Am 15. Oktober findet von 11.00 bis 18.00 Uhr im WELTKUNSTZIMMER (Ronsdorfer Straße 77 A, 40233 Düsseldorf) die Düsseldorfer Comic- und Mang- Convention statt. Eintritt: 7,00 EUR (frei für Kinder bis 12 Jahren in Begleitung ihrer Eltern). Zu Gast ist diesmal auch wieder Alex Völker, die bekannte Manga-Zeichnerin wird zwischen 13.00 und 15.00 Uhr eine kostenlose Zeichenwerkstatt für Kinder und Jugendliche anbieten. Dazu gesellen sich weitere tolle Künstler, die für ihre Community live zeichnen und signieren werden. Der ganze Facetten-Reichtum der Szene wird auf der Convention sichtbar und macht den Besuch zu einem aufregenden Ausflug in die Welt der bunten Bilder. Es präsentieren sich zahlreiche Anbieter mit ihren Neuheiten aus den Bereichen Manga, Graphic Novel, Comic-Kunst und Independent Comics. Insgesamt zeichnen viele Künstlerinnen und Künstler live vor Ort. Es heißt ebenfalls: Cosplayers Welcome! Wer mit aufwendig gestalteten Kostümen in die Haut von Manga-Figuren und Superhelden schlüpft, ist herzlich willkommen.
Hier ist ein weiterer Trailer zu "Wednesday". Die neue Netflix-Serie ist der Phantasie von Tim Burton entsprungen und feiert am 23. November ihre Premiere - mit Jenna Ortega in der Titelrolle und Catherine Zeta-Jones, Luis Guzman, Gwendoline Christie, Christina Ricci und anderen in weiteren Rollen.
Im Mittelpunkt von "Peripherie" steht Flynne Fisher, eine Frau, die versucht, die Scherben ihrer zerrütteten Familie in einer vergessenen Ecke eines zukünftigen Amerikas zusammenzuhalten. Flynne ist klug, ehrgeizig und dem Untergang geweiht. Sie hat keine Zukunft. Bis die Zukunft nach ihr ruft. "Peripherie" ist William Gibsons schillernder, halluzinatorischer Blick auf das Schicksal der Menschheit - und auf das, was danach kommt.
Prime Video kündigt die Serie für den 21. Oktober an, hier ist ein weiterer Trailer.
Im Verlag Dieter von Reeken ist eine Neuausgabe von "Wieder wandert Behemoth" (1924) von Egmont Colerus erschienen. (Paperback, 188 Seiten, 2 Abbildungen, mit einem Nachwort von Dr. Franz Rottensteiner, 15,00 EUR)
Egmont Colerus (eigentlich Egmont Colerus von Geldern, 1888–1939) war ein in der Zwischenkriegszeit ziemlich erfolgreicher Schriftsteller, der heute so gut wie vergessen ist. Er schrieb zu Beginn seiner Laufbahn unter anderem vier wenig bekannte utopische und phantastische Romane. Am erfolgreichsten, auch international, waren allerdings drei populärwissenschaftliche Werke über Mathematik, die auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch neu aufgelegt wurden und Übersetzungen in mehrere Sprachen erlebten: "Vom Einmaleins zum Integral" (1934), "Vom Punkt zur vierten Dimension" (1935) und "Von Pythagoras bis Hilbert" (1937). Seine utopischen Bücher sind stark von den Turbulenzen und Umbrüchen der Zeit um den Ersten Weltkrieg geprägt. Der letzte utopische Roman Colerus’, "Wieder wandert Behemoth" (1924), schildert eine futuristische Welt, eine Zeitenwende, einen Umbruch, eine Zeit innerer und äußerer Unruhen und des Bürgerkriegs. Eine dekadente, verfeinerte und verspielte Kultur steht gegen urwüchsige Kraft, auch rassistisch geprägte Gegensätze spielen mit, was in einer Apokalypse endet, in der die verbrauchte, ziellos dahintriftende Welt dem Ansturm junger, barbarischer Kräfte unterliegt, erzählt in einer expressionistischen, oft dunklen Sprache. "Wieder wandert Behemoth" ist somit ein wichtiges Zeitdokument für die geistigen Strömungen und Konflikte der Zeit, aber auch ein Buch von einiger Bedeutung, denn es weist eine klare Linie auf und ist, anders als die fragmentierten, verworrenen früheren Science-Fiction-Romane des Autors, ein Werk aus einem Guss.
