Cassandra Clare: Better in Black (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 15. Oktober 2026 06:32

Cassandra Clare
Better in Black
(Better in Black, 2026)
Übersetzung: Franca Fritz & Heinrich Koop
Titelbild: Cliff Nielsen
dtv, 2026, Hardcover, 594 Seiten, 24,00 EUR
Rezension von Carsten Kuhr
Pünktlich zur Buchmesse präsentiert uns dtv nicht nur ein neues Buch von Cassandra Claire, sondern gar deren Zwei!
Vorliegender Titel beinhaltet zehn Geschichten und eine Novelle, die im „Schattenjäger“-Universum spielen und ihren Fokus jeweils auf Erlebnisse bekannter Figuren - zumeist stehen Paare in Zentrum der Handlung - richten.
Will Herondale und Tessa Gray machen auf ihrer Hochzeitsreise auch Stopp in der Stadt der Liebe, Paris. Als sie in ihrem Hotel zu einer Séance gehen, ist dies der Ausgangspunkt für ein ungewöhnliches Abenteuer.
Im nächsten Beitrag werden James und Cordelia während der Renovierung ihres geerbten Anwesens in London in ein Buch hineingezogen, das James' Schwester Lucie gehört. Dort müssen sie einen Dämon besänftigen.
Jocelyn liegt in der nachfolgenden Geschichte im Koma. Luke Garroway verfasst einen Liebesbrief, in dem er seine tief empfundene Liebe zu ihr zum Ausdruck bringt. Die Erzählung konzentriert sich auf Lukes Gefühle, seine Vergangenheit.
Thomas Lightwood und Alastair Carstairs übernehmen die Betreuung von Zachary, Alastairs kleinem Bruder. Aus dieser alltäglichen Aufgabe entwickelt sich ein magisches Chaos: Ein Feenspiegel verwandelt das Kind in einen erwachsenen Mann mittleren Alters, der sich ausgesprochen kindlich verhält. Thomas und Alastair müssen versuchen, mit der Situation umzugehen.
Mark Blackthorn und Cristina Rosales werden nach Faerie gerufen, um König Kieran zu helfen. Am Feenhof angekommen, bemerken sie, dass dämonische Kräfte am Werk sind.
Anna Lightwood hat erklärt, dass sie ihr romantisches Glück gefunden hat. Doch dann taucht eine alte, längst vergessene Liebschaft auf und wirbelt die Gefühlswelt Annas und Aris gehörig durcheinander.
Emma Carstairs sieht, wie Julian Blackthorn in einem Tanzclub ein anderes Mädchen küsst. Doch Emma lässt sich von dem scheinbar eindeutigen Vorfall nicht täuschen.
In New York bekommen Simon Lewis und Isabelle Lightwood es mit einer beängstigenden Zunahme dämonischer Aktivitäten zu tun. Ein recht turbulentes Abenteuer entwickelt sich.
Jace Herondale und Clary Fray machen sich in der nachfolgenden Erzählung auf die Suche nach einem verbannten Schattenjäger. Dabei entwickelt sich eine Situation, in der Liebe die Welt verdammen oder retten kann.
Sebastian Morgenstern und die Seelie-Königin stehen im Mittelpunkt der nächsten Story. Ihre Beziehung ist von Macht, Manipulation und gegenseitigen Abhängigkeiten geprägt.
Matthew Fairchild muss einen Mord auf dem Luxusschiff „Majestic“ aufklären, bevor der Täter erneut zuschlägt.
Auffällig ist zunächst, dass uns die Verfasserin keine zusammenhängende Handlung anbietet, sondern sich quer durch ihre Schöpfung arbeitet. Das Mosaik der zehn Episoden und der abschließenden Novelle beleuchten zumeist romantische Gefühle und gegenseitige Verbundenheit. Insofern will Clare das Buch auch als Geschenk an ihre langjährigen Fans verstanden wissen, die hier einmal mehr ein Wiedersehen mit liebgewonnenen Figuren feiern können.
Allerdings ist die Qualität der Geschichten doch recht unterschiedlich. Insbesondere der Wechsel zwischen dramatischen Plots und humorvollen und temporeichen Abenteuern wirkte auf mich etwas unausgegoren. Darüberhinaus könnte ich mir vorstellen, dass insbesondere die Fans, die erst später zur „Schattenjäger“-Schöpfung gestoßen sind und die Romane, die immer deutlicher den Romantasy-Anteil ins Zentrum des Geschehens stellten, enttäuscht sein werden. Große Love Storys und Gefühle gibt es zwar, sie stehen aber selten wirklich im Mittelpunkt des Textes. Insofern liegen keine zehn romantischen Geschichten um die bekannten Paare vor.
Allerdings fand ich als früher Fan des Merchandise, der die Reihe zu Anfang aufgrund der ungewöhnlichen Figuren und dem Zusammenspiel der Charaktere goutierte, dass zu wenig Action enthalten ist. Was waren das doch für tolle Romane, als ein Magnus Bane oder ein Ragnor Fell ihren Umtrieben nachgingen.
Insoweit ist „Better in Black“ ein Band, der den Fans eine Gelegenheit anbietet, ihre liebgewonnenen Paare wiederzusehen und in vertraute Welten zurückzukehren.