David Leadbeater: Odins Vermächtnis (Buch)

David Leadbeater
Odins Vermächtnis
(The Bones of Odin)
Übersetzung: Philipp Seedorf
Titelbild: Michael Schubert
Luzifer, 2019, Paperback, 372 Seiten, 14,95 EUR, ISBN 978-3-95835-408-1 (auch als eBook erhältlich)

Rezension von Carsten Kuhr

Einst war er einer der fähigsten Soldaten im Dienste des Empire. Als Offizier des SAS diente er seinem Land, war dort wo die Kugeln nur so flogen. Doch das ist schon einige Jahre und den Tod seiner Frau her. Jetzt hat Matt Drake sich eigentlich zur Ruhe gesetzt - Sie haben das Wort eigentlich bemerkt? Statt durchs Zielfernrohr feindliche Terroristen und Soldaten ins Visier zu nehmen, nutzt er mittlerweile den Sucher eher dazu, Models auf dem Laufsteg abzulichten.

Während eines Foto-Shootings kommt es zu einem gewaltsamen Vorfall. Eine deutsch sprechende Spezialeinheit überfällt ein Museum, um den Schild Odins zu stehlen, Matt, der Bilder vom Überfall macht, gerät dabei ins Visier der Verbrecher.

Die Spur führt ihn und seinen Mitbewohner nach Paris. Hier geraten sie erneut in einen Überfall, der dieses Mal einem im Louvre ausgestellten anderen Wikinger-Artefakt gilt. Nach und nach kommen sie einer internationalen Verschwörung auf die Spur. Es gilt, die vor Jahrtausenden auf der ganzen Welt versteckten neun Relikte Odins zu finden. Werden diese auf Ragnarök zusammengesetzt, so weisen sie den Weg zu den Gräbern der Götter.

Begleitet von einer suspendierten Inspektorin des NYPD machen sich Matt und sein nerdiger Wohngenosse auf, die deutschen und kanadischen Söldner und deren Drahtzieher aufzuhalten…


Vorliegender Roman hat 2017 den Amazon Kindle Storyteller Award in Großbritannien bekommen - und dies wahrlich nicht zu Unrecht.

Sieht man einmal davon ab, dass der Autor gerne und ausgiebig in eine stereotype Darstellung der dummen Deutschen verfällt, erwartet den Leser ein wahrhaft munteres Abenteuer um alte Götter, historisch-archäologische Funde und verrückte Sammler.

Die Jagd führt unser Dreiergespann, angereichert durch diverse letztlich unwichtige Helfer, quer über den Globus und könnte getrost als Vorlage eines Action-Kino-Blockbusters dienen. Es gibt mit Fallen gespickte Fundorte, Kommando-Einheiten, explodierende Hubschrauber und antike, exotische Handlungsorte zuhauf, das Tempo ist irrwitzig hoch und der Lese-Sog entsprechend groß. Auch, dass der Kollege Zufall viel zu oft genutzt wird sei angemerkt, dass die Handlung vor unlogischen Brüchen strotzt, fällt da kaum mehr auf - schlimm ist aber deides nicht, zu rasant eilt der Plot von Cliffhanger zu Cliffhanger.

Natürlich mangelt es dem Text an Tiefe, von Charakter-Entwicklung oder sorgfältig recherchierten Fakten wollen wir am Besten gar nicht reden. Doch dies ist auch nicht die Absicht des Autors. Leadbeater will seine Leser fulminant in seine Handlung reißen, will ihnen eine Achterbahnfahrt voller aberwitziger Gefechte, Verfolgungsjagden und Entdeckungen bieten und dabei packend unterhalten. Dass er sich selbst und seinen Plot nicht immer ganz bierernst nimmt, macht die Lektüre angenehm und peppt sie weiter auf.

Stilistisch auf recht einfachem Niveau bietet sich die Übersetzung gefällig zu lesen an, das phantastische, mit Motiven des Romans gefüllte Cover macht auf den Inhalt neugierig, so dass das Buch eigentlich ideale Urlaubslektüre darstellt, bei der man seine Umgebung vergessen und sich spannend unterhalten kann.