Weiter geht es mit einem neuen Abenteuer der „Drachensturm“-Reihe von Alastair Chisholm, das einerseits die Geschichte fortschreibt, andererseits aber auch möglich macht, auch jetzt noch einzusteigen, wie der vierte Band „Mira und Flammenzunge“ beweist.
Mira und Flammenzunge lieben es, herauszufinden, wie Dinge funktionieren und haben ein Händchen für Mechanik. Deshalb würden sie auch gerne mehr darüber wissen, wie ihr verstecktes Heim bei der Drachensehergilde eigentlich am Laufen gehalten wird. Und tatsächlich dürfen sie einen Blick in das sprichwörtliche Herz der Anlage werfen, durch die die Zuflucht Licht und Schutz erhält. Aber sie bemerken auch, das etwas nicht stimmt - und das könnte gefährlich sein, denn von außen her wächst die Gefahr ebenfalls.
T. L. Huchu Die Bibliothek von Edinburgh (The Library of the Dead, 2021) Übersetzung: Vanessa Lamatsch Penhaligon, 2022, Paperback, 382 Seiten, 16,00 EUR
Rezension von Carsten Kuhr
Ropafadzo, kurz Ropa genannt, lebt in Edinburgh. Nun wäre dies ja nichts wirklich Bemerkenswertes, wenn unsere fast 15jährige nicht das Talent ihrer Großmutter geerbt hätte und sich mit den Toten, die noch nicht weitergereist sind, unterhalten könnte!
Die Zeiten nach der großen Katastrophe sind für alle mehr als schwierig. So ist es an ihr, die schwerkranke Oma und ihre jüngere Schwester durchzubringen. Mit Hilfe ihrer Mbira, einem traditionellen afrikanischen Musikinstrument und manches Mal begleitet von dem Fuchs, der unter ihrem Wohnwagen haust, überbringt sie Botschaften der Verblichenen. Und dies natürlich gegen klingende Münze.
Als ihre geliebte Tochter Hannah spurlos verschwindet, stürzt Finja in ein tiefes Loch. Ihr einziger Hinweis auf Hannahs Verbleib ist eine Spur aus Eis im Badezimmer, aber das ergibt doch überhaupt keinen Sinn! In ihrer Verzweiflung sucht Finja schließlich Hilfe bei einer angeblichen Hexe - und stößt auf Ungeheuerliches: Schneetreiben und Schreie wirbeln durch ihre Erinnerungen, und ein fremdes Gesicht, das ihr seltsam vertritt erscheint. Die Antworten auf Finjas Fragen warten hinter den Spiegeln, in einem Reich aus Eis und Schnee. Aber will sie die Wahrheit wirklich wissen? Mit ihrer düsteren Neuinterpretation des Märchens "Die Schneekönigin" hat Bestsellera-Autorin Liza Grimm ein Fantasy-Hörbuch voller Magie und Geheimnisse geschaffen, das um die Frage kreist, was real ist und was nicht. Die Hörbuchfassung von "Hinter den Spiegeln so kalt" ist jetzt neu bei Argon erschienen.
Die Agentur für Optimismus hat dem Innenministerium den Plan einer "globalen Humanisierung durch systematische Reduzierung der individuellen Lebenszeit" unterbreitet. Die Einzelnen opfern sich dem Gemeinwohl - denn das schont die ökonomischen Ressourcen! Das Hörspiel "Selbstlos" von Karin Bellingkrodt aus dem Jahr 2006 lief am vorigen Wochenende noch einmal auf WDR 3, es ist daher jetzt auch im Netz zu finden. Hier.
Die 19. Ausgabe der ARD Hörspieltage findet von 11. bis 13. November im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe statt. Die Wettbewerbsjury wird öffentlich über die Hörspiele diskutieren, die um den Deutschen Hörspielpreis der ARD konkurrieren. Am 13. November gibt es mit "Seeräuber-Moses" ein Kinder-Live-Hörspiel. Außerdem im Programm: ein Live-Hörspiel von und mit dem Künstlerkollektiv Dlé, der Event-Tag "Hörspiel.Serien" sowie die traditionelle Preisverleihung am Samstagabend.
