Sofia Mars: Liebe so rot wie Blut - Die Erhabenen 1 (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Mittwoch, 11. März 2026 07:15

Sofia Mars
Liebe so rot wie Blut
Die Erhabenen 1
Knaur, 2026, Paperback, 368 Seiten, 18,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Vampire stehen wieder hoch im Kurs bei den Fans der Romantasy. Sie kommen vielleicht nicht mehr ganz so glitzernd und edel wie zu Beginn des Jahrtausends daher, die neue Gefährlichkeit verleiht dem Geschehen aber auch ein wenig mehr Spannung. Das ist auch in „Liebe so rot wie Blut“ der Fall, dem Auftakt der Dilogie um „Die Erhabenen“.
Amalia ist eine Erhabene. Auch wenn sie menschlich wirkt, so ist sie doch viel mehr. Eine geborene Vampirin mit besonderen Gaben, aber ohne den üblichen Blutdurst oder irgendwelche störenden Gefühle. Das ändert sich allerdings, als sie das auf einer abgelegenen Insel liegende Winter-Institut besucht.
Dort lernt sie nicht nur die für ihre Art wichtigen Dinge, sondern auch den Sterblichen Caelan kennen, der schon bald durch seine pure Anwesenheit ihre Mauern durchbricht und nie zuvor erlebte, ja sogar verbotene Gefühle weckt. Und durch ihn erfährt sie von dunklen Entwicklungen, die alles und alle um sie herum in Gefahr bringen könnten.
Die Autorin vereint in ihrer Geschichte alles, was irgendwie zu dieser Art von Romanen dazu gehört - angefangen mit einem dem College ähnlichen Internat, jungen Vampiren, die mehr über ihre Natur erfahren müssen und dem üblichen Geplänkel zwischen Jungen und Mädchen. Dazu kommt eine Heldin, die bisher beherrscht gelebt hat, aber sich schon so ihre Gedanken machte, deshalb das Gefühlswirrwarr auch besser wegsteckt, als man denkt. Und natürlich ein Gegenpart, der gleichermaßen faszinierend wie gefährlich wirkt.
Um die beiden enger zusammenzubringen und deren Leidenschaft zu wecken, bekommen sie auch noch eine Aufgabe, die sie gemeinsam in Atem hält und schließlich auch in Gefahr bringt.
Die Machenschaften einer noch nicht näher definierten Gruppe, schürt nicht nur den Argwohn zwischen Sterblichen und Menschen, die bisher einen gewissen Frieden hielten, sie scheint auch junge Erhabene zu gefährden. Das ist der rote Faden, der vermutlich auch noch den zweiten Band bestimmen wird.
Ansonsten erhält man die Mischung, die man erwartet: Ein ungleiches Paar, das schon bald nicht mehr ohne den jeweils anderen leben kann, eine Gefahr für Leib, Leben und Frieden, aber auch Eifersucht von Dritten. Das ist in eine solide, aber für erfahrene Leser teilweise vorhersehbare Handlung gepackt, und in der dem Genre gemäß, die Liebe mehr in den Vordergrund rückt. Die Geschichte ist flott geschrieben und endet mit dem obligatorischen Cliffhanger. Allerdings nutzt die Autorin das Potential einiger Ideen nicht, so dass der Hintergrund und viele der Figuren völlig blass bleiben.
„Liebe so rot wie Blut“ ist nicht nur der Auftakt des „Die Erhabenen“-Zweiteilers, sondern hält auch das, was schon der Klappentext verspricht. Der Roman richtet sich vor allem an Romantasy-Leserinnen, die von Vampiren in einem modernen Kontext noch immer nicht genug bekommen können, bietet dem Genre-Fan aber leider ansonsten nicht viel Neues.