A. S. Tamaki: Das Buch der gefallenen Blätter (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Samstag, 19. September 2026 07:40

A. S. Tamaki
Das Buch der gefallenen Blätter
Herbst des Imperiums 1
(The Book of Fallen Leaves; The Autumn Empire 1, 2026)
Übersetzung: Michael Pfingstl
Titelbild: Isabelle Hirtz
Hobbit Presse, 2026, Hardcover, 624 Seiten, 26,00 EUR
Rezension von Carsten Kuhr
„Das Buch der gefallenen Blätter“ spielt in einem stark von Japan inspirierten Fantasy-Reich, fast zwanzig Jahre nach einer gescheiterten Rebellion. Im Mittelpunkt steht Sen Hoshiakari, der Sohn eines besiegten Fürsten, der im Exil aufgewachsen ist und mit dem Erbe seiner Familie ringt. An seiner Seite steht Rui, ein Bauernmädchen, das ihm einst das Leben rettete.
Während verschiedene Adelsfamilien und Fraktionen um Macht kämpfen, droht das Reich erneut im Bürgerkrieg zu versinken. Gleichzeitig wird die Grenze zwischen der Menschenwelt und der Welt von Göttern, Geistern und Dämonen immer instabiler. Auch Sens Schwester Kai gerät am Kaiserhof in ein Netz aus Intrigen und politischen Machtspielen.
Nach und nach verbinden sich die persönlichen Schicksale der Figuren mit den großen Umwälzungen des Reiches. Alte Feindschaften, verborgene Familiengeheimnisse und übernatürliche Mächte treiben die Handlung voran, während Sen, Rui und ihre Verbündeten ihren Platz in einer sich verändernden Welt suchen.
Die Hobbit Presse präsentiert uns in dem wohl letzten, vom langjährigen Herausgeber und Lektor Stephan Askani zusammengestellten Programm, den Auftakt einer etwas anderen Fantasy-Reihe.
Wir kennen zum Beispiel Lian Hearns „Otori“-Saga; vorliegend präsentiert uns der Verfasser ein ganz eigenes, ungewöhnliches Werk, das, um dies vorwegzunehmen, seine Leserinnen und Leser durchaus fordert. Die Handlung umfasst in ihrer Detailfülle zahlreiche Figuren, Fraktionen und politische Bündnisse, sodass man am Anfang leicht den Überblick verlieren kann. Zudem ist das Tempo zu Beginn eher langsam, steigert sich aber im Verlauf der Ereignisse kontinuierlich.
Das stark von japanischer Geschichte und Mythologie inspirierte Setting, die vielen politischen Intrigen zwischen den Clans und die übernatürlichen Sequenzen sorgen für eine sehr dichte Atmosphäre. In den USA wird das Buch als Mischung aus „Shogun“ und „Game of Thrones“ gehypt, wobei ich eher der Auffassung bin, dass Tamakis Roman durchaus eigenständig stehen und fesselnd unterhalten kann. Geschickt schildert uns der Autor die Familienkonflikte und sorgt für eine langsame Eskalation hin zum großen Finale.
So ist dies ein Auftakt, der uns eine komplexe, düstere Welt vorstellt und sich vornehmlich an Lesende richtet, die gerne politische Intrigen verfolgen und offen für eine uns fremde Kultursphäre sind.