Bookstream hat bei YouTube hier das Sherlock-Holmes-Hörbuch "Ein Fall von Identitätsdiebstahl" eingestellt.
Digital im Netz neu angeboten werden seit dieser Woche die Hörspiele "Midnight Tales" Folge 67 ("Tief in den nördlichen Wäldern"), "Holmes & Watson Mysterys" Folge 25 ("Die Bibel des Teufels") und "Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper" Folge 4 ("Elizabeth Stride").
"Kung Fu" ist ab morgen als Deutschlandpremiere immer sonntags ab 20.15 Uhr in Doppelfolgen auf Sky One zu sehen sowie auf dem Streamingdienst WOW und über Sky Q auf Abruf verfügbar.
Die chinesisch-amerikanische Studentin Nicky Shen steckt in der Krise. Kurzerhand hängt sie ihr Jurastudium an den Nagel, verlässt Freund und Familie und reist nach China. Dort lässt sie sich drei Jahre lang in einem abgelegenen Shaolin-Kloster für Frauen in Kampfkunst unterrichten. Doch ein brutaler Überfall im Kloster, bei dem ihre Mentorin Pei-Ling ermordet wird, beendet das friedliche Leben. Verstört kehrt die am Boden zerstörte junge Frau in ihre Heimatstadt San Francisco zurück. Dort muss sie sich zunächst das Wohlwollen ihrer Familie zurückerkämpfen. Nachdem ihr Vater, ein hochverschuldeter Restaurantbesitzer, erpresst wird, trommelt Nicky einstige Freunde zusammen und nutzt ihre Kung-Fu-Fähigkeiten, um als schlagkräftige Rächerin gegen die Kriminellen vorzugehen. Doch bald wird sie selbst zur Gejagten - denn Pei-Lings Mörderin ist hinter ihr her.
Anfang der 70er Jahre feierte die Serie "Kung Fu" mit David Carradine als eine der ersten Martial-Arts-Produktionen aus den USA Erfolge. Nach einigen Film- und Serien-Sequels in den 80er und 90er Jahren holt der US-Sender The CW "Kung Fu" nun in die Gegenwart - mit zwei großen Unterschieden: Für das Gute kämpft mit Studentin Nicky Shen (gespielt von Olivia Lang) jetzt ein weibliches Martial-Arts-Ass. Zudem besteht der Cast hauptsächlich aus asiatisch-amerikanischen Schauspielerinnen und Schauspielern. Die Modernisierung hat Publikum und Kritik nicht vergrault: The CW verlängerte die Serie nach guten Quoten um mittlerweile zwei Staffeln, während Kritiker die Kampfkunst-Choreografien und die Besetzung lobten.
Die 1984 geborene Bjela Schwenk studierte Geschichte, Germanistik und Kreatives Schreiben in Tübingen und Hanoi, arbeitete als Deutschlehrerin sogar zwei Jahre in Vietnam. Auch durch ihre vielen Reisen kam sie immer wieder mit verschiedenen Völkern in Berührung und ließ sich für ihre ersten Romane von diesen fremden Kulturen und deren Mythen inspirieren. Dabei kam sie auch mit den Erzählungen um Lillith in Berührung, was den Anstoß für die hier vorliegende Dark-Fantasy-Anthologie „Scherben einer Göttin - Lilliths verborgene Gesichter“ gab. Achtzehn Autoren haben sich zusammengefunden, um ihre Ideen zum Leben zu erwecken.
Namina Forna Purpur wie Rache Die Göttinnen von Otera 2 (The Merciless Ones, 2022) Übersetzung: Ann Lecker und Bettina Arlt Titelbild: Robert Lazzaretti Loewe, 2022, Hardcover, 510 Seiten, 24,95 EUR
Rezension von Carsten Kuhr
Einst war Deka eine junge Frau, die in ihrem Heimatdorf verfolgt, denunziert, gefoltert und ermordet wurde. Dass sie jeweils wieder zum Leben erwachte, dass sie golden blutete, bewies den Bewohnern, allen voran ihrem Vater, dass sie verflucht ist. Nach ihrer geglückten Flucht und der Erkenntnis, dass sie die Auserwählte der Göttinnen ist, nahm sie ihr Schicksal an und stürzte das herrschende Regime.
