Giana Darling: Serpentine Valentine (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Samstag, 05. September 2026 14:23

Giana Darling
Serpentine Valentine
(Serpentine Valentine, 2024)
Übersetzung: Vanessa Lamatsch
Dark Intence, 2026, Paperback, 368 Seiten, 16,95 EUR
Rezension von Christel Scheja
Giana Darling gehört zu den Dark-Romance-Autorinnen, die sich eher mit der von Gefühlen überfrachteten und tabubrechenden Seite der Liebe beschäftigen. Das merkt man auch ihrem „Medusa“-Retelling „Serpentine Valentine“ an.
Lex, eigentlich Alexandra Gorgon, hat neu an der Acheron University angefangen, bekommt aber schon bald zu spüren, dass sie für einige Leute nur ein wertloses Spielzeug ist, das jederzeit weggeworfen werden kann und keinerlei Gerechtigkeit erhält.
Als sich ihr Mentor brutal an ihr vergangen hat, bekommt nicht er die Häme zu spüren, sondern sie. Deshalb schwört Lex Rache an allen, die sie so schmählich verraten haben, auch an der Institutsleiterin.
Und was wäre da einfacher, als sich an deren unschuldige Tochter Luna Pallas heranzumachen und diese zu verführen? Nebenbei arbeitet sie sich mit Freundinnen auch an ihren Peiniger heran und bestraft derweil übergriffige Jungs.
Doch wie man sich denken kann, weckt Luna an Lex schon bald eine Seite, die sie ebenfalls nicht leugnen kann und an ihrer Rache zweifeln lässt. Das führt natürlich zu inneren Konflikten, die nicht gerade ohne sind.
Die Autorin übernimmt nicht nur ein paar Namen aus der griechischen Mythologie, sondern auch wichtige Elemente, die mit den Gorgonen zusammenhängen und bringt sie in ihre nicht unbedingt subtile Rache-Geschichte ein. Denn es ist letztendlich nicht zu übersehen, dass Lex und ihre Mitstreiterinnen Selbstjustiz üben, auch wenn man es noch so gut versteht.
Und es ist nicht zu übersehen, dass sie sich in ihrem Verhalten doch den Tätern angleichen. Und so beginnt auch die Liebesgeschichte erst etwas übergriffig, bis sowohl Luna als auch Lex erkennen, was sie sich noch alles geben könnten.
Natürlich macht es sich die Geschichte manchmal recht einfach; die meisten Nebenfiguren sind sehr eindimensional gezeichnet und meist nur auf wenige Funktionen reduziert - dennoch fällt die Geschichte angenehm aus dem Rahmen der Dark Romance weil sie einmal nicht das erotische Spiel eines dominanten Mannes über eine Frau, die von ihm gebrochen werden soll, behandelt, sondern eben auch aus diesen Klischees ausbricht, selbst wenn einige nur durch andere wie die „bösen brutalen Männer“ ersetzt werden. Aber gerade zu einem „Medusa“-Retelling passt das wunderbar.
„Serpentine Valentine“ ist Dark Romance mit ein paar Elementen aus der griechischen Mythologie, die mit ernsten Themen wie Missbrauch, Trauma-Bewältigung, aber auch Female Rage und Selbstjustiz spielt. Wenngleich Manches mit dem Holzhammer präsentiert wird, hebt sich das Buch doch deutlich von der Masse ab, weil es ganz andere als die gängigen Klischees nutzt und so dem Mythos um Medusa mehr als gerecht wird.