Literatur-News

Gestorben: Richard A. Lupoff (1935-2020)

Richard A. Lupoff ist heute gestorben. Der 1935 geborene US-Amerikaner gab Anfang der 60er Jahre zusammen mit seiner Frau Pat das SF-Fanzine "Xero" heraus, das 1963 mit einem Hugo Award als Bestes Fanzine ausgezeichnet wurde. Ungefähr zeitgleich dazu gab er Werke von Edgar Rice Burroughs heraus und schrieb eine Biographie über ihn. In der Folge begann er, unter anderem Science-Fiction-Romane und -Kurzgeschichten zu schreiben. Hierzulande erschien nur ein Bruchteil seines Werks. Er war der Autor der Bände 1 und 6 der sechsteiligen von Philip José Farmer herausgegebenen Reihe "Das Dungeon", die zwischen 1988 und 1991 entstand. Richard A. Lupoff wurde 85 Jahre alt.

News in Kürze: "John Sinclair", "Perry Rhodan NEO" & mehr

Der Autor Christian Humberg alias Simon Borner lebt und arbeitet in Mainz. Sein erster "John Sinclair"-Roman ist heute als Romanheft und eBook erschienen: "Die Magier von Mainz". Mehr Infos finden sich beim Bastei Verlag, hier. Bei YouTube findet sich außerdem hier ein Video des Autors, in dem er aus dem Roman liest.

Bei "Perry Rhodan NEO" steht eine neue Handlungsstaffel an - auch sie greift auf Elemente zurück, die in der klassischen "Perry Rhodan"-Serie erstmals auftauchten. Im aktuellen Fall geht es um die Loower; dieses mysteriöse Volk wurde von William Voltz erfunden. Bei "Perry Rhodan NEO" wird die klassische Vorlage allerdings modern und in ganz anderer Weise interpretiert. Der nächste Handlungsabschnitt der Serie beginnt am 27. November mit Band 240. Die "Nonagon"-Staffel umfasst wieder zehn Romane, es handelt sich um die mittlerweile 24. Staffel der Serie. Wieder sind Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm als Exposé-Autoren für die Planung und inhaltliche Steuerung zuständig.

Stephen King zählt seit Jahrzehnten zu den weltweit erfolgreichsten Bestseller-Autoren. Wie lässt sich der Erfolg seiner Gruselromane erklären? Zweifelsohne mit dem Erfindungsreichtum und der Wirkungskraft seiner Literatur - doch was steckt noch hinter der Langlebigkeit seines Erfolgs? Die Doku "Das notwendige Böse" forscht anhand seltener Interviews nach; ARTE zeigt sie am kommenden Freitag um 21.45 Uhr. In der ARTE-Mediathek ist sie hier bereits abrufbar.

Niemand verkörpert den paranoiden Mainstream der derzeitigen Menschheitsepoche so gut wie Donald Trump, meint Sascha Mamczak in der Kolumne "Der Apokalyptiker", die bei diezukunft.de hier zu finden ist.

Folge 2 vom "John Sinclair NIGHT TALK" ist hier bei YouTube abrufbar. In dieser spricht Hennes Bender mit der Frau, die die Romanhefte lektoriert: Britta Künkel, man erfahrt, wie Erzählstränge und Cover entwickelt werden, wie Mehrteiler entstehen und vieles mehr.


Zusammenstellung: ojm

Deutscher Jugendliteraturpreis 2020: Sonderpreis für Cornelia Funke

Der mit 12.000,00 EUR dotierte Sonderpreis "Gesamtwerk" beim Deutschen Jugendliteraturpreis 2020 geht an Cornelia Funke. "Sie hat mit ihren Büchern ein umfangreiches und vor allem vielfältiges Gesamtwerk geschaffen, das eine sehr breite Leserschaft anspricht. Dabei beherrscht sie reale Alltagsgeschichten für Jüngere genauso wie narratologisch komplexe Abenteuer für Jugendliche", so die Sonderpreisjury. Weltweit begeistert die Meisterin des Geschichtenerzählens Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen und eroberte mit der "Tintenwelt"- und der "Reckless"-Serie Bestseller-Listen. Sie hat über 70 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, übersetzt in 50 Sprachen erreichten sie eine Weltauflage von 31 Millionen.

