Kaliane Bradley: Das Ministerium der Zeit (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 13. August 2026 12:05

Kaliane Bradley
Das Ministerium der Zeit
(The Ministry of Time, 2024)
Übersetzung: Sophie Zeitz
Penguin, 2025, Hardcover, 380 Seiten, 24,00 EUR
Rezension von Petra Weddehage
Eine junge Frau bewirbt sich auf eine neue Stelle. Sie weiß nur, dass es um geflüchtete Personen geht. Adela, ihre Interviewpartnerin, stellt viele Fragen über ihren Werdegang. Als die Frau dann erfährt worum es geht, ist sie erst einmal sehr erstaunt. Sie soll sich um einen der Expats kümmern. Doch diese kommen nicht nur aus einem anderen Land. Diese Expats kommen auch aus einer anderen Zeit.
So wird ihr der Polarforscher Commander Graham Gore zugeteilt. Dieser ist 1847 verstorben. Dem Ministerium ist es jedoch gelungen Menschen, in die moderne Zeit zu holen, um sie hier zu integrieren. Gore wird von der jungen Frau in Empfang genommen. Sie stellt sich ihm als Brücke vor. Dies soll verhindern, dass sich die Expats zu sehr mit der Brücke emotional verbunden fühlen. Allerdings passiert, was passieren soll. Graham Gore und seine Brücke verlieben sich. Das Ministerium ist davon nicht begeistert und setzt alles daran, Expats und Brücken voneinander zu trennen. Ein Abenteuer erwartet das Paar, wobei die Zeit eine große Rolle spielt. Denn Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden durcheinandergewirbelt. Gibt es eine Chance für das ungewöhnliche Liebespaar?
Die Autorin präsentiert dem Bücherwurm eine interessante Geschichte. Das Beamtentum ist hier Herrscher über verschiedene Zeitebenen. Es holt sich Menschen aus den verschiedenen Epochen. Dabei handelt es sich um Expats, die in ihrer jeweiligen Zeit als verschollen und verstorben gelten.
Die Hauptprotagonistin wird als junge Frau oder Brücke betitelt. Ihr männlicher Begleiter als Expat beziehungsweise Graham Gore. Während das Paar schnell sehr viel Tiefe bekommt, wirken weitere Figuren blass. Sie werden nur etabliert, um das Weiterkommen der Story zu gewährleisten. Als Gegenspielerin agiert Adela. Diese Frau ist eine würdige Feindin.
Die Reise durch verschiedene Epochen und auch die Lebensabschnitte von Gore wirken oft konfus. Es fehlt der rote Faden, um sich auf die Story einzulassen. Es braucht etwas Zeit, um zu verstehen, dass es zwar um Zeitreisen geht aber die Liebesgeschichte im Vordergrund steht. Ansonsten plätschert gerade am Anfang die Story ruhig vor sich hin.
Leseratten, die sich auf dieses Abenteuer einlassen, werden etwas Geduld besitzen müssen. Die vielen Handlungsstränge wirken oft sehr bemüht. Doch wem das nicht stört, wird garantiert seinen Nutzen aus der Story um das Ministerium der Zeit ziehen.