Anne Danck: Die zwölfte Zofe (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Samstag, 17. Oktober 2026 07:20

Anne Danck
Die zwölfte Zofe
Oetinger, 2026, Paperback, 400 Seiten, 18,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Märchen-Adaptionen scheinen im Moment im deutschen Sprachraum sehr beliebt zu sein, denn immer wieder greifen Fantasy-Autorinnen auf die Geschichten der Gebrüder Grimm zurück, so auch in diesem Fall. „Die Gänsemagd“ steht Patin für „Die zwölfte Zofe“, dem neuen Roman von Anne Danck.
Prinzessin Lár ist dazu ausersehen, den Prinzen des verfeindeten Nachbarreiches zu heiraten, um endlich beiden Ländern Frieden zu bringen. Aber kurz bevor sie den Stammsitz der herrschenden Familie erreichen, kommt es zu einem folgenschweren Tausch.
Lár muss die Kleidung einer Zofe anlegen und landet schließlich sogar im Schweinestall, kann nur annehmen, dass sie grausam betrogen wurde. Wenigstens ist der Gänsehirt Anail an ihrer Seite, aber auch der hat Einiges zu verbergen.
Die Idee mag zunächst Erwartungen wecken, die in eine bestimmte Richtung gehen, diese werden aber nur zu einem kleinen Teil erfüllt, Denn die Autorin geht auch noch einen anderen Weg. Sie legt die Hinweise schon am Anfang des Buches aus.
Viele Ideen werden in den Raum geworfen, allerdings nicht ganz ausgeschöpft, zumal auch der ganze Hintergrund eher blass bleibt und man nicht wirklich verstehen kann, warum die kleinen Reiche in Konflikt zueinanderstehen. Zumindest treffen zwei recht unterschiedliche Arten von Magie aufeinander, was in der zweiten Hälfte auch noch etwas an Bedeutung gewinnt. Dennoch kann die Geschichte nicht ganz so überzeugen, da viel Zeit auch für die Beziehung aufgewendet wird und so letztendlich nicht ganz so viel passiert.
Die Handlung plätschert gerade im Mittelteil etwas dahin, da sich die Figuren nicht wirklich weiterbewegen und auch die eine oder andere Idee im Sand verläuft. Erst zum Ende hin wird es spannender. Der Abschluss mag zwar das Übliche bietet, weist aber auch die eine oder andere nette Überraschung auf. Dennoch fehlt der Geschichte etwas, vielleicht auch, weil die Figuren auf Distanz bleiben.
„Die zwölfte Zofe“ ist ein Fantasy-Roman, der durchaus Potential hat, der allerdings auch viele Ideen verschenkt und letztendlich auf der sicheren Schiene der Young-Adult-Romanzen bleibt und der das interessante Setting deutlich verschenkt.