Taylor J. LaRue: Steelborn - Eine Liebe stärker als der Tod (Buch)

Taylor J. LaRue
Steelborn - Eine Liebe stärker als der Tod
The Steelborn 1
(Steelborn, 2026)
Übersetzung: Johanna Ruhl
Heyne, 2026, Paperback, 608 Seiten, 19,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Taylor J. LaRue arbeitete zunächst als Journalistin in Chicago, entschied sich dann aber dazu Romane zu schreiben und im pazifischen Nordwesten der USA zu leben. „Steelborn - Eine Liebe stärker als der Tod“ ist nicht nur ihr Debüt, sondern auch gleich einmal wieder Auftakt zu einer ganzen Reihe.


Reya mag zwar ihre Familie hinter sich gelassen haben und als Diebin in einer großen Stadt leben, will aber ihre Brüder immer noch in Sicherheit wissen, nachdem schon ihre Eltern grausam ermordet wurden. Mit sich führt sie deren legendäre Rubinklinge, ansonsten gelten für sie die Regeln der Unterwelt.

Dann allerdings geht ein Coup völlig daneben und die junge Frau braucht Geld, wenn sie nicht alles verlieren will, was ihr lieb und teuer ist. Deshalb geht sie das Wagnis ein, einen fremden Krieger zu unterstützen, der dringend ein Gegengift braucht. Zudem hütet der Mann ein Geheimnis, ist er doch einer der Unsterblichen.

Und die werden gerade gejagt, gelten sie durch ihre Magie doch als gefährlich und als Feinde der Obrigkeit. Reya kümmert das nicht, merkt sie doch schon bald, dass der Mann vielleicht auch für sie die Rettung bedeuten kann, schlummert doch etwas in ihr, was sie nicht wirklich kontrollieren kann. Außerdem will sie ihren Gegenspieler aus der Unterwelt nicht gewinnen lassen.


Reya ist schon eine recht interessante, aber auch für eine gewisse Spielart der Fantasy sehr typische Heldin. Sie ist Mitte zwanzig, ist durch ihre Erziehung zu Hause und auch das Leben nach ihrer Flucht mehr oder weniger hart und zynisch geworden, hat keinen Grund irgendwem wirklich zu trauen, nachdem sie immer wieder verraten wurde. Das scheint sich aber jetzt zu ändern. Denn mit Caelan, der sie braucht, um etwas zu stehlen, trifft sie auch auf jemanden, der erkennt, was sie eigentlich wirklich ist und mit der Zeit immer deutlicher zu einem Halt für sie wird. Mit den entsprechenden Gefühlen, die dazu gehörten.

Es kommt, wie es kommen muss: Natürlich entwickelt sich zwischen ihnen schon bald knisternde Leidenschaft und mehr, scheinen sie doch durch ihr Schicksal verbunden.

In der Hinsicht erfüllt die Geschichte alle Erwartungen, die Leserinnen an etwas an Action reichere und dramatischere Romantasy haben. Die knisternde Leidenschaft kommt langsam, aber stetig, beherrscht die Handlung aber nicht, sondern bietet auch den dramatischen Geheimnissen mehr Raum. Hier mag die Autorin genügend Klischees bedienen, diese bietet aber immerhin Einiges an Potential.

Das Einzige, was wieder einmal etwas vernachlässigt wird, ist der Hintergrund. Das Setting, auch die Konflikte zwischen den magiebegabten Weisen und den Menschen, bleibt eher schwammig. Aber das kann sich noch ändern, geht es wohl diesmal erst einmal darum, den direkten Gegenspieler auszuschalten. Die wichtigsten Charaktere erhalten zudem genug Potential um mit diesen mitfiebern zu können.

Alles in allem bietet „Steelborn - Eine Liebe stärker als der Tod“ solide Fantasy mit einem angenehmen Mix aus Abenteuer und Romanze und einer Handlung mit einem gewissen Potential, das auch für Genre-Fans interessant werden könnte. Natürlich werden auch viele Klischees der Romantasy bedient, was den guten Eindruck bei dem einen oder anderen Leser vielleicht schmälern könnte.