Matt Dinniman: Carl‘s Doomsday Scenario (Buch)

Matt Dinniman
Carl‘s Doomsday Scenario
Dungeon Crawler Carl 2
(Carl‘s Doomsday Scenario, 2024)
Übersetzung: Ruggero Leò
Tor, 2026, Paperback, 448 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Eigentlich erzählt Carl Dinniman eine Geschichte, die mehr oder weniger nur den Wahnsinn widerspiegelt, den Leser und Fans in Computer- und Rollenspielen miterleben dürfen, inklusive des Jonglierens mit Fähigkeiten und Werten. Aber vielleicht hat gerade diese Vertrautheit dafür gesorgt, dass der erste Band zu einem Erfolg wurde und noch sieben Fortsetzungen erleben durfte. Auf Deutsch erschienen ist nun der zweite Band, „Carl‘s Doomsday Scenario“.

 

Carl und Prinzessin Donut haben die erste Ebene des Dungeons überlebt, in der die Erde durch eine außerirdische Macht verwandelt wurde. Die Überlebenden der Apokalypse kämpfen sich nun durch die Ebenen, um vielleicht am Ende zu siegen und damit ihre Zivilisation zu retten.

Carl hat eigentlich nicht solche hochfliegenden Pläne, er will einfach nur irgendwie weitermachen können. Auch wenn es dazu führt, dass er die Zuschauer und Fans weiter begeistern muss. Eine riesige Stadt, die dem Untergang geweiht ist, ist nun das Labyrinth voller Monster und Geheimnisse, durch die er Erfahrung, Macht und Wissen sammeln kann.


Es ist schon witzig zu sehen, wie der Autor die Mechanismen einer Game-Show, wie sie immer mal wieder im Fernsehen zu finden sind, mit denen der Rollenspiele und Computerspiele vermischt, die viele aus ihrer Freizeit kennen. Er lässt es sich auch nicht nehmen, die eine oder andere nette Anspielung einzubringen.

Die Quests mögen vielleicht für Fans nicht neu und innovativ sein, spiegeln aber schon das wider, was sie kennen und werden auch noch witzig variiert, da sich der Autor immer wieder neue schräge Dinge einfallen lässt, um die Handlung noch ein wenig abstruser wirken zu lassen.

Der rote Faden besteht wohl in erster Linie darin, dass Carl und Prinzessin Donut irgendwie versuchen zu überleben. Dabei bleiben sie sich aber auch treu, denn die Katze ist so überheblich und narzisstisch wie immer und Carl der bodenständige Ex-Marine, der das Überleben gelernt hat und trotz allem immer noch Menschlichkeit bewahrt hat. Er ist tatsächlich der Teamplayer, der alles auch weiterhin zusammenhält.

Das Ganze wird mit schrägen Gags durchmischt, die manchmal vielleicht etwas unter die Gürtellinie gehen, aber immer jugendfrei bleiben. Die Handlung wird zudem flott erzählt und hat keine Längen, denn die Handlung geht diesmal etwas andere Wege als im ersten Band.

„Carl‘s Doomsday Scenario“ ist erneut eine schräge Parodie dessen, was viele Fans gerade an Fantasy-Games zu schätzen wissen. Klischees und Spielmechanismen werden frech auf die Schippe genommen, so dass man sich ständig amüsieren kann, zudem stimmt das Tempo des Abenteuers.