R. C. Joshua: Der letzte Überlebende - Deadworld Isekai 1 (Buch)

R. C. Joshua
Der letzte Überlebende
Deadworld Isekai 1
(Deadworld Isekai 1, 2024)
Übersetzung: Bernhard Kempen
Knaur, 2026, Paperback, 432 Seiten, 16,99 EUR

Rezension von Christel Scheja

Nicht schon seit „Dungeon Crawler Carl“ erfreuen sich LitRPG-Romane auch in Deutschland großer Beliebtheit, gehören sie doch schon seit Jahren zu den Genres, die bei Mangas, Manhwas und Animes besonders beliebt sind. In diese Kerbe schlägt nun auch R. C. Joshua mit „Der letzte Überlebende“, dem ersten Band seiner „Deadworld Isekai“-Reihe.


Matt ist ein stinknormaler und langweiliger Typ, bis er eine niederschmetternde Diagnose erhält. Doch nach seinem Krebstod ist seine Existenz noch nicht zu Ende, gibt ihm doch eine mysteriöse Systeminstanz die Chance, Held auf der paradiesischen Welt Gaia zu werden. Er schlägt das natürlich nicht aus.

Doch anstatt einer blühenden Welt erwartet ihn ein apokalyptischer Albtraum. Zudem spinnt das System ständig vor sich hin und schickt ihm nicht einmal einen Mentor. So bleibt Matt nur eines: Er muss versuchen, irgendwie zu überleben. Doch er findet auch Geschmack an der Sache und macht sie zu seiner Profession.


„Deadworld Isekai“ bietet einen bunten Mischmasch aus Fantasy und Science Fiction, garniert mit dem, was auch viele Computer Games so auszeichnet. Von Anfang an wird der Held deshalb mit Statistiken und Fertigkeiten, Erfahrungspunkten und Belohnungen konfrontiert, die ihm seine Entwicklung zeigen sollen.

Und natürlich nimmt er die Herausforderung an, auch wenn ihn das manchmal an den Rand seiner Kräfte bringt. Aber er lernt verbissen dazu und wird seiner ausgewählten Klasse mehr als gerecht, ja, schafft es sogar, das System selbst herauszufordern und auf sich aufmerksam zu machen.

Denn er hält sich nicht unbedingt immer an die Regeln und weiß diese natürlich auch munter auszutricksen, weil er sich nicht unbedingt immer gängeln lassen will.

Doch natürlich bleibt auch offen, wer letztendlich am längeren Hebel sitzt. Und das ist auch das, was etwas Spannung mit sich bringt.

Ähnlichkeiten und Parallelen mit „Dungeon Crawler Carl“ von Matt Dinniman sind nicht zu übersehen, allerdings schlägt R. C. Joshua einen weitaus sarkastischeren und böseren Ton an, ist in vielen Dingen auch etwas konsequenter, so das Humor rar gestreut ist.

Alles in allem liefert der Autor einen guten Job ab und weiß zu unterhalten, allerdings fehlen hier die witzigen Momente, die in Erinnerung bleiben. Und man sollte nicht allzu viele Geschichten dieser Art kennen, sonst kann man zu viel vorhersehen.

„Der letzte Überlebende“ ist nicht nur der Auftakt der „Deadworld Isekai“-Saga, sondern auch ein Roman für die Fans, die von LitRPG-Romanen immer noch nicht genug bekommen können und Spaß an dieser ganz besonderen Art von Geschichten haben, die mit den Elementen der Computer Games spielt.