Regina Schleheck: Die Weissagung des Drachen (Buch)

Regina Schleheck
Die Weissagung des Drachen
Titelbild: Regina Schleheck
p.machinery, 2022, Paperback, 110 Seiten, 12,90 EUR

Rezension von Carsten Kuhr

Was ist dies für ein schmales Bändchen, das uns p.machinery hier offeriert?

Regina Schleheck erzählt uns eine Geschichte, die heruntergebrochen ein Sammelsurium von Motiven in sich vereint, die allesamt bekannt sind. Es geht um das versunkene Atlantis und dessen verschwundenen Volk. Es kommen intelligente Drachen und Magie vor. Primaten - also recht intelligente Affen -, ein undurchdringlicher Dschungel. Ein Findelkind und verschollene Thronerben - hoppla, dies alles in nur gut 100 Seiten? Da hat sich die Autorin aber Einiges vorgenommen.


Wir lernen unsere beiden Erzähler in einem jungen Alter kennen. Die Mutter wurde zusammen mit ihrer kleinenTochter von Affen aus ihrem Dorf zur Küste entführt, um dort auf ein zweites Baby, einen Jungen, zu stoßen. Sie nimmt diesen an, zieht beide Kinder in Gefangenschaft einer merkwürdigen amphibischen Menschenrasse auf.

Als die Kinder später fliehen, stoßen sie auf die Höhle eines einst schwer verletzten Drachen. Dieser weist ihnen nicht nur den Weg zum Dorf der Mutter, sondern eröffnet ihnen auch, dass dem Jungen geweissagt wurde, dereinst vielleicht der Retter eines Volkes zu werden.

Zunächst befreien sie ihre Mutter, dann geht es für die Beiden - erst getrennt, später gemeinsam - gegen den Verantwortlichen für den Untergang von Atlantis...


Es ist in der Summe ein wenig viel, was die Verfasserin hier zwischen ihre Buchdeckel gepackt hat. Zumal sie in die durchaus spannend aufgezogene Handlung auch noch wichtige Fragen inkludiert. Da geht es um Rollenbilder, um Emanzipation, um Verantwortung fürs Gemeinwohl.

Dabei liest sich der Kurzroman durchaus flüssig und spannend in einem Rutsch durch. Bedingt durch die Kürze des Textes konzentriert sich die Autorin auf die Zeichnung ihrer beiden Protagonisten - hier kommt ein klein wenig Tarzan-Feeling auf - und ihre Rätsel, die es für diese und die Leser aufzuklären gilt. Dass es ihr dabei gelingt, wichtige Themen mit einfließen zu lassen, spricht für Regina Schleheck.

„Die Weissagung des Drachen“ ist alles in allem ein schnell gelesenes Büchlein, das uns eine etwas zu groß geratene Menge bekannter Motive offeriert, diese in einer interessanten Mischung präsentiert und durchaus zu unterhalten weiß.