Barbara Truelove: Monster und Mainframes (Buch)

Barbara Truelove
Monster und Mainframes
(Of Monsters and Mainframes, 2025)
Übersetzung: Simon Weinert
Foliant, 2026, Paperback, 360 Seiten, 20,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Barbara Truelove liebt es, abgedrehte Geschichten zu schreiben - aber so richtig aufgedreht hat sie erst in ihrem Science-Fiction-Mashup und Bestseller „Monster und Mainframes“, bei dem man mehr oder weniger mit allem rechnen sollte.


Bisher war ihr Job klar, die „Demeter“ bringt und brachte Passagiere nach Alpha Centauri, doch diesmal wird alles anders und dann auch noch ihr angelastet. Ausgerechnet Dracula nistet sich bei ihr ein und meuchelt nach und nach die Menschen.

In der Folge versucht die KI des Schiffes, sich reinzuwaschen - aber das dauert viele Jahre.

Unterstützung bekommt sie schließlich durch einen Werwolf, einen anderen Vampir, der mit Dracula noch eine Rechnung offen hat, einem Ingenieur aus Leichenteilen, einer missgelaunten Mumie und jeder Menge Spinnendrohnen.


Und das sind nicht die einzigen schrägen Vögel, denn auch das medizinische Bordprogramm Steward hat seine eigenen Pläne mit der „Demeter“, die darunter leidet, dass man sie ständig ausmustern oder abschalten will.

Der wilde Trip zieht sich über viele Jahre hin und nimmt sich genug Zeit, die verschiedenen Persönlichkeiten mit Leben zu erfüllen, die sich später auf die Jagd nach Dracula machen. Jeder von denen bekommt eine eigene abgedrehte Geschichte, die zwar in die Hintergrundwelt passt, sich aber durchaus auch vor den klassischen Vorlagen verbeugt.

Tatsächlich spielen Menschen nur am Rande eine Rolle, die Figuren, aus deren Sicht das Geschehen vorangetrieben wird, sind entweder phantastische Ausgeburten des klassischen Horrors oder eben künstlich. Dennoch erhalten sie alle eine ganz eigene Persönlichkeit mit Ecken und Kanten.

Durch die vielen Sprünge ist es nicht immer leicht der Handlung zu folgen, aber wer das schafft, wird mit einer abgedrehten Geschichte belohnt, die mal nachdenklich daherkommt, aber dann auch wieder abgedreht und makaber. Und wer sich ein wenig in der Phantastik auskennt, wird so manche Anspielung erkennen.

„Monster und Mainframes“ ist das, was der Klappentext verspricht: eine abgedrehte Geschichte mit wilden Ideen, einer Hommage an klassische Monster und Elemente des Horrors und nicht zuletzt einem ordentlichen Schuss Science Fiction. Die Mischung wirkt anfangs etwas seltsam, funktioniert aber gut.