Judy L. Lin: Stadt der Echos - Avatar Legende 1 (Buch)

Judy L. Lin
Stadt der Echos
Avatar Legende 1
(Avatar Legends: City of Echos, 2026)
Titelbild: Ashley Mackenzie
Übersetzung: Wibke Sawatzki
Cross Cult, 2026, Taschenbuch, 432 Seiten, 16,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Zu „Avatar - Der Herr der Elemente“ sind ja schon einige Romane erschienen, die aber alle mehr oder weniger das Leben von Aangs Vorgängern - von Yang-chen über Kyoshi bis Roku - behandelt haben. In der neuen Reihe „Avatar Legende“ kommen nun endlich einmal ganz normale Bewohner der Welt zu Wort. In „Stadt der Echos“ ist es Jin, die Fans der Serie bereits aus der Folge „Geschichten aus Ba Sing Se“ aus der zweiten Staffel kennen.

 

Jin ist mit ihrem Großvater nach Ba Sing Se gekommen, nachdem ihre Heimat von der Feuernation erobert und ihre Eltern getötet wurden. Dort schlägt sie sich mehr schlecht als recht mit Gelegenheitsarbeiten durch, geht aber auch noch zur Schule. Sie hat in Susu eine Freundin gefunden.

Doch als deren Vater seine Bäckerei verliert, muss diese sich Arbeit suchen und verschwindet erst einmal völlig aus Jins Dunstkreis. Erst später sieht sie diese wieder, aber Susu erkennt niemanden wieder.

Und das ist ein weiteres Rätsel, das das Mädchen lösen möchte. Denn anders als viele Bewohner der Stadt weiß sie, dass alle, die hinter den Mauern von Ba Sing Se leben, belogen werden. Denn es gibt Krieg und die Bedrohung durch die Feuernation hat eher zugenommen.

Gelegentlich erlaubt sie sich aber auch Momente des Glücks, allerdings stößt sie der Auserwählte überraschend vor den Kopf. Und so streckt sie ihre Fühler in eine andere Richtung aus und lernt so Xiang kennen, der zwar arrogant daherkommt, aber durch Kontakte zum Schwarzmarkt mehr weiß.

Und während sich die Ereignisse in der Stadt überschlagen, schließt sie sich im Geheimen dem Widerstand an, auch wenn das bedeutet mit Verbrechern zusammenzuarbeiten und Einiges zu riskieren, um vor allem Susu zu retten.


Die Autorin erweckt so eine Figur zum Leben, die nur in einer kurzen Episode auftauchte und schildert die Ereignisse in Ba Sing Se, wie sie sich in der zweiten und dritten Staffel abspielen, aus deren Sicht, bietet dabei spannende Einblicke in das Leben der einfachen Bevölkerung, die zwar versorgt wird, aber nicht wirklich Fragen stellen darf.

Das gibt der Saga eine ganz neue Note und glänzt vor allem durch die netten Anspielungen, die die Geschichte gelungen verorten und so gleichermaßen zum Kanon machen. Auch bekommt Jin als einstige Nebenfigur Charakter, Hintergrund und Leben, was sie unvergesslich macht.

„Stadt der Echos“ ist eine gelungene Geschichte zu „Avatar - Der Herr der Elemente“, die nicht nur Geschehnisse der Serie aus einer ganz anderen Sicht erzählt, sondern auch das Leben der einfachen Menschen in dieser Zeit gelungen in Szene setzt. Der Roman ist in sich geschlossen, es darf aber ruhig weitere „Avatar-Legende“Romane geben, um das Universum noch weiter auszubauen.