News in Kürze: "John Sinclair NIGHT TALK", Thomas Hettche & mehr

Neu am Start ist der "John Sinclair NIGHT TALK", der offizielle "John Sinclair"-YouTube-Channel. Hier erwarten die Zuschauer ab jetzt regelmäßig Videos aus der Welt von Geisterjäger John Sinclair. Man berichtet über die Hörspiele, Romanhefte, eBooks, Merchandise, Bücher... Zu Wort kommen werden Sprecher, Produzenten, Autoren, Lektoren und viele mehr. Als Moderator konnte man Hennes Bender gewinnen, der selbst seit gut 40 Jahren "John Sinclair"-Fan ist. Er führt durch diesen Kanal und blickt hinter die Kulissen. Folge 1 ist hier abrufbar.

Im Februar 1948 wurde die Augsburger Puppenkiste eröffnet. Fünf Jahre zuvor, mitten im Krieg, hatte es bereits einen Vorläufer gegeben. Thomas Hettche verknüpft in "Herzfaden" die Geschichte des Puppentheaters mit der Geschichte von Hannelore Oehmichen, Hatü genannt, der Tochter des Gründers der Augsburger Puppenkiste. Außerdem gibt es noch ein 12jähriges Mädchen, das auf einen geheimnisvollen Dachboden gerät und dort nicht nur Hatü, sondern auch ganz vielen Figuren der Augsburger Puppenkiste begegnet:
Beim Deutschlandfunk hat der Autor Thomas Hettche am vorigen Freitag erzählt, warum er darin die wahren Ereignisse um eine märchenhafte Geschichte ergänzt hat. Die Sendung findet sich online hier.

Bei der Perry Rhodan Online Community ging bereits im Vormonat ein Interview von Roman Schleifer mit Andreas Brandhorst online, in dem der Autor erklärt in welchem seiner Universen er ein "Perry Rhodan"-Crossover ansiedeln würde und wie er es mit einem Blick in die Zukunft hält. Es findet sich hier.

Den "Perry Rhodan"-Lesern ist Robert Corvus durch seine Romane für die Romanhefte und Taschenbücher des Perryversums bekannt. Jenseits davon hat er sich einen Namen als Autor eigenständiger Science-Fiction- und Fantasy-Romane gemacht. Drei Romane, die im Original bei Piper erschienen sind, hat der Autor nun in einer "Collection Corvus" als liebevoll gestaltete Hardcover-Ausgaben neu aufgelegt. Gemeint sind "Schattenkult", "Grauwacht" und "Drachenmahr". Mehr Infos finden sich hier.

Hier findet sich ein Video-Interview von Bastei Lübbe mit Andreas Eschbach anlässlich des Erscheinen seines neuen Romans "Eines Menschen Flügel". 


Zusammenstellung: ojm

Erschienen: "Dunkle Legende"

Neu erschienen ist der Horror-Roman "Dunkle Legende" von Carl Denning. (eBook, 2,99 EUR)

Am Ufer eines Sees mitten im kanadischen Grand Jardin Nationalpark werden vier brutal ermordete Studenten gefunden. Es gibt keinen einzigen Hinweis auf den Täter. Der Ort jedoch ist Chefinspector Susan Gant in schlechter Erinnerung, denn vor sieben Jahren brachte sich dort eine junge Frau namens Violet Goglin um. Der Grund dafür konnte nie geklärt werden. Violets Vater verfiel damals dem Wahnsinn. Seltsamerweise beschäftigte sich einer der getöteten Studenten mit diesem rätselhaften Fall. Susan Gant und ihr Team versuchen verzweifelt, die Ermittlungen voranzutreiben. Doch währenddessen geschehen zwei weitere Morde. Es kommt zu immer unheimlicheren Zwischenfällen. Hat der damalige Selbstmord etwas mit den grauenvollen Ereignissen zu tun? Je mehr Susan Gant dem Fall nachgeht, desto tiefer gerät sie in einen entsetzlichen Albtraum...

News in Kürze: Neue Romansparte bei Cross Cult & mehr

Mit dem Sommerprogramm ab April 2021 hält eine gänzlich neue Romansparte Einzug bei Cross Cult: Romane zu Brettspielen aus dem Hause Asmodee. In den kommenden Jahren werden Romane zu unter anderem "Arkham Horror", "Twilight Imperium", "Pandemic" und "Legend of the Five Rings" erscheinen.

Der für diesen Monat angekündigte Band 100 von "Dorian Hunter" ("Dämonensterben" von Michael Marcus Thurner, Logan Dee und Dennis Ehrhardt) wird verschoben, Zaubermond nennt als neuen Termin den Februar des kommenden Jahres.

