Record of Ragnarok: The Jack the Ripper Case Files 1 (Comic)

Record of Ragnarok: The Jack the Ripper Case Files 1
Text: Shinya Uimemura, Azychika & Takumi Fukui
Zeichnungen: Keita Izuka
Übersetzung: Jaqueline Filippi
Cross Cult, 2026, Paperback, 192 Seiten, 25,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Zu den historischen Figuren, die die Götter alle tausend Jahre in die Arena schicken, damit ihre Kämpfe das Schicksal der Menschheit entscheiden, gehören leider nicht nur Helden, Herrscher und andere mutige Menschen, sondern auch deren schlimmsten Verbrecher. Und sie haben eine Vorgeschichte, wie „Record of Ragnarok: The Jack the Ripper Case Files“ zeigt.

 

Im September 1888 beginnt eine grausame Mordserie, die erst nicht ernstgenommen wird, dann aber in die Geschichte eingehen soll. Ausgerechnet ein anonymer Brief, der bei der Londoner Central News Agency eingeht, verleiht ihm seinen Namen: Jack the Ripper.

Doch er ist nicht das einzige Monster, das in der Stadt umgeht, da eben nicht nur junge Prostituierte auf grausame Weise sterben, sondern auch Straßenkinder spurlos verschwinden. Und wer ist der engagierte Gentleman-Killer, der später gegen einen Gott kämpfen wird?


Kennt man die Hauptserie nicht, wird man zunächst erst eine weitere der unzähligen Interpretationen der Mordserie von Jack the Ripper vor sich sehen, mit all den Dingen, die dazu gehören.

Allerdings werden hier einige Weichen anders gestellt, denn der echte Killer erliegt jemand anderem, der sich einen gewissen Kreuzzug auf die Fahne geschrieben hat und dadurch auch noch eine geheime Organisation auf sich aufmerksam gemacht hat.

So sitzt die Geschichte irgendwie zwischen den Stühlen, scheint sie erst einmal nur wenig mit der Hauptserie zu tun zu haben. Anfangs wirkt das ganze deshalb etwas verwirrend, bis sich zum Ende hin dann doch ein roter Faden abzeichnet.

Das macht wohl die Serie aus, die in erster Linie auf Aktion, makabren Humor und auch einen gewissen Grusel-Faktor setzt, ist der Protagonist doch nicht minder irre wie seine Opfer und agiert auch genauso widersprüchlich.

„Record of Ragnarok: The Jack the Ripper Case Files“ setzt wohl in erster Linie auf das Interesse der Fans, die mehr über beliebte Figuren wissen wollen, ist aber nach der ersten Verwirrung auch unabhängig lesbar, bietet der Titel doch eine recht unterhaltsame Action-Story vor dem Hintergrund des viktorianischen London.