Sebastien de Castell: Für Gold und Magie - Pakt der Magier 1 (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 20. September 2026 10:26

Sebastien de Castell
Für Gold und Magie
Pakt der Magier 1
(The Malevolent Seven, 2023)
Übersetzung: Wolfgang Thon
Blanvalet, 2026, Paperback, 448 Seiten, 18,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Sebastien de Castell ist für die deutschen Leser kein Unbekannter mehr. Viele dürften ihn schon durch seine „Spellsinger“- und „Greatcoats“-Reihen kennen. Nun gibt es Neues von dem kanadischen Autor - und er legt auch schon in „Für Gold und Magie“, dem ersten Band von „Pakt der Magier“, so richtig los.
Nachdem er bemerkte, dass die Leute, denen er mit seinen Kräften diente, keine wirklich netten Absichten hatten, wurde Cada Ombra zu einem Söldnermagier. Er mag sich auch ein wenig der Dunkelheit zugewandt haben, aber er hat immer noch ein Gewissen. Und einen Freund, der ihn zu einer neuen Mission einlädt.
Zusammen mit Korrigan Unbill soll er sich gegen sieben der tödlichsten Magier des Kontinents stellen. Es winkt eine große Belohnung, die jedes Risiko wert zu sein scheint, allerdings fehlt noch etwas Wichtiges. Denn um wirklich eine Chance zu haben, brauchen sie Mitstreiter.
Und die zu finden ist natürlich nicht ganz so einfach, da jeder der Freunde seine eigenen Vorstellungen davon hat, wer zu ihnen passen könnte und die ausgewählten Kandidaten auch nicht das Gelbe vom Ei zu sein scheinen. Denn wie lange wird eine Blutmagierin an ihrer Seite sein können, ehe sie wahnsinnig wird? Und dann gibt es da noch einen Schakal, der ein paar Überraschungen in petto hat, einen Rattenmagier, den man eigentlich nicht für voll nehmen kann aufgrund seiner Tollpatschigkeit und seiner übertriebenen Höflichkeit. Und auch der Rest ist natürlich nicht ganz ohne.
Das Bemerkenswerte an der Geschichte ist wohl, dass die Charaktere alle nicht den bekannten Archetypen entsprechen, sondern Ecken und Kanten haben und immer wieder aufs Neue überraschen. Interessant ist auch, auf was eigentlich das Magiesystem beruht - die augenzwinkernden Betrachtungen des Autors sprechen Bände.
Vielleicht ist der Weltenbau nicht gerade ausgefeilt, die Handlung behäbig, aber dennoch macht es Spaß der Geschichte zu folgen, die wie der Ich-Erzähler von Sarkasmus trieft und sich gelegentlich sogar selbst auf die Schippe nimmt. Neben den ganzen glattgebügelten Titeln, die sonst so erscheinen, wirkt das Geschehen tatsächlich erfrischend. Es geht einmal nicht um Liebe und epische Heldentaten, denn die Figuren sind alles andere als gut - nebenbei aber auch noch erstaunlich menschlich -, und die Handlung selbst strotzt vor schrägen Ideen. Action gibt es auch, aber selbst die tanzt gerne schon einmal aus der Reihe.
„Für Gold und Magie“ sei all jenen Fantasy-Fans empfohlen, die Spaß an einer Geschichte haben, in der nicht nur die Figuren, sondern auch die Handlung manchmal sehr eigen ist. Dazu gibt es eine gesunde Prise Sarkasmus, die dem Ganzen eine besondere Würze verleiht. Allein der Weltenbau kommt etwas zu kurz, allerdings ist das bei dem so unterhaltsamem wie schrägen Geschehen nicht von Belang.