Seitdem sind sechs Monate vergangen, die Göttinnen sind erwacht. Nun gilt es für die mutigen Frauen im Dienste der Göttinnen ihre mannigfaltigen Gegner zu verfolgen und zur Strecke zu bringen.
Eine Frau kehrt mit ihren beiden Kindern zur Hochzeit ihrer Schwester in ihre Heimatstadt zurück und muss plötzlich ihr aller Leben gegen ältere Menschen im Blutrausch verteidigen.
"Old People" findet sich seit heute im Angebot von Netflix, hier ist ein Trailer dazu. Andy Fetscher führte Regie, in den Hauptrollen sind Louie Betton, Paul Faßnacht und Melika Foroutan zu sehen.
Alastair Chisholm Ellis und Pfadsucher Drachensturm 3 Titelbild und Innenillustrationen: Eric Deschamps Übersetzung: Tobias Rothenbücher Ullmann, 2022, Hardcover, 160 Seiten, 8,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Abenteuer mit Drachen sind schon bei Erstlesern sehr beliebt. Und dabei schätzen es die meisten, wenn ihre Helden mit diesen zusammenarbeiten und nicht gegen diese kämpfen müssen. Diese Wünsche befriedigt die „Drachensturm“-Reihe des britischen Autors Alastair Chisholm, dessen dritter Band „Ellis und Pfadsucher“ nun erschienen ist.
In Rivven findet wie immer einmal im Jahr das Irrgartenfest statt. Und natürlich lassen sich auch Ellis und seine Freunde nicht davon abbringen, auch wenn sie sich damit in Gefahr bringen. Denn der König, der die Feier ausrichtet, hasst Drachen und Drachenseher. Dennoch stürzen sich die Kinder ins Vergnügen. Schon bald bemerkt Ellis zusammen mit seinem Drachen Pfadsucher, dass ein Mädchen falsch zu spielen scheint - und tatsächlich, schon bald geraten die beiden in große Gefahr.
Jonathan Stroud Die Berüchtigten Scarlett & Browne 2 (The Notorious Scarlett & Browne, 2022) Übersetzung: Katharina Orgaß und Gerald Jung cbj, 2022, 444 Seiten, 22,00 EUR
Rezension von Carsten Kuhr
Vor Generationen versank die Welt, wie man sie bis dahin kannte, in Chaos und Vernichtung. Seitdem liegt London unter Wasser, weite Teile des ehemaligen Kingdoms sind verseucht, die Zivilisation auf einem eher dörflichen Level zurückgefahren.
Die Menschen haben sich in streng abgeschotteten Kleinstädten und Dörfern zurückgezogen, fanatische Glaubenskongregationen buhlen um Anhänger, das organisierte Verbrechen blüht. Die, die anders aussehen, sich von ihren Mitmenschen gleich in welcher Hinsicht auch unterscheiden, werden ausgegrenzt, verjagt und gefoltert.
Sumpfhexe Tzod sucht nach einer blauen Zauberblüte, die unendliche Macht verleihen soll. Damit will sie sich an denen rächen, die über ihr Dorf hergefallen sind. Doch der Wächter der Blüte spricht eine Warnung aus: Vielfach hat sie bereits zu Tod und Verderben geführt. Sie war das Zentrum einer Welt voller Korruption, Machtgier, Verrat, Wahnsinn, Rebellion, aufopferungsvoller Helden, blutiger Schlachten, grauenvoller Massaker und unbeherrschbarer Magie.
Das waren noch Zeiten, als düstere, liebevoll und detailliert von Hand gezeichnete Epen für Erwachsene das Fantasy-Genre prägten. Vor rund vierzig Jahren führten "The Lord of the Rings", Fire and Ice" oder "Heavy Metal" die Gattung zu einer goldenen Blütezeit. Nun lassen Philip Gelatt und Morgan Galen King diesen sehnlichst vermissten Stil auferstehen, nackte Körper und abgetrennte Gliedmaßen inklusive. "The Spine of Night" verströmt mit kraftvoller Nostalgie High-Fantasy-Feeling pur.
Der Film ist hierzulande seit kurzem als VoD und auf DVD und BD erhältlich. Hier ist ein weiterer Promo.