Beneath the Trees - Wo niemand dich sieht (Comic)

Patrick Horwath
Beneath the Trees - Wo niemand dich sieht
(Beneath the Trees Where Nobody Sees 1-6, 2024)
Übersetzung: Josy Rother
Panini, 2026, Hardcover, 152 Seiten, 29,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Nicht immer sind Geschichten mit anthropomorphen Tieren wirklich für kleine Kinder gedacht. Denn es gibt immer wieder Autoren und Künstler, die diese doch eher niedlichen Bilder nutzen, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Das ist auch bei Patrick Horwath der Fall, wie er in „Beneath the Trees - Wo niemand dich sieht“ beweist.


Braunbärin Samantha ist in dem kleinen Nest, in dem sie schon seit Jahren lebt, als nett, freundlich und sanftmütig bekannt. Aber sie hat auch eine dunkle Seite, die sie im Geheimen auslebt. Allerdings holt sie ihre Opfer aus der nahegelegenen Stadt.

Über viele Jahre, sogar Jahrzehnte bleibt sie unentdeckt. Dann aber werden auf einmal Mitglieder der kleinen Gemeinde auf bestialische Weise ermordet. Samantha wird nervös und begeht Fehler. Das macht Sheriff Patterson auf sie aufmerksam.


Natürlich greift der Künstler hier ein sehr bekanntes Thema auf, ein Motiv, das in Thrillern und Krimis gerade heute sehr beliebt ist. Denn Serienkiller mit bestimmten Prinzipien gibt es immer wieder. Und das zeichnet auch Samantha aus, die sich Fremde als Opfer aussucht, Zufallsbekanntschaften, weil sie genau weiß, das nach diesen nicht so sehr gesucht wird. Doch dieses Leben wird erschüttert. Nach dem ersten Schock ergreift sie allerdings die Initiative und macht sich selbst auf die Suche nach dem wahren Täter. Wird sie damit nun auch ihre eigenen Prinzipien brechen?

Das alles ist in eine idyllisch gezeichnete Welt eingebaut, in der alles sehr nett und freundlich und pastellfarben zugeht. Dadurch wirken die Gewaltexzesse umso verstörender und gruseliger.

Die Handlung selbst folgt natürlich den klassischen Mustern. Da Samatha allerdings recht sympathisch wirkt, fiebert man regelrecht mit ihr mit, was natürlich Einiges an Spannung mit sich bringt. Der Mix kommt deshalb sehr gelungen daher.

Man hat sich recht schnell an die anthropomorphen Gestalten gewöhnt und sieht in ihnen Persönlichkeiten - und das ist es, was in diesem interessanten Thriller auch zählt und die bekannte Handlung zu etwas Besonderem macht.

„Beneath the Trees - Wo niemand dich sieht“ mag vielleicht nichts sonderlich Neues erzählen, die Geschichte ist aber abwechslungsreich und spannend in Szene gesetzt, gerade weil man mit den Figuren mitfiebert und die Darstellung so einen krassen Gegensatz zum Geschehen bietet.