Juliette Cross: Bloodsinger - Flammensturm 2 (Buch)

Juliette Cross
Bloodsinger
Flammensturm 2
(The Fire that Binds - Bloodsinger, 2026)
Übersetzung: Kerstin Fricke
Dark Intense, 2026, Hardcover, 480 Seiten, 19,95 EUR

Rezension von Christel Scheja

Schon „Firebird“ spielte in einem alternativen Römischen Reich, in dem die Herrschaft über die Länder Europas nicht von Menschen, sondern Drachenblütigen ausgeübt wurde. Verbindende Elemente sind drei dakische Schwestern. Nach Malina ist in „Bloodsinger“ nun Lela an der Reihe.


Lela wurde nicht nur ihrer Freiheit beraubt, sondern auch ihrer Stimme, da der römische Feldherr, der sie gefangennahm, in den Geschmack ihrer besonderen Gabe kam. Denn wenn sie das Blut eines Mannes kostet, dann kann sie ihn auch beherrschen. Trotz der Gefahr bringt er sie als Sklavin nach Rom.

Hier begegnet sie dem Tribun Trajan und wie das Schicksal es will, verbinden sich auch ihre Schicksale miteinander. Denn wie einst Julian, der Neffe des Kaisers, so plant auch der aufstrebende Tribun mit anderen einen Umsturz. Und da kann jemand wie Lela ihm nur nützlich sein. Oder?


„Flammensturm“ gehört offensichtlich zu den Reihen, die die Geschichte weitererzählt, indem sie die Paare wechselt, die sich zusammenfinden. Auch hier ist es ähnlich wie bei Malina und Julian: Der Mann ist in der weit besseren Position. Aber immerhin kennt Lela die Macht ihrer Gabe und setzt sie entsprechend ein.

Gegenüber Trajan verhält sie sich aber anders, merkt sie doch schnell, dass er gegen den Kaiser und seine grausame Politik ist. Und so entwickelt sich aus dem Abhängigkeitsverhältnis bald auch wieder Zuneigung und vielleicht auch so etwas wie Liebe. Aber die bleibt eher etwas im Hintergrund.

Tatsächlich konzentriert sich die Autorin mehr auf die Intrigenspiele und Ränke unter den reinblütigen Adelsfamilien Roms und deutet zudem an, dass das Reich auch schon bald in eine Krise stürzen könnte, scheint doch ein Barbarenkönig an den Grenzen rütteln zu wollen. Vor dem Hintergrund werden die entsprechenden Themen weiter fortgeschrieben.

Alles in allem ist das nett zu lesen, aber nicht wirklich überraschend. Und für einen düster angehauchten Fantasy-Roman bleiben auch die dunklen Leidenschaften eher sehr zurückhaltend.

Das Ganze ist zwar flott geschrieben, leider aber auch ziemlich vorhersehbar, weil von Anfang an klar ist, wer für wen bestimmt ist, und was den Helden am Ende nur bleibt.

Genau wie „Firebird“, setzt auch „Bloodsinger“, der zweite Band der „Flammensturm“-Reihe, mehr auf Intrigen und Ränkespiele im Adel Roms und weniger auf intime Szenen. Die Liebesgeschichte zwischen den Hauptfiguren bleibt erneut recht konventionell. Leider bietet auch die Handlung kaum Überraschungen, denn Vieles könnten gerade erfahrene Leser schon früh vorausahnen, gerade wenn sie sich bei historischen Liebesgeschichten auskennen, die mit ein wenig Magie garniert wurden.