Matt Dinniman: Operation Bounce House (Buch)

Matt Dinniman
Operation Bounce House
(Operation Bounce House, 2026)
Übersetzung: Stephan Kleiner
Titelbild: Will Stachle
Tor, 2026, Paperback, 462 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Die Serie „Dungeon Crawler Carl“ hat Matt Dinniman zu einem Leserliebling gemacht. Aber manchmal scheint der Autor auch ein wenig Abwechslung zu brauchen. Allerdings bleibt er auch bei dem hier vorliegenden Einzelband „Operation Bounce House“ irgendwie seinen Wurzeln treu.


Das Leben ist beschaulich auf New Sonora. Die Menschen agieren hier relativ unabhängig von der Erde und bewältigen nun schon seit Generationen die Probleme in der Kolonie, und das in Einklang mit Technik und KI. So auch Oliver Lewis, der glücklich auf seiner Farm ist und nicht mehr will, als diese bewirtschaften und ab und an Musik zu machen.

Dann aber kommt alles anders als gedacht, denn auf der Erde beschließt man, die Siedler loszuwerden. Und zwar nicht dadurch, dass man sie auf eine andere Welt schickt, sondern gnadenlos ausradiert. Und das mit Hilfe von Kunden, die glauben, dass das alles nur ein unterhaltsames Spiel ist. Denn sie dürfen so einiges an bizarren Mechs auf die Menschen auf New Sonora hetzen und herumballern, was das Zeug hält.

Aber niemand rechnet damit, dass die Bewohner der Kolonie das einfach mit sich machen lassen. Einige verbünden sich mit Kräften, deren Einfluss weiterreicht als gedacht und proben den Widerstand.


Die Handlung selbst wird aus der Sicht von Oliver erzählt, der genau wie Carl eigentlich ein einfacher Junge mit kleinen Wünschen ist und deshalb den Lesern schnell ans Herz wachsen dürfte, genauso wie sein Umfeld. Dabei schwelgt der Autor natürlich auch in nostalgischen Farmer-Klischees, die er geschickt mit dem Setting verbindet.

Natürlich wird die moderne Technik nicht erklärt, denn Matt Dinniman spielt mit dem, was Künstliche Intelligenz schon heute möglich macht, verbindet das Ganze mit den Mechanismen vieler Ballerspiele, die ebenfalls ihren Widerhall in der Geschichte finden. Das Geschehen wird mit einem Augenzwinkern präsentiert.

Die Seitenhiebe auf die moderne amerikanische Gesellschaft gehen dabei eher etwas unter, denn natürlich dürften schräge Ideen und Gags nicht fehlen, um die Handlung ein wenig aufzulockern und ordentlich mit Spannung zu versehen. Daher bleiben die ganzen Konflikte, aber auch die Figuren eher auf einem oberflächlichen Niveau.

„Operation Bounce House“ dürfte nicht nur den Fans von Mat Dinniman gefallen, sondern auch denen, die den Autor kennenlernen wollen, ohne gleich eine ganze Reihe lesen zu müssen. Er bleibt auch in dieser Geschichte seinen Wurzeln treu und vermischt Klischees vieler Games augenzwinkernd mit liebenswerten Figuren und schrägen eigenen Ideen.