Claudia Fischer: Mit Butch Cassidy auf dem Outlaw-Trail - Abby 1 & Totgesagte leben länger - Abby 2 (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Montag, 06. Juli 2026 11:44

Claudia Fischer
Mit Butch Cassidy auf dem Outlaw-Trail
Abby 1
2024, Paperback, 386 Seiten, 15,90 EUR
Claudia Fischer
Totgesagte leben länger
Abby 2
2024, Paperback, 328 Seiten, 15,90 EUR
Rezension von Christel Scheja
Schon als Teenager war Claudia Fischer von der Zeit des Wilden Westens und den dort lebenden Outlaws fasziniert, die sich so gar nicht um Konventionen und Regeln scherten. Das Ganze verband sie später mit den Geschichten starker Frauen, die sich in dieser Zeit zu behaupten wussten. Abby, die Protagonistin dieser Reihe, mag zwar fiktiv sein, aber sie steht sinnbildlich für Diejenigen, die wirklich selbstbestimmt ihren Weg machten. So wie in den beiden hier vorliegenden Bänden. Die Reihe umfasst insgesamt vier Romane.
1889 beschließt die sechzehnjährige Abigail Clearwater ihre Familie zu verlassen, denn sie soll einen deutlich älteren Mann heiraten und dann auch noch nur eine unter vielen sein, so wie bei den Mormonen üblich. Sie lernt ein paar junge Männer kennen, die sich für einen gänzlich anderen Lebensweg entschieden haben. Unter ihnen auch Butch Cassidy. Mit diesen beginnt eine wilde Zeit.
1910 ist Abby zur Ruhe gekommen. Mit Mann und Tochter lebt sie nun in San Francisco und hat sich ein neues Leben aufgebaut. Als dann aber überraschend Butch Cassidy zurückkehrt, merkt sie, dass sie nicht länger in den Fesseln leben kann, die ihr die Gesellschaft auferlegt, ebenso wie ihre eigenwillige Tochter Alison. Und so macht sie sich zu einem besonderen Roadtrip auf,
Claudia Fischer gelingt in ihren Romanen der schmale Spagat zwischen einer romantischen Geschichte und der nüchternen Realität. Auf der einen Seite mag Vieles sehr harmonisch erscheinen, gerade das Zusammenspiel der Männer, die Banken ausplündern und vom Gesetz gejagt werden, auf der anderen Seite zeichnet sie aber auch ein interessantes Bild von Männern, die eigentlich nicht kriminell sein wollen, die aber durch die Umstände so geworden sind und durchaus auch in ein normales Leben zurückkehren können.
Mittendrin Abby, die aus einem vorbestimmten Leben ausbricht, weil sie sich schlichtweg nicht fügen, sondern ihre Zukunft selbst bestimmen will. Und das zieht sie auch unter den Outlaws durch - bestimmt Nähe und ihre Rolle im Leben der verschworenen Gemeinschaft, entscheidet sich schließlich aber auch zu einem überraschend normalen Leben, in dem sie aber auch immer wieder die Zügel in die Hand nimmt.
Die Geschichten bleiben überraschend bodenständig und zeichnen ein Bild des Wilden Westens und der USA in den Jahrzehnten rund um die Jahrhundertwende, in denen Frauen sehen mussten, wie sie sich durchmauscheln, wenn sie nicht von Männern abhängig sein und bleiben wollten. Gerade auch in ihrer Tochter Alison manifestiert sich so eine weitere Generation starker Frauen, die entschlossen um die Frauenrechte kämpften.
Das Geschehen wird sehr lebendig und kurzweilig erzählt, man merkt aber auch, dass sich die Autorin mit den historischen Personen und der Zeit beschäftigt und gut recherchiert hat, denn die beiden Abenteuer wirken sehr glaubwürdig, fangen Lokal- und Zeitkolorit gelungen ein und bieten zudem auch noch ansprechende und kurzweilige Unterhaltung, da die Geschichten keine Länge haben.
„Mit Butch Cassidy auf dem Outlaw-Trail“ und „Totgesagte leben länger“ bieten spannende Geschichten um einen bekannten Outlaw aus der Sicht einer jungen Frau, die im Schatten dieser historischen Persönlichkeit ihren Weg macht und beweist, dass auch Frauen in dieser Zeit - wenn auch mit viel Risiko - selbstbestimmt leben können. Dazu kommt ein guter Schuss Romantik, aber letztendlich zählt das ansprechende Abenteuer.