Tower Dungeon 2 (Comic)

Tsutomu Nihei
Tower Dungeon 2
Übersetzung: Christina Rinnerthaler
Manga Cult, 2026, Paperback, 160 Seiten, 10,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Tsutomu Nihei hat eine interessante Art an sich, Themen aufzugreifen, die zunächst sehr klar erscheinen, dann aber doch ganz anders laufen, als man es vermutet. Das ist auch bei seiner aktuellen Fantasy-Saga „Tower Dungeon“ nicht viel anders.


Yuna wurde von den königlichen Rittern in den Dienst gezwungen, weil das Reich in Not ist, hat doch ein Nekromant den König getötet und die Prinzessin in einen hohen Turm entführt. Der junge Mann dient nun als Träger für eine Gruppe, die dort vordringt und nach oben zu gelangen sucht.

Tatsächlich hat er seinen Wert schon bewiesen, so dass der Bogenschütze Eriquo und die Magierin Lillisen weiter auf ihn setzen. Und das ist auch jetzt wieder so, wo sie das Gefühl haben, in einem Stockwerk nur im Kreis zu laufen.


Normalerweise könnte man ja erwarten, dass die Helden sich stur durch jedes Stockwerk in dem riesigen Dungeon kämpfen und versuchen, die Monster aus dem Weg zu räumen, wie man es aus jedem Game kennt, aber dem ist tatsächlich nicht so. Denn es geht auch erst einmal wieder zurück und unter Leute, um von den Entdeckungen zu berichten. Scheinbar sind nämlich nicht alle Bewohner des riesigen Turms feindlich gesinnt oder einfach nur hirnlose Monster.

Ein wenig fühlt man sich bei dem Konstrukt auch an die berühmt berüchtigten Megastrukturen erinnert, die Niheis Science-Fiction-Mangas bevölkert haben. Denn auch dort gab es sehr interessante und unterschiedliche Begegnungen. Zudem darf der Nekromant auch wieder beweisen, dass man ihn nicht unbedingt mit großer Stärke oder magischer Macht besiegen kann, eher im Gegenteil. Stattdessen arbeitet Tsutomu Nihei eher die bodenständigen Vorzüge seines Helden heraus, die das Zünglein an der Waage sein könnten.

„Tower Dungeon“ bietet ein Fantasy-Abenteuer, das zunächst deutliche Erinnerungen an die typischen Games weckt, dann aber doch wieder in die Bahnen rutscht, die man von Nihei kennt, geht es doch in erster Linie wieder um die Erforschung eines geheimnisvollen Bauwerks und die Stärken, die auch ein ganz normaler Mensch besitzt. Yuna mag dumm erscheinen, er ist es aber nicht.