Im Piper Verlag ist "Die Eskalation" von Andreas Brandhorst erschienen, die Fortsetzung von "Das Erwachen". (Paperback mit Klappenbroschur, 640 Seiten, 17,00 EUR, ISBN 978-3-492-06185-8 (eBook: 12,99 EUR))
Vor vier Jahren war etwas in den globalen digitalen Netzen erwacht, und aus künstlicher Intelligenz wurde Maschinenintelligenz, die sich rasend schnell ausbreitete und weiterentwickelte. Man nannte sie "Goliath" oder auch "Smiley", weil das erste Zeichen des langen, unaussprechlichen Namens ein Smiley war. Der Versuch, die Maschinenintelligenz zu eliminieren, scheiterte. Goliath übernahm die weltweite digitale Infrastruktur, und damit verlor der Mensch die Kontrolle über seine Welt, über Transport, Kommunikation, Strom- und Wasserversorgung. Die Nationalstaaten verloren ihre Bedeutung - sie hörten praktisch auf zu existieren. Viele Menschen, die den Veränderungen zunächst skeptisch gegenübergestanden hatten, fanden sich damit ab und richteten sich so gut wie möglich in ihrem neuen Leben ein.
Eine Leseprobe findet sich hier.

Das Dreigestirn-System ist der Ort, an dem die Menschheit einst erschuf, was ihr zum Verhängnis wurde: den Hive. Als die Gefährten um den Springer Ryk dort eintreffen, werden sie mit einer alten Raumstation und einem Planeten voller Hivestöcke konfrontiert. Auf der abschließenden Etappe ihrer Suche nach dem letzten Admiral finden sie nicht nur friedliche Reste menschlicher Zivilisation, sondern auch fanatische Sektierer mit einem fatalen Drang zu tödlichen Operationen und die lebendige Erinnerung an ein Genie, das ihre Reise erst ausgelöst hat. Es stellt sich die entscheidende Frage ihrer Mission: Ist die Rettung, die sie erstreben, tatsächlich das, was die Zukunft der Menschheit sichert, oder ist es besser, die Fehler der Vergangenheit in neuem Licht zu sehen? Alte Überzeugungen über Bord zu werfen, mag schwer sein. Doch möglicherweise ist dies am Ende der einzige Weg zur Rettung ihrer Heimat.
"Dreigestirn", der abschließende Teil der Trilogie "Der letzte Admiral" von Dirk van den Boom, ist bei Cross Cult erschienen. (Taschenbuch, 400 Seiten, 16,00 EUR, ISBN 978-3-966583-11-4 (eBook: 9,99 EUR))

Erschienen: "Holland im Jahr 2440"

Im Verlag Dieter von Reeken ist das Buch "Holland im Jahr 2440" von Betje Wolff erschienen. (Paperback, 66 Seiten, 10 Abbildungen, 23 Reproduktionen, ISBN 978-3-945807-57-6, 10,00 EUR)

Es handelt sich um die deutsche Erstausgabe der ersten niederländischen utopischen Zukunftserzählung "Holland, in ’t jaar MM, CCCC, XL" aus dem Jahr 1777, anonym erschienen, verfasst von Betje Wolf (= Elizabeth Wolff geb. Bekker, 1738-1804).

Betje Wolff wurde in Vlissingen in der heutigen niederländischen Provinz Zeeland als Elizabeth Bekker geboren. Sie trat zuerst mit kleinen satirischen Arbeiten, dann auch mit größeren Werken in Erscheinung. Nach dem Tod ihres Mannes zog ihre Freundin Agatha Deken zu ihr, mit der sie zahlreiche große und kleine Schriften verfasste. Nach einem politisch bedingten Aufenthalt in Frankreich zogen Aagje und Elizabeth nach Den Haag. Dort starb Betje Wolff am 5. November 1804, ihre Freundin Aagje wenige Tage später am 14. November 1804. Bestattet wurden beide in einer gemeinsamen Grabstätte in Scheveningen.

Die Bedeutung Elizabeth Wolffs für die niederländische Literatur beruht auf den Romanen, die sie zusammen mit Aagje Deken schrieb. Beide Frauen sind als die Schöpferinnen des niederländischen Originalromans zu betrachten. Ihr Hauptwerk ist der 1782 erschienene und in den Niederlanden noch heute populäre Briefroman "Sara Burgerhart", der auch autobiografische Bezüge zu Betje Wolff enthält.

