K. A. Linde: The Robin on the Oak Tree - Der Fluch des Rotkehlchens (Buch)

K. A. Linde
The Robin on the Oak Tree - Der Fluch des Rotkehlchens
Oak & Holly 2
(The Robin on the Oak Tree, 2025)
Übersetzung: Sigrun Zühlke
Heyne, 2026, Hardcover, 720 Seiten, 24,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Seit Monster aller Art die Herrschaft über die Welt an sich gerissen haben, bevölkern Sirenen und Drachen die Straßen großer Städte, so dass die Menschen nicht mehr viel zu lachen haben. Aber immerhin hat ein Abkommen dafür gesorgt, dass sie nicht länger Freiwild sind. Das kommt auch Kierse McKenna entgegen, die sich bisher als Straßendiebin und Einbrecherin durchschlug. Doch mit „The Robin on the Oak Tree - Der Fluch des Rotkehlchens“ wird alles anders.

 

Beim Einbruch in ein größeres Anwesen, das einem gewissen Graves gehört, wird sie zwar erwischt, aber der Mann macht ihr ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann, was in der Folge bewirkt, dass sie mehr über sich und ihre eigene Vergangenheit erfährt. Aber jetzt lassen sie auch Albträume über ihre leiblichen Eltern nicht mehr los.

Um mehr über diese zu erfahren, muss sie auf den Kobold-Markt gelangen, wofür sie allerdings das Armband der Nymphenkönigin stehlen muss. Eigentlich kein Problem für die talentierte Diebin, allerdings macht ihr mehr oder weniger Graves einen Strich durch die Rechnung, obwohl sie diesen nie wieder hatte sehen wollen.


Die Geschichte macht trotz eines kleinen Zeitsprungs da weiter, wo der erste Band aufhörte. Denn immerhin weiß Kierse jetzt, dass sie mehr ist, als sie bisher zu sein glaubte. Und das macht ihr natürlich auch zu schaffen, weil neben der Magie, die in ihr erwacht zu sein scheint, nun auch noch Albträume da sind.

Das bedeutet, sie muss sich tiefer in eine Welt einlassen, der sie gerne lieber früher als später den Rücken gekehrt hätte. Allerdings erweist sich das als nicht gerade einfach, denn ganz offensichtlich wird sie Graves nicht mehr los. Der tritt unerwartet in ihr Leben und scheint auch weiterhin sehr interessiert an ihr zu sein.

Immerhin ist sie etwas Besonderes, jemand, der für ihn wichtig sein könnte. Dabei spielt die Autorin auch weiterhin ein wenig mit den irisch-keltischen Mythen und mischt sie mit ein paar Raubzügen, die ein wenig Spannung in die Handlung bringen sollen. Aber letztendlich dreht es sich mehr um die enger werdende Beziehung der beiden Hauptfiguren.

Denn Graves ist natürlich nicht nur der böse Bad Boy, sondern entwickelt deutliche Gefühle für Kierse, macht ihr klar, dass er sie beschützen will, zumal sie durch das Vermächtnis ihrer leiblichen Eltern stark gefährdet ist.

Die Geschichte lässt sich angenehm lesen und ist ohne Längen, allerdings bedient die Autorin auch viele Handlungsmuster und Klischees, die erfahrene Leser schon kennen dürften, weil sie offensichtlich dazugehören müssen. Allein die mythische Neuinterpretation gewisser Märchen und Sagen bringt ein wenig Abwechslung. Die Figuren entwickeln sich zwar ein wenig weiter, wirken aber letztendlich auch immer noch wie klassische Archetypen des Romantasy-Genres.

„The Robin on the Oak-Tree - Der Fluch des Rotkehlchens“ setzt die „Oak & Holly“-Saga angemessen fort. Dabei achtet die Autorin auch weiterhin darauf, romantische Gefühle und Leidenschaft mit genügend Action und einem Schuss Mythologie zu vermischen, auch wenn Vieles natürlich die Erwartungen der Fans des Romantasy-Genres erfüllen dürfte.