Allison King: Die Manufaktur der magischen Worte (Buch)

Allison King
Die Manufaktur der magischen Worte
(The Phoenix Pencil Company, 2025)
Übersetzung: Barbara Ostrop
Heyne, 2026. Hardcover, 510 Seiten, 24,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Allison King arbeitet in einem ähnlichen Bereich wie ihre Protagonistin Monica, und vielleicht sind daher einige Details in der Geschichte auch mehr echte Familiengeschichte als man denkt. Aus diesem Grund halten sich die magischen Elemente in „Die Manufaktur der magischen Worte“ auch eher in Grenzen.


Monica besucht ihre Großmutter, die langsam dement wird, und erfährt von einem Geheimnis, das diese mit einer alten Bleistiftfabrik in Shanghai verbindet. Neugierig geworden reist sie tatsächlich nach China, um mehr über die Phoenix Pencil Company herauszufinden. Denn immerhin scheint ein ganz besonderer Zauber über den dort produzierten Bleistiften zu liegen, der nun auch sie erfasst und tiefer in die Geschichte ihrer Vorfahren eintauchen lässt, vor allem die der letzten Generationen vor ihr.

 

Ob dieses Buch wirklich der Fantasy zugerechnet werden muss, bleibt offen, denn die Magie ist hier eigentlich nur ein Stilmittel, um die Geschichte wichtiger Familienmitglieder seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts zu erzählen. Dabei bewegen sich die Einblicke in die Vergangenheit in einem eher persönlichen Rahmen und streifen die große Politik nur am Rande. Zugleich enthüllen sie auch Geheimnisse, die Monicas Großmutter in der Heimat zurückließ.

Die Geschichte wird ruhig erzählt, alltägliche Momente stehen im Mittelpunkt, Dramen bleiben eher klein und persönlich. Aber zusammen mit der Protagonistin erhält auch der Leser nette keine Einblicke in die Vergangenheit.

Wer Action erwartet, der liegt hier falsch und auch von Fantasy kann nicht wirklich eine Rede sein. Aber wer interessante Einblicke in die Familiengeschichte einer amerikanisch-chinesischen Familie liebt, der kann durchaus seinen Spaß haben.

Alles in allem ist „Die Manufaktur der magischen Worte“ wohl eher ein Gesellschafts- und Familienroman als Fantasy. Wie schon einführend angedeutet, bleiben die magischen Elemente im Hintergrund und sind reine Werkzeuge, um die Vergangenheit erlebbar zu machen.