Die Schrift ist nicht wegen des Inhalts, sondern aus formalen Gründen ein Meilenstein in der Geschichte der niederländischsprachigen utopisch-phantastischen Literatur: Es ist in diesem Sprachraum noch vor Gerrit Paapes 1798 erschienener Vorschau auf das Jahr 1998 in "De Bataafsche Republiek" und Arend Fokke Simonsz’ 1792 erschienener Erzählung "Het toekomend jaar drie duizend" die erste in die holländisch-niederländische Zukunft gerichtete Utopie; auch Willem Bilderdijks "Kort verhaal van eene aanmerklijke luchtreis" die erste niederländische im Weltraum spielende Erzählung, erschien erst 1813.

EuroCon: Auszeichnung für Franz Rottensteiner

Auf dem EuroCon, der in Rijeka in Kroatien geplant war aber wegen der Coronavirus-Pandemie als Online-Event stattfand, wurden gestern die ESFS-Awards verliehen. Der Traditionspreis existiert seit 1972, dabei treten Vertreter europäische Länder in unterschiedlichen Kategorien gegeneinander an. Der Fokus liegt auf Science Fiction und Phantastische Literatur. Die diesjährige Preisverleihung ist bei Youtube hier zu finden. In diesem Jahr wurde in der  Kategorie Grand Master of European Science Fiction der österreichische Literaturkritiker und Herausgeber Franz Rottensteiner ausgezeichnet. Die gesamte Liste der Gewinner findet sich hier.

Erschienen: "Exodus" Ausgaben 40 und 41

­Im Jahr 2024 soll sich eine erste Crew von Freiwilligen auf den Weg zum Roten Planeten machen und die Grundlagen für eine Besiedelung durch Menschen schaffen. So sieht es die Roadmap von Projekt "Mars One" des niederländischen Unternehmers Bas Lansdorp vor. Die Macher des Magazins "Exodus" wollten da nicht hintenan stehen und haben den ultimativen Doppelpack zum Thema Mars herausgegeben: Die Ausgaben 40 und 41 sind zeitgleich erschienen. (A4 Paperback, je 108 Seiten, je 15,90 EUR).
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Mit an Bord: Kurzgeschichten von Victor Boden, Christian Endres, Andreas Eschbach, Rico Gehrke, Uwe Hermann, Axel Kruse, Thorsten Küper, Hans Jürgen Kugler, Jacqueline Montemurri, Horst Pukallus, Roman Schleifer, Angela & Karlheinz Steinmüller, Norbert Stöbe, Wolf Welling und vielen anderen. In den Galierien: Dirk Berger & Rainer Schorm. Dazu die beliebten Sparten Essay, Lyrik-Section unf Comic… und alles reichlich illustriert von der Crème de la Crème der deutschen Szene!

15 "Perry Rhodan"-Silberbände bald wieder lieferbar

Seit 1978 gibt es die "Perry Rhodan"-Silberbände. Diese bilden eine Neubearbeitung der jeweiligen "Perry Rhodan"-Romanheft-Zyklen, jeder Band ist mit einem 3D-Titelbild und Silbereinband ausgestattet. Im November erscheint mit "Die Raum-Zeit-Ingenieure" der 152. Band der erfolgreichsten Science-Fiction-Serie der Welt. Und damit diese Buchreihe jederzeit lieferbar ist, werden in unregelmäßigen Abständen die Lücken, die im Laufe der Zeit durch die Abverkäufe im Handel entstehen, wieder geschlossen.
Aus diesem Grund hat Edel entschieden, gleich 15 Bände auf einmal nachzudrucken. Es handelt sich um die Bände 1 bis 7, 9, 11, 12, 16, 36, 48, 64 und 91.
Und obwohl es sich um reine Nachdrucke handelt, unterscheiden sich einige der Bücher dennoch von der Originalausgabe. Da im Laufe der Zeit die Titelgestaltung auf dem Umschlag verändert worden ist - der Titel steht seither außerhalb des 3D-Titelbildes - wurde dies nun auch bei den Nachdruckbänden angepasst. Auch stimmen manche Titelbildmotive mit den Originalen nicht mehr exakt überein. Die Motive sind zwar ähnlich, aber nicht dieselben. Zu Beginn der Buchreihe musste jedes Titelbild vom Illustrator Johnny Bruck neu gemalt werden. Die einzelnen Bildmotive wurden ausgeschnitten und für die dreidimensionale Umsetzung entsprechend auf der Vorlage positioniert. Durch die voranschreitende Technik und die Möglichkeit der Digitalisierung der Bilddaten, ist solch eine aufwändige Herstellung seit Jahren nicht mehr nötig. Seither können die Originaltitelbilder der Originalheftromane verwendet werden.
Alte und neue Titelbilder im Vergleich finden sich hier.