Malou Bichon: Nymphentraum (Buch)

Malou Bichon
Nymphentraum
Nektar und Ambrosia 2
Loewe Intense, 2026, Paperback, 400 Seiten, 16,95 EUR

Rezension von Christel Scheja

Bereits im ersten Band entführte Malou Bichon in die Welt der griechischen Mythologie, wenngleich auch die Götter keine Rolle spielen, sondern eher Nymphen, Sirenen und Musen. Allerdings wechselt diesmal der Fokus von Wanda und Neo hin zu Galateia, die im ersten Band nur eine Nebenrolle hatte und nun ihren „Nymphentraum“ erlebt.


Wanda und Neo sind mit der „Wolkenschwinge“ unterwegs in einer Welt zwischen Traum und Magie. In der letzten Sekunde hat es auch noch Galateia geschafft, an Bord zu kommen, aber dort erlebt sie eine Überraschung, die sie nicht mehr loslässt.

Ausgerechnet der Kapitän des Schiffes, der raubeinige Akis, sieht so aus wie ihre verloren geglaubte Liebe, mit dem sie einst über weiches Moos unter goldenen Baumschatten tanzte. Und so verliert sie sich in dem Wunsch und der Hoffnung, dass er wirklich ihr Geliebter ist.


Auch wenn die Handlung durchaus ein Fantasy-Abenteuer hätte sein können, so ist die Geschichte doch etwas anders gewichtet, da sie unter dem Label Loewe Intense erschienen ist und so eher dem romantischen Aspekt Rechnung trägt.

Da die Liebesgeschichte zwischen Neo und Wanda erst einmal zu Ende erzählt ist, wechselt der Fokus nun zu einem anderen Pärchen, das früher einmal eines war, aber jetzt wohl keines mehr. Denn auch wenn sich Galateia sicher ist, dass Akis ihr Geliebter ist, der doch nicht starb, wie sie angenommen hatte, scheint er sie nicht wiederzuerkennen oder wiedererkennen zu wollen, was natürlich zu einigen Konflikten führt.

Da vermutlich auch noch andere ihre Finger mit im Spiel haben, wird es umso dramatischer und komplizierter, führt zu sehr vielen Missverständnissen, aber auch Leid und schadet der Stimmung auf dem Schiff.

Die Handlung bietet dramatische Momente, aber auch Freundschaft und Hoffnung. Im Hintergrund wird das verbindende Geschehen fortgeschrieben, auch wenn es wenig wichtig erscheint. Und das Ende dürfte so manchen Leser überraschen.

Alles in allem ist der Stil auch in diesem Band sehr poetisch und einfühlsam, die Autorin versteht es zwischen Wahrnehmung, Traum und Erinnerungen hin und her zu springen und so ein rundes Bild der Beziehung zu schaffen, um damit das Drama zu erhöhen. Auch die mythischen Aspekte werden mit sehr viel Respekt behandelt.

„Nymphentraum“ setzt die „Nektar und Ambrosia“-Reihe gelungen fort, da die Handlung zu anderen Figuren wechselt, aber dennoch die ersten Charaktere nicht vergisst. Es bleibt magisch und abenteuerlich, aber die Romantik bekommt diesmal einen ganz anderen, vielleicht dramatischeren Unterton.