar, das dem jungen Helden immer unmöglichere Aufgaben stellt.
Alles in allem ist für Abwechslung gesorgt, die kurze Geschichte in der Mitte bietet wieder einmal eine heitere Verschnaufpause, ehe es dann am Ende ordentlich zur Sache geht und viele Wendungen mitfiebern lassen.
Auch die 21. Folge von „Grimms Märchen“ von Titania Medien punktet wieder durch die Adaption der klassischen Geschichten, die sich stellenweise doch ein wenig von modernen Fassungen abheben. Und sie bringen die Abenteuer und Lehrstücke wieder in Erinnerung, die sonst eher von der Masse vergessen werden würden.