Stefanie Santer: A Legacy of Silk and Blood (Buch)

Stefanie Santer
A Legacy of Silk and Blood
Piper, 2026, Paperback, 400 Seiten, 17,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Stefanie Santer hat eine Weile auf einem Segelboot auf dem Mittelmeer gelebt und so vermutlich auch den Schauplatz ihres Romans „A Legacy of Silk & Blood“ kennengelernt. Mit ihrer Gothic-Romantasy-Geschichte entführt sie in ein abgelegenes Luxushotel, in dem nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen scheint.


Nach langen Jahren ist Livia in ihre Heimatstadt Valencia zurückgekehrt, die sie einst überstürzt verlassen musste. Sie versucht nun ihre Jugendliebe Koen wiederzufinden, weil sie nicht glauben kann und will, dass er tot ist.

Tatsächlich findet sie ihn im „El Arcano“ wieder, einem düsteren Luxushotel. Dort schleicht sie sich als Dienstmädchen ein und versucht mit ihm Kontakt aufzunehmen. Allerdings scheint er sie bewusst zu verleugnen. Doch was verheimlicht er?


Es ist nicht so, dass die Themen aus dieser Geschichte neu sind, denn dunkle Geheimnisse und Flüche aus der fernen Vergangenheit, waren auch schon in der Schauer-Romantik und den daraus hervorgegangenen „Gaslicht-Romanen“ präsent und haben die Heldin manches Mal in Schwierigkeiten gebracht. Was neu ist, sind die Elemente des New Adult, die ebenfalls in die Handlung miteinfließen dürfen. Denn immerhin müssen hier zwei Jugendfreude wieder zusammenfinden, auch wenn es den Tod für einen von ihnen bedeuten könnte.

So ganz mitfühlen können das Leser allerdings nicht, da die Figuren zu sehr auf Distanz bleiben. Die Autorin erzählt daher eine routinierte Geschichte, die ein paar Hinweise im Prolog gibt, dann die Heldin nach Antworten suchen und die Liebe zu ihrem Jugendfreund neu entflammen lässt.

Das Ganze bedient sich zwar einiger übernatürlicher Details, bleibt aber ansonsten recht bodenständig. Die guten Ideen werden leider verschenkt. Allerdings gibt es auch kaum überraschende Wendungen, so dass sich das Geschehen gelegentlich zieht, weil es mehr um das Geplänkel in der Beziehung geht als um das Geheimnis, das enthüllt und die Flüche, die gelöst werden wollen. Allein das Ende ist etwas überraschend, wenngleich auch die Frage offenbleibt, ob der Roman noch eine Fortsetzung erhält.

„A Legacy of Silk & Blood“, besitzt zwar einige nette Auftaktideen, die Autorin führt diese aber nicht sonderlich aus, weil sie zu sehr darauf setzt, eine New-Adult-Romanze der Moderne mit der Atmosphäre der Schauer-Romantik zu mischen und sich dabei zu sehr auf die Beziehung konzentriert.