Frank Herbert: Die Reise nach Pandora (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Dienstag, 01. September 2026 16:09

Frank Herbert
Die Reise nach Pandora
Pandora 1
(Destination: Void, 1966)
Übersetzung: Thomas Schlück
Heyne, 2026, Paperback, 320 Seiten, 16,00 EUR
Rezension von Petra Weddehage
Das riesige Raumschiff „Earthling“ startet vom Mond aus ins Tau-Ceti-System. An Bord befinden sich tausende Menschen im Tiefschlaf. Nur eine kleine Crew ist wach und sorgt dafür, dass die Reise sicher vonstatten geht. Doch dann gibt es eine Katastrophe. Die drei menschlichen Gehirne, die für das reibungslose Funktionieren an Bord sorgen sollten, fallen aus und sterben.
Die Crew ist plötzlich auf sich allein gestellt und auch die Kommunikation mit der Mondstation ist alles andere als hilfreich. Die Crew bestehend aus Bickel, Flattery, Timberlake und dem weiblichen Besatzungsmitglied Prudence stellt sich nun eine Frage: Sollen sie die Mission abbrechen und zum Mond zurückkehren? Gibt es noch eine andere Möglichkeit? Bickel wird schnell zum Anführer der vier Menschen und will eine Künstliche Intelligenz erschaffen. Dabei übergeht er alle damit einhergehenden moralischen Fragen. Was passiert, wenn diese KI sich ihrer selbst bewusst wird? Doch wenn die Crew überleben will, müssen sie das Risiko eingehen.
Der Autor Frank Herbert ist vielen ein Begriff. Seine „Dune“-Saga wurde mehrfach neu aufgelegt und in Filmen und Serien zu einem der pantastischsten SF-Erzählungen.
In „Die Reise nach Pandora“ verwendet er, genau wie im „Dune“-Epos, die Frage wie das Leben definiert wird. Der geneigte Leser erfährt dass die „Earthling“ das vierte Kolonistenschiff ist, das losgeschickt wurde, um fremde Planetensysteme zu erobern und zu besiedeln. Dabei handelt es sich immer um exakt die gleiche Mannschaft. Diese besteht aus Klonen und deren Erschaffer sehen diese eher als Werkzeug denn als lebende, emotionale Menschen.
Die Geschichte besteht im großen Ganzen aus den Dialogen der einzelnen Mannschaftsmitglieder. Jedes von ihnen hat ein Geheimnis. Schnell kristallisiert sich Bickel als jemand heraus, der riskante Entscheidungen trifft, ohne die anderen Crew-Mitglieder mit einzubeziehen. Der Leser erfährt durch die Gedankengänge der verschiedenen Protagonisten viele, kleine Puzzle-Stücke, die sich zu einem interessanten Finale formieren.
Frank Herberts Epos „Pandora“ beschäftigt sich mit Fragen, die gerade in unserem Jahrhundert immer aktueller werden. Wie definiert sich Leben? Sind Klone Wegwerfware oder haben diese ein Anrecht auf ein gutes, selbstbestimmtes Leben? Was passiert, wenn eine KI immer schlauer wird? Ab wann wird diese KI gefährlich? Kann eine KI dem Menschen überlegen sein? Ab wann wird diese KI sich bewusst zu existieren? Was passiert, wenn diese sich als gottgleiches Wesen sieht?
Frank Herbert benennt die Probleme und schafft es so die Leserschaft zum Nachdenken zu bewegen.
Der Cliffhanger sorgt für Gänsehaut und die Folgebände dürften genauso interessant werden wie der erste Band. Wer interessante SF-Serien - egal ob in Buch oder Fernsehserienformat mag, wird bestens unterhalten.