Holly Black: Tithe - Elfentochter (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Freitag, 14. August 2026 11:10

Holly Black
Tithe - Elfentochter
Modern Faerie Tale 1
(Tithe, 2002)
Übersetzung: Anne Brauer
cbt, 2026, Paperback, 300 Seiten, 15,00 EUR
Rezension von Petra Weddehage
Kaye ist eine sechzehnjährige junge Frau, die mit ihrer Mutter von Club zu Club zieht. Ihre Schullaufbahn hat sie irgendwann aufgegeben, da zwischen den Gigs ihrer Mutter kaum Zeit bleibt, um sich wirklich zu integrieren. Da ihre Mutter dem Alkohol und Männern zugetan ist, die nicht unbedingt gut für die beiden Frauen sind, lernt sie schnell sich um sich selbst zu kümmern. Der Teenager nimmt kleinere Jobs an, um Essen für sich und ihre Mutter auf den Tisch stellen zu können. Ihre Mutter träumt hingegen immer noch von dem großen Durchbruch.
Eines Abends versucht der neue Freund ihrer Mutter, diese umzubringen. Also fliehen die beiden Frauen zurück aufs Land. Die Großmutter von Kaye ist alles andere als begeistert vom Lebenswandel ihrer Tochter. Trotzdem nimmt sie die beiden Verwandten bei sich auf in der Hoffnung, dass wenigstens aus Kaye noch etwas Anständiges wird.
Diese findet sich schnell wieder in ihre alte Clique ein. Doch was niemand weiß, ist, dass Kaye Elfenfreunde hat. Diese melden sich wieder bei ihr. Zudem gelingt es ihr, den Namen eines hochgeborenen Elfen Lords in Erfahrung zu bringen. Dies bringt Kaye genauso in Gefahr wie den attraktiven Elfenritter.
Doch es gibt noch viele andere Geheimnisse, die Kaye nach und nach enthüllt werden. Und plötzlich ist alles anders und ihre Welt versinkt im Chaos.
Holly Black lässt ihre Protagonisten gerne leiden. Diese sind oft aus prekären Verhältnissen. Zudem sind ihre Elfen keine lieblichen Wesen mit zarten Flügeln und verspielt. Mitleid ist keine Tugend, die im Elfenland zu erwarten ist. Hier wird mit Zähnen und Klauen verteidigt, was der gemeine Elf so erreichen kann. Immerhin wird in dieser Story der selige und der unselige Hof mit all seinen Abgründen beachrieben.
Kaye und ihr Ritter werden sehr gut etabliert. Ebenfalls gelingt es der Autorin hervorragend, die verschiedenen Figuren wie Kayes Freunde in die Story einzubinden. Hier erlebt die geneigte Leserschaft so manche Überraschung.
Das Setting wir sehr gut beschrieben und Leseratten dürften keinerlei Probleme haben der komplexen Story zu folgen.
Holly Black ist ein Ausnahmetalent unter den Autorinnen dieses Genres. Wer eine düstere, spannende Story mit romantischen Elementen sucht, darf sich diese Fantasy-Horror-lastige Erzählung nicht entgehen lassen. Jugendliche und junggebliebene Erwachsene werden gerne in die Welt der Elfen eintauchen. Wer weitere Werke der Autorin lesen möchte, sollte sich weitere Bücher über Elfheim oder „Coldtown“, eine nicht alltägliche Vampir-Story